Unkonventionelle Methode

26. Juli 2018 13:10; Akt: 26.07.2018 14:20 Print

Schweden setzt Gripen gegen Waldbrände ein

Um ein weiteres Ausbreiten der Waldbrände in Schweden zu verhindern, setzen die Behörden auf unkonventionelle Löschmethoden.

Ein Kampfjet bombardiert die Waldbrände in Schweden. (Video: Tamedia/FORSVARMAKTEN/SWEDISH ARMED FORCES via AFP)
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Seit mehr als einer Woche kämpft die Feuerwehr in Schweden gegen verheerende Waldbrände, und noch immer wüten rund 25 Feuer im ganzen Land. Der Katastrophenschutz schätzte die Lage am Mittwoch als sehr ernst, aber stabil ein.

Am späten Dienstagabend war ein Brand in der Region Dalarna wieder ausser Kontrolle geraten und hatte sich in Windeseile mehr als einen Kilometer weit über die Begrenzungslinien ausgebreitet. Doch das habe man mit sehr schnell eingesetzten Löschflugzeugen unter Kontrolle bekommen, sagte Einsatzleiterin Anneli Bergholm Söder.

Derzeit konzentrieren sich die Retter auf drei grosse Gebiete wenige hundert Kilometer nördlich von Stockholm: die Kreise Gävleborg, Jämtland und Dalarna. Hier sind die Feuer weiterhin so gross, dass man sie nicht löschen, sondern nur eine Ausbreitung verhindern kann.

Feuer mit Bomben ersticken

In Älvdalen setzen die Behörden auf unkonventionelle Löschmethoden: Ein Kampfjet der schwedischen Armee wirft Bomben auf die lodernden Wälder ab. Mit dem gezielten Bombenabwurf soll dem Feuer der Sauerstoff entzogen werden und so die Flammen erstickt werden. Nach dem Einsatz zogen die Behörden ein positives Fazit: Es sei gelungen, die Feuer einzuschränken.

Grund für die ungewöhnliche Methode ist die Topografie und die Geografie Schwedens. Die Wälder brennen in sehr entlegenen Gebieten, die die Feuerwehr nicht erreichen kann.

Der Katastrophenschutz forderte alle Gemeinden in Schweden auf, ihre Grill- und Feuerverbote zu verschärfen. In einigen Orten ist das Grillieren im eigenen Garten auf sicherem, nicht brennbarem Boden noch erlaubt. In der Öffentlichkeit ist es wegen der extremen Brandgefahr überall verboten.

(fur/sda)