Misshandelt

22. Dezember 2008 06:34; Akt: 22.12.2008 09:32 Print

Schuhwerfer verklagt Sicherheitsbeamte

Der als Schuhwerfer bekannt gewordene irakische Journalist Muntaser el Saidi hat Sicherheitsbeamte der Regierung in Bagdad wegen Körperverletzung verklagt. Er sei geschlagen und brutal behandelt worden.

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Der irakische Journalist, der US-Präsident George W. Bush während einer Medienkonferenz mit Schuhen beworfen hat... ... wird bereits von einigen seiner Landsleuten verehrt. Und der Schuh wird zum Symbol des Widerstandes. Wegen seiner Schuh-Attacke droht dem Journalisten jetzt eine Haftstrafe. Seine Anhänger verlangen die Freilassung von Muntadar al-Zeidi und protestieren mit Bannern und Schuhen auf der ganzen Welt. So wie mit diesem Exemplar hier. Ein Anhänger des venezualischen Präsidenten Hugo Chavez protestierte mit dieser Kombination aus Schuh und verbalen Drohungen in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas. Vor dem weissen Haus wurde der Schuh-Wurf auf Präsident Bush parodiert. Kriegs-Gegner bewarfen einen im Sträflings-Anzug und als Bush maskierten Demonstranten mit Schuhen... ... und «prügelten» auf die Präsidenten-Imitation ein. Auch in Beirut, Libanon, demonstrierten Studenten vor der irakischen Botschaft... ... und verbrannten ein Abbild von Präsident Bush. Inklusive Schuh. Auch in Ankara, Türkei, protestierten linksgerichtete Kriegs-Gegner vor der amerikanischen Botschaft. Mit dabei: Der mittlerweile «heilige» Schuh. Bei einem Protest in Kairo, der Hauptstadt Ägyptens, hielt diese Journalistin ihren Schuh als Zeichen der Loyalität zum Schuhwerfer Muntadhar al-Zeidi in die Höhe. Der Schuh machte seinen Weg bis nach Indien. In Neu-Delhi richtete ein indischer Demonstrant seinen Schuh gegen das Bild des umstrittenen Präsidenten. Der Schuh reiste auch nach Karachi, Pakistan. Hier aufgehalten von einem «Pasban Pakistan» Aktivisten. Ein Geschenk «with love» der pakistanischen Organisation Pasban für Präsident Bush. Während einer Demonstration in Gaza Stadt hielt dieser Palästinenser seinen Schuh samt «Autogram» vom Präsidenten in die Kamera. Bush wird mit Füssen, bzw. Schuhen, getreten. Demonstranten im Irak mit klaren Worten an den Präsidenten.

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Die Männer arbeiteten für den Sicherheitsdienst des Pressezentrums der irakischen Regierung und hätten den Fernsehjournalisten nach seiner Festnahme geschlagen und brutal behandelt, sagte Saidis Anwalt Dhija el Saadi am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Dem 29-Jährigen fehle ein Zahn, sein linkes Auge sei blutunterlaufen und er habe mehrere Blutergüsse.

Die Spuren der Misshandlungen werden seinen Angaben zufolge durch zwei medizinische Gutachten bestätigt. Saidis Bruder hatte die Sicherheitskräfte zuvor beschuldigt, dem Journalisten einen Arm und mehrere Rippen gebrochen zu haben.

Saidi hatte vor einer Woche bei einer Pressekonferenz in Bagdad seine Schuhe in Richtung von US-Präsident George W. Bush geschleudert und gerufen: «Dies ist dein Abschiedskuss, du Hund!» Der 29-Jährige wurde daraufhin festgenommen.

Ihm drohen wegen der «Aggression gegen einen ausländischen Staatschef» gemäss irakischem Strafrecht zwischen fünf und 15 Jahre Gefängnis. Mitschnitte der Szene sorgten international für Furore. Angehörige und Anhänger von el Saidi wollen mit einem Sitzstreik vor der Grünen Zone eine Freilassung des Journalisten erreichen.

(sda)