Gleichstellung

09. März 2016 19:14; Akt: 10.03.2016 17:02 Print

Schweden fordern Recht auf Abtreibung für Männer

Männer, die keine Kinder wollen, sollen bis zur 18. Schwangerschaftswoche der Frau alle Pflichten und Rechte abtreten können.

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Schwedens Jungliberale fordern, dass Männer dasselbe Recht auf Abtreibung wie Frauen haben sollen. (Bild: Colourbox)

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Sie wollen die gleichen Rechte wie Frauen: Der Verband der schwedischen Jungliberalen (Liberala ungdomsförbundet, kurz LUF) fordern, dass Männer legal «abtreiben» dürfen. Anders ausgedrückt: Männer, die nicht Väter werden wollen, sollen das auch nicht müssen.

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Was halten Sie von der Forderung der schwedischen Jungliberalen: Sollen Männer ihre Pflichten und Rechte bei einer Schwangerschaft abtreten können?
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Insgesamt 9964 Teilnehmer

Marcus Nilsen von der LUF-Abteilung im Westen des Landes erklärt «The Local»: «Konkret bedeutet das, dass Männer sich den Pflichten, aber auch den Rechten einer Vaterschaft komplett entziehen können.»

Also: Männer, die sich vor der 18. Schwangerschaftswoche der Partnerin gegen das Kind entscheiden, müssen eine Verzichtserklärung unterzeichnen und im Gegenzug nie finanziell für das Kind aufkommen. Gleichzeitig entfällt das Recht darauf, den künftigen Sohn oder die künftige Tochter zu sehen. In Schweden ist die Abtreibung bis zur 18. Woche legal.

Frauen wüssten von Anfang an, was auf sie zukommt

Die gefordete Regelung fördere letztlich die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen, so Nilsen. Denn auch für Frauen sei es positiv, wenn sie von Anfang Gewissheit hätten, ob ihr Partner sie bei der Erziehung des Kindes unterstützen werde.

Gefragt, wie man die Situation später einem Kind erklären solle, sagt Nilsen: «Das ist doch nichts Neues. Es gibt schon viele Frauen, die Sperma bei einer Datenbank bestellen oder nicht wissen, von wem sie schwanger sind.»

Ärger auf sozialen Plattformen

Der Vorschlag der Jungliberalen sorgte in Schweden für Aufruhr: Auf Facebook fordert ein User etwa: «Wir sollten sie alle an eine Wand stellen und erschiessen.» Ivar Arpi, ein Journalist der Zeitung «Aftonbladet,» ist etwas diplomatischer bei der Wortwahl – aber von der Idee auch nicht gerade begeistert: «Nein, Männer sollten nicht legal abtreiben dürfen. Männer sollten die Verantwortung für ihre Kinder wahrnehmen. Punkt.»

Vorschläge zu Nekrophilie und Inzest

LUF-Mitglied Nilsen verteidigt seine Partei: «Der Vorschlag stammt ja eigentlich von einer Gruppe junger Frauen.» Er zeigte sich über die «äusserst konservativen Reaktionen» überrascht. «Wir dachten, es sei ein Vorschlag, über den man zumindest debattieren kann.»

Erst kürzlich überraschten die schwedischen Jungliberalen mit einem anderen Vorschlag: Sie forderten, Inzest bei Geschwistern ab 15 Jahren sowie Nekrophilie — sofern der Tote eine schriftliche Bewilligung hinterlassen habe — zu legalisieren.

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Emma am 09.03.2016 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    Recht so!

    Ich als Frau finde diese Idee sehr gut, gleiches Recht für Alle! Es gibt viele berechnende Frauen, die Männern Kinder anhängen um sich finanziell abzusichern.

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  • Bernd am 09.03.2016 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schicksal eines Mannes

    Ich hatte mal eine Affäre mit einer Frau. Die wusste dass ich gut verdiene. Obwohl wir immer Kondom benutzt hatten war sie plötzlich schwanger und behauptete das Kind könne nur von mir sein. Ich habe das nie recht geglaubt. Dann trennte sie sich von mir und hatte gleich einen neuen. Der Vormundschaft erzählte sie ich sei alkoholiker und gewalttätig was nicht stimmte, doch man glaubte ihr. Ich wollte einen DNA Test machen lassen aber es dauerte 1 Jahr (wo ich bereits zahlen musste ohne das Kind zu sehen) bis der Test bewilligt wurde. Er war negativ. Auf Rückzahlung warte ich bis heute ...

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  • prinzessli am 09.03.2016 19:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verheimlichen bis zur 19. woche?

    finde die idee super, doch was passiert wenn der mann innerhalb der ersten 18 wochen von der schwangerschaft nichts erfährt?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 10.03.2016 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    solange ein Vaterschaftstest

    Illegal ist wenn die Mutter dagegen ist wäre das eine absolut legitime Sache - (eine Mutter die fremd gegangen ist und weiss dass der falsche Vater zahlt wird kaum einwilligen......) oder man ändert das Gesetz bezüglich Kukuckskinder. Es ist eine Bodenlose Frechheit, dass eine Frau einem Mann legal ein Kind unterjubeln kann und dieser sich rechtlich überhaupt nicht dagegen wehren kann. Hier würde eine Grundlage geschaffen werden, mit der sich ein Mann gegen dies wehren kann.

  • Willhelm Von Thannenburg am 10.03.2016 01:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratis?

    Natürlich bezahlt der Mann symbolisch 400.- an die Frau, was der Hälfte der Abtreibungskosten entspricht. Kann sie damit machen was sie will. Wobei in Schweden wohl sowieso alles steuerfinanziert ist.

  • Phro am 10.03.2016 00:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verhütung?

    Mann kann erstens entscheiden mit wem er Sex hat und zweitens kann er ein Kondom verwenden. Das ist doch recht sicher. Es ist mir unbegreiflich: nie war unsere Gesellschaft so aufgeklärt und dennoch werden so viele ungewollt schwanger. Heutzutage kann da doch jeder selbst für sorgen.

  • Vee am 10.03.2016 00:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Menschheit

    Wenn man, ob Mann oder Frau, eine Schwangerschaft zu 100% verhindern möchte, sollte man die Sache mit dem Sex einfach lassen. Ansonsten muss an mit den Konsequenzen leben.

  • Milchmann am 09.03.2016 23:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der mann bezahlt sowoeso

    Wir männer blechen sowieso. Entweder als gewollter/ungewollter vater oder als steuerzahler. Oder glsubt ihr, eine alleinerziehende mutter eines säuglings kann sich ihren lebensunterhalt und den des kindes selbst verdienen?