Tropensturm «Washi»

18. Dezember 2011 06:23; Akt: 18.12.2011 06:24 Print

Schon über 520 Tote in den Philippinen

Nach dem Tropensturm «Washi» sind im Süden der Philippinen mehrere Flüsse über die Ufer getreten. Zahlreiche Menschen sind ertrunken. Hunderte werden noch immer vermisst.

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Durch die heftigen Überschwemmungen im Gefolge des Tropensturms «Washi» sind auf den Philippinen nach jüngsten Angaben des Roten Kreuzes über 520 Menschen ums Leben gekommen. Zahlreiche Menschen galten nach Behördenangaben am Sonntag als vermisst.

Soldaten, Angehörige der Küstenwache, Behördenmitarbeiter und Freiwillige durchsuchten die Trümmer in den von den Sturzfluten des Tropensturms «Washi» schwer verwüsteten Städten Cagayan de Oro und Iligan im Norden der Insel Mindanao.

35 000 Menschen wurden vorerst in Rettungszentren untergebracht. Man hoffe natürlich, weitere Menschen retten zu können, sagte Zivilschutzleiter Benito Ramos. «Wir müssen annehmen, dass die Vermissten leben, deshalb sind die Rettungskräfte hier.»

Zahlreiche Opfer ins Meer gespült

Die Zahl der Vermissten sei riesig. Da auch viele Opfer ins Meer gespült worden seien, könne es Tage dauern, bis die Leichen wieder auftauchen, sagte Ramos. «Es wird einige Zeit brauchen, diese Aufgabe abzuschliessen.»

Der Tropensturm «Washi» war in der Nacht zum Samstag über die Insel Mindanao 800 Kilometer südlich von Manila hinweggefegt. Seine sintflutartigen Regenfälle liessen Flüsse binnen kürzester Zeit über die Ufer treten. Das Wasser schoss teils meterhoch durch die Strassen.

Die Wassermassen rissen viele der oft leicht gebauten Häuser mit. Die Überschwemmungen überraschten die meisten Opfer im Schlaf. Viele Bewohner hatten vorausgegangene Sturmwarnungen nicht ernst genommen, weil die meisten Tropenstürme in der Region die Insel Luzon treffen, während Mindanao bislang meist verschont blieb.

Besuch des Verteidigungsministers

Verteidigungsminister Voltaire Gazmin wollte am Sonntag mit ranghohen Militärvertretern in die am schwersten betroffene Stadt Cagayan de Oro fliegen. Dort wollen sie Rettungs- und Suchaktionen überwachen und sich ein Bild von der Lage tausender vertriebener Dorfbewohner machen.

Der Sturm «Washi» hatte in den Philippinen heftige Regenfälle ausgelöst, die mehr als zwölf Stunden andauerten. Auf der Insel Mindanao traten mehrere Flüsse über die Ufer. In der Stadt Iligan wurden 79 Leichen geborgen, wie Bürgermeister Lawrence Cruz mitteilte. In der Provinz Zamboanga del Norte ertranken nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde drei Menschen in den Fluten.

Küstenwache im Einsatz

Vor der Stadt El Salvador, rund zehn Kilometer nordwestlich von Cagayan de Oro seien 60 Menschen gerettet worden, nachdem sie auf das Meer hinausgetragen worden waren, sagte ein Beamter des Katastrophenschutzes in der Provinz Misamis Oriental, Teddy Sabuga-a. 120 weitere seien vor dem Township Opol in Sicherheit gebracht worden.

Bürgermeister Cruz sagte, die Küstenwache und andere Rettungskräfte würden in den Gewässern vor Iligan nach Überlebenden und Leichen suchen, die möglicherweise von einem angeschwollenen Fluss auf das Meer hinausgetragen wurden. In einigen Stadtteilen sei das Wasser hüfthoch. Dutzende Bewohner hätten sich vor dem Hochwasser in Sicherheit gebracht, indem sie auf die Dächer ihrer Häuser geklettert seien, sagte Cruz.

Strassen mit dicken Schlammschichten bedeckt

Ein Sprecher der Stadt Cagayan de Oro sagte, rund 20 000 Bewohner seien von den Überflutungen betroffen. Viele Menschen seien in vorübergehenden Schutzunterkünften untergebracht.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie das trübe Hochwasser durch die Strassen rauschte und dabei Trümmerteile mit sich zog. Dort wo das Wasser zurückgegangen war, waren die Strassen mit dicken Schlammschichten bedeckt. Im Fernsehen hiess es, ein Auto sei über eine Betonabsperrung geschwemmt worden.

Tropensturm «Washi» war bereits der 19., der die Philippinen in diesem Jahr erreichte. Er traf im Osten der Insel Mindanao auf Land und sorgte in der Region für Regenwolken mit einem Durchmesser von 400 Kilometern. Bis Samstagmorgen (Ortszeit) befand sich der Sturm über der Sulusee und erreichte Windgeschwindigkeiten von 75 Stundenkilometern.

Im September hatten zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Taifune im Norden der Philippinen mehr als 100 Menschen das Leben gekostet.

(sda/ap)