US-Häftlingskleidung

30. Juli 2014 14:52; Akt: 30.07.2014 14:52 Print

Schwarzweiss ist das neue Orange

Die Kultserie «Orange is the New Black» hat die orangen Overalls der US-Gefängnisse cool gemacht. Deshalb kehrt ein Sheriff jetzt zu den bewährten Streifen zurück.

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Hinter den Gittern des Untersuchungsgefängnisses von Saginaw County im US-Bundesstaat Michigan herrscht farbliche Verwirrung: Weil Orange zum neuen Schwarz geworden ist, muss Schwarzweiss das neue Orange werden.

So zumindest begründet Sheriff William Federspiel den neuen Dresscode für Häftlinge. Er hat damit begonnen, die orangefarbenen Overalls der Gefängnisinsassen durch den klassischen Gefängnis-Dresscode mit Jumpsuits mit dicken, horizontalen Streifen in Schwarz und Weiss zu ersetzen. Auf dem Rücken steht in roter Kontrastfarbe geschrieben: Saginaw County Jail.

Netflix ist daran schuld

Zu diesem Kostümwechsel schritt der Sheriff wegen der Gefängnisserie «Orange is the New Black» von Netflix. Seit diese zum Renner wurde, «finden es manche Leute cool, wie ein Insasse der Haftanstalt von Saginaw County auszusehen und tragen Overalls ganz in Orange im Einkaufszentrum oder in der Öffentlichkeit», sagte Federspiel der Website MLive.com.

Der No-Nonsense-Sheriff argumentiert nüchtern – passend zu seiner süddeutschen oder schweizerischen Herkunft. «Wenn die Grenze zwischen der Kultur ausserhalb des Gefängnisses und jener im Gefängnis verschwimmt, muss ich etwas tun, um diese Grenze erneut zu definieren», sagte Federspiel. «Sie wird in der Öffentlichkeit allzu oft verwischt.»

Es geht um die Sicherheit

Die Nachricht von den neuen Modefarben verbreitete sich seit der vergangenen Woche viral im Netz. Auch internationale Medien berichteten darüber. Aber nicht alle goutieren die gestreiften Overalls, die den Bezirk 11.73 Dollar pro Stück kosten. Der Sheriff erwartet denn auch nicht nur Zustimmung. Er wiederholt, dass es ihm um die Sicherheit gehe und nicht darum, die Häftlinge zu beschämen.

Oder wenigstens fast nicht. «Wir wollen nicht, dass es ihnen zu gut geht, dass sie sich als produktive Mitglieder der Gesellschaft vorkommen», sagte Federspiel über seine Häftlinge. «Das sind sie nämlich nicht, wenn sie hinter Gittern sind.»

(sut)