Lausanne

13. März 2011 19:36; Akt: 13.03.2011 19:43 Print

Schlappe für den «Grünen Giganten»

Bei den Kommunalwahlen im Kanton Waadt konnten die Linken ihre Vormachtsstellung bewahren. Aber die SVP hat kräftig zugelegt.

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Daniel Brelaz erhielt einen Denkzettel. (Bild: Keystone)

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Nach ersten Auszählungen haben am Sonntag alle sechs Kandidaten der Linken für die Lausanner Stadtregierung in der ersten Runde das absolute Mehr erreicht. Nur der Bisherige Olivier Français (FDP) schaffte den Sprung in die siebenköpfige Regierung nicht. Die Resultate sind noch nicht definitiv.

Der Bisherige Oscar Tosato (SP) erzielte nach Auszählung von 12 der 20 Wahlbüros mit 7070 Stimmen das beste Resultat, gefolgt vom Bisherigen Marc Vuilleumier (7009) von der extremen Linken.

An dritter Stelle folgt mit 6810 Stimmen der bisherige Jean-Yves Pidoux (Grüne). Die neu angetretene Sozialistin Florence Germond vereint 6743 Stimmen auf sich. Und SP-Mann Grégoire Junod, der ebenfalls neu ist, gelingt der Sprung in die Regierung mit 6641 Stimmen.

Schlechtes Abschneiden von Brélaz (Grüne)

Für Überraschung sorgte das schlechte Abschneiden von Stadtpräsident Daniel Brélaz. Der «Grüne Gigant», wie er von den Lausannerinnen und Lausanner auch genannt wird, kommt erst an sechster Stelle: Er erzielte lediglich 6496 Stimmen. Bei den letzten Wahlen 2006 war er noch als einziger bereits in der ersten Runde in die Stadtregierung gewählt worden.

Während die Bürgerlichen angetreten sind, um einen zweiten Sitz in der Lausanner Exekutive zu erobern, schaffte der Bisherige Olivier Français nicht einmal die erste Runde. Der FDP-Mann verpasste mit 5473 Stimmen das absolute Mehr, das bei 6466 liegt. Er wird wohl zu einem zweiten Wahlgang antreten müssen, der am 3. April stattfinden dürfte.

Linke auch in den Städten gut positioniert

In den Städte Nyon, Morges und Vevey erzielte die Linke ebenfalls Erfolge. In die Exekutive von Nyon wurden Daniel Rossellat (SP), Direktor des Musikfestivals Paléo in Nyon und ehemaliger Event-Chef der Expo02, sowie Olivier Mayor von den Grünen im ersten Anlauf wiedergewählt. Für die Besetzung der restlichen fünf Sitze muss das Stimmvolk ein zweites Mal an die Urnen.

Die Linke vereint in der Stadtregierung von Morges fünf von sieben Mandaten auf sich - die SP stellt vier Sitze, die Grünen einen. In linker Hand ist zudem auch die fünfköpfige Exekutive von Vevey. Drei Sozialisten wurden gewählt. Je einen Sitz geht zudem an die Liberalen und an «Vevey libre», eine Abspaltung der FDP.

Linke Dominanz bleibt im Parlament bestehen

Die Linke kann nicht nur in der Lausanner Stadtregierung, sondern auch im Parlament ihre komfortable Mehrheit behalten: Sie vereint 62 von 100 Sitzen auf sich - zwei weniger als bisher, wie nach Auszählung fast aller Stimmen feststeht.

Neu haben die Sozialisten 29 Sitze (-1). Die Grünen kommen auf 20 Sitze (-2). Und die Extreme Linke, die unter dem Label «A gauche toute!» angetreten ist, kann einen Sitz dazugewinnen und kommt neu auf 13 Mandate. Grosse Siegerin ist die SVP: Sie konnte ihre Sitzzahl von acht auf 14 fast verdoppeln.

Grünliberale schaffen Einzug ins Parlament nicht

Die andere Bürgerlichen können mit 23 oder 24 Mandaten rechnen. Die für die Wahlen 2006 ins Leben gerufene Zusammenarbeit zwischen der FDP, den Liberalen und der CVP unter dem Label «LausannEnsemble» war für diese Wahlen nicht mehr weitergeführt worden. Damals hatten die drei Parteien zusammen 28 Sitze im Stadtparlament erreicht.

Die Grünliberalen, die in der Waadt traditionell schwache CVP und andere kleinere Parteien haben die nötige 5-Prozent-Hürde nicht geschafft.

(sda)