Gegen Missbrauch

13. Januar 2010 22:20; Akt: 13.01.2010 21:50 Print

Schutzalter für Energy Shots gefordert

von Désirée Pomper - Energy Shots sind die neuen Wunderwaffen gegen Müdigkeit. Doch Experten warnen vor dem Missbrauch der Energiespender und fordern eine Altersgrenze.

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Für einen Energieschub lassen Jugendliche immer öfter den gewöhnlichen Energy­drink links liegen und greifen stattdessen zu Energy Shots. Denn diese enthalten die vierfache Konzentration an Koffein und Taurin. Ein «echtes Powerpaket» sei der Red Bull Energy Shot, der nicht nur «die Leistungs- sowie Konzentrationsfähigkeit» steigere, sondern auch «das emotionale Wohlbefinden» fördere: So preist Red Bull sein neustes Produkt an, das ab Feb­ruar in allen Kiosken, Avec-Läden und im Manor erhältlich sein wird.

Doch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor gesundheitlichen Ri­si­ken der Shots. Es nennt Nervosität, Ängstlichkeit, Wahrnehmungsstörungen und in einzelnen Fällen sogar Vergiftung und Tod als Folgen zu hoher Koffein­zufuhr.

Bei Coop Pronto stehen die Energy Shots namens Burn und Sudden Rush Caramelito bereits in den Regalen – zwischen Kaugummis und Schokoriegeln. Migros vertreibt die Ampullen unter dem Namen Ener­gy Booster. Konsumentenschützerin Sara Stalder kritisiert: «Diese gefährlichen Drinks werden mit ihrer Verpackung und dem Geschmack völlig verharmlost und passen nicht zur familienfreundlichen Marketingstrategie von Migros und Coop.»

Dass auf den Getränken davor gewarnt wird, mehr als ein bis zwei Shots pro Tag einzunehmen, reicht Stalder nicht: «Der Warnhinweis ist so klein, dass man ihn kaum sieht.» Darum fordert sie: «Das Bundesamt für Gesundheit sollte für Energy Shots eine Altersgrenze von 16 Jahren einführen.»

Das BAG winkt ab: «Der Bundesrat ist der Ansicht, dass die Konsumenten über die Warnhinweise bereits heute vor einem Missbrauch geschützt sind.»