Kritik an Filmstar

20. April 2019 03:25; Akt: 20.04.2019 03:25 Print

Schauspielerin fliegt für Klima-Demo nach London

Am Freitag haben Tausende für mehr Klimaschutz protestiert. In London beteiligte sich Schauspielerin Emma Thompson, die mit dem Flugzeug reiste.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

In Grossbritannien gab es Protestaktionen für mehr Klimaschutz. Die Polizei nahm in London innerhalb von fünf Tagen fast 600 Umweltaktivisten fest. Sie waren einem Aufruf der Bewegung Extinction Rebellion (Rebellion gegen die Auslöschung) gefolgt, unter anderem mit Sitzblockaden auf Strassen und Brücken friedlich für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. An der Aktion beteiligte sich auch die britische Schauspielerin Emma Thompson, die von Los Angeles per Flugzeug in die britische Hauptstadt flog.

Das löste Kritik aus. Ihr Sprecher entgegnete dem, dass dies momentan das «einzig verfügbare und praktische Mittel» sei, um global zu reisen. Gegenüber der BBC sagte sie selbst: «Ich fliege bei weitem nicht mehr so viel wie früher. Zudem pflanze ich viele Bäume.» Und wenn sie sauberer fliegen könnte, würde sie das tun.

Auch in anderen Städten protestierten am Freitag Tausende. Allen voran in Rom, wo auch Klima-Aktivistin Greta Thunberg vor Ort war. «Wir werden den Kampf für unsere Zukunft fortsetzen», versprach die 16 Jahre alte schwedische Schülerin unter dem Jubel der Menge auf der zentralen Piazza del Popolo.

Thunberg demonstriert seit vergangenem Sommer jeden Freitag - also meistens während der Schulzeit - für mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz. Ihr Schulstreik hat weltweit Menschen zu Demonstrationen unter dem Motto «Fridays for Future» inspiriert.

Strom dank Velofahrer

Thunberg warb in Rom für ein radikales Umsteuern in der Klimapolitik. Dafür reichten Wochen oder Monate nicht aus; es brauche Jahre, um etwas zu verändern. Wie entschlossen sie ist, machte sie auch in einem Interview klar: «In vielen Situationen schweige ich und sage nichts, aber wenn es etwas ist, was mich sehr bewegt, dann bin ich ein Rebell», sagte sie der Mailänder Zeitung «Corriere della Sera».

«Mit Greta retten wir den Planeten», skandierten Thunbergs Mitstreiter in Rom. Die neunjährige Aktivistin Alice sagte: «Wir müssen verstehen, dass wir jetzt handeln müssen.» Eine Sprecherin der «Fridays for Future»-Bewegung in Italien sprach von rund 25'000 Teilnehmern.

Strom für die Bühne wurde von auf Generatoren montierten Velos geliefert. Thunberg feuerte die Velofahrer in der prallen Sonne an: «Macht weiter!»

«Fridays for Future» weit verbreitet

Die «Fridays for Future»-Bewegung hat auch in Italien viele Anhänger. Die Kernforderungen: ein schnelles Aus für die klimaschädliche Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, keine Subventionen mehr für diese «dreckigen» Energieträger, mehr Investitionen in erneuerbare Energien aus Windkraft und Sonne.

Tatsächlich drängt die Zeit: Schon jetzt hat sich die Erde nach Befunden des Weltklimarates IPCC gegenüber der vorindustriellen Zeit um etwa ein Grad Celsius erwärmt. Die Jahre 2015 bis 2018 waren nach Analysen der Weltwetterorganisation die vier wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert.

Geht es weiter wie bisher, ist Ende dieses Jahrhunderts die Welt wohl gut drei Grad wärmer. Zu den fatalen Folgen gehören je nach Region mehr Hitzewellen, längere Dürren sowie mehr Stürme, Starkregen und Hochwasser. Um den Trend zu stoppen, muss der Ausstoss von Treibhausgasen etwa aus der Verbrennung von Kohle und Öl oder aus der Tierhaltung stark reduziert werden.

(roy/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel Strahm am 20.04.2019 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na klar

    Da sieht man, wie verlogen das Ganze ist. Diesen Demonstranten geht es anscheinend nur darum, sich einzureden, dass man was gutes grtan hat.

  • Sulejka am 20.04.2019 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht ernstnehmende Aktivisten

    Wenn man das Bild von der Polizei beim abtransportieren von Aktivisten betrachtet, sieht man das hämische Lachen eines Aktivisten der von 3 od. 4 Polizisten getragen wird. Scheinbar ist es den Demonstranten nicht so ernst mit dieser Demo, man macht einfach mit weil sonst ja nichts anderes läuft.

    einklappen einklappen
  • Roger am 20.04.2019 06:54 Report Diesen Beitrag melden

    Seltsam ...

    Dieser ganz blöde Klimaschutz-Hyp ist einfach nur wieder Werbung für die Weltverbesserer und die möchtegern ..... Erwiesen ist das der vom Menschen verursachte Co2 Anteil unter einem Prozent ist, also im 0, .. Prozent. Liebe Weltverbesserer und vorallem liebe Grüne, nehmt euch lieber den Plastic - vermüllten Weltmeeren an, das ist definitiv vom Menschen verursacht.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • F.R. am 22.04.2019 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    Hype

    Wieso werden andere Faktoren nicht beachtet, sowie das schwacher werdende erdmagnetisches Feld (Polwandung die kommen wird, wie schon x mal in der Vergangenheit), die Strahlung der Sonne ist bereits höher als früher, auch die Sonnenaktivität hat zu genommen. Aber dafür kann man keine Steuern eintreiben oder protestieren. Quelle: NASA.

  • Greta von Sinnen, am 20.04.2019 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    die grosse möchtegern Befürworterin

    Großspurige Worte zeigen, wie jemand gerne wäre. Taten zeigen, wie er wirklich ist. Mit Scheinheilig- und Tatenlosigkeit wird sich das Klima vor lauter Entzückung vor wärme biegen! ,)

  • frank am 20.04.2019 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berühmt bleiben für jeden Preis

    Wieder eine die Aufmerksamkeit braucht, damit man sie nicht vergisst....

  • nos4127 am 20.04.2019 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Es ist wirklich traurig was man da in den Kommentaren liest. Da engagieren sich die Jungen für eine gute Sache und die Alten belächeln sie einfach nur. Wenn ihr wirklich so erfahren und Weise seid, wie wäre es dann mal mit konstruktiver Kritik, Unterstützung bei der Umsetzung? Dass der Klimawandel existiert und wir einen Einfluss darauf haben, lässt sich nicht leugnen, aber unsere verlogene Welt spielt das ja gerne herunter. Oder die Alten denken sich: ich kratz ja sowieso ab, bevors schlimm wird, also den Jungen noch den Wind aus den Segeln nehmen und den V12 brummen lassen... Traurig diese Welt...

    • Peter am 22.04.2019 13:46 Report Diesen Beitrag melden

      Konstruktiv

      Ich denke, Kernkraft ist die Lösung. Es ist das geringste Übel. Das ist konstruktiv, wird aber aus weltanschaulichen Gründen kritisiert. Somit habe ich die Freiheit, die Kritiker zu kritisieren.

    einklappen einklappen
  • Johnson am 20.04.2019 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    Doof

    Die Hackerei auf Flugzeuge bringt nichts. Macht weltweit gerade mal 3% aus

    • peter am 22.04.2019 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Johnson

      Diese Statistik ist relativ unwichtig, denn die allermeisten Leute können es sich nicht leisten zu fliegen. Gerade in reichen Ländern sind die Flugemissionen sehr hoch. In Entwicklungs und Schwellenländer wäre es wichtiger die Kohlenkraftwerke durch Erneuerbareenergien zu ersetzen. Jeder soll bei sich schauen wo man Umweltfreundlicher leben kann und trotzdem den Spass am Leben nicht verliert.

    einklappen einklappen