Ein Hauch von Mittelmeer

07. April 2009 23:12; Akt: 07.04.2009 23:53 Print

Schweiz als Palmen-Paradies

von Andy Fischer - Die Deutschschweiz wird immer mehr zum Palmengarten Mitteleuropas. Und schon bald wird die so genannte Fürstin des Pflanzenreichs zum festen Bestandteil unserer Wälder.

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Tessiner Palmen breiten sich in der Deutschschweiz aus. Fotografiert in Meilen und Männedorf. (fis)

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Während vor Jahren die Tessiner Palmen (Trachycarpus fortunei) in unseren Breitengraden nur dünnstämmig aus Töpfen ragten, sieht man heute immer mehr prächtige haushohe Exemplare in hiesigen Gartenanlagen. Grund für diese Entwicklung ist der Klimawandel, wie Experten bestätigen. Heute ist es nicht einmal mehr dringend nötig, Palmen im Winter einzupacken, um sie vor dem Erfrieren zu bewahren.

Bei Beat Lanz von Palm-shop.ch läuft das Geschäft trotz Krise wie geschmiert. «Die Palme drückt Wärme und südliche Lebensfreude aus», begründet er den Boom, der die Deutschschweiz zum Gebiet mit der grössten Palmendichte Mitteleuropas
gemacht hat. Ein weiterer Grund ist die Kaufkraft in der Schweiz: Für eine zwei Meter hohe Tessiner Palme muss man schnell einmal 900 Franken hinblättern.

Was heute noch teuer gekauft werden muss, gibt es morgen schon gratis in der Natur: «Die Tessiner Palme ist im Begriff zu verwildern», sagt Bernhard Hirzel, Obergärtner im Botanischen Garten der Uni Zürich. «In 20 Jahren dürfte sie auch in den umliegenden Wäldern der Alpen-Nordseite anzutreffen sein.»