14. April 2005 04:23; Akt: 14.04.2005 03:27 Print

Schönheitsoperationen: Werbung bald verboten?

Werbung für Brustvergrösserungen oder für Fettabsaugen soll künftig in Deutschland nicht mehr gestattet sein.

Fehler gesehen?

Auch in der Schweiz könnte ein solches Verbot bald zur Debatte stehen.
Die Deutschen wollen der steigenden Zahl ärztlicher Eingriffe ohne medizinische Notwendigkeit einen Riegel vorschieben.

Dazu beschloss gestern das Bundeskabinett in Berlin einen Änderungsentwurf zum Heilmittelwerbegesetz. Verboten werden soll künftig «irreführende und ethisch bedenkliche Werbung» für Schönheitsoperationen.

Als irreführend und suggestiv betrachtet die deutsche Gesundheitsministerin Ulla Schmidt Werbung dann, wenn die beworbenen Behandlungen eine nicht erwiesene
therapeutische Wirksamkeit haben, oder «wenn fälschlicherweise der Eindruck erweckt wird, dass ein Erfolg mit Sicherheit erwartet werden kann».

Nach ihren Worten sind auch kosmetische Operationen – bei allem Verständnis für den Wunsch, gut auszusehen – «chirurgische Eingriffe und deshalb nie ganz ungefährlich». Daher dürfe man nicht zulassen, dass Schönheitsoperationen mit ihren Risiken «so selbstverständlich werden wie der Gang zum Friseur».

Als «eine gute Idee» bezeichnet die Schweizer SP-Nationalrätin Christine Goll die deutschen Bestrebungen. Sie will sich in Bern für ein entsprechendes Verbot einsetzen. «Ich kläre ab, ob es möglich ist, einen überparteilichen Vorstoss einzureichen.»

(SDA, fis)