Studie

17. Mai 2010 23:09; Akt: 17.05.2010 23:00 Print

Schweiz ist für Velodiebe ein Paradies

von Antonio Fumagalli - Eine neue ETH-Studie beweist: Zwei Drittel der Schweizer Velofahrer waren schon von Diebstahl und Vandalismus betroffen.

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Die Schweizer sichern ihre Fahrräder nur ungenügend: Zu diesem Schluss kommt eine repräsentative Studie der ETH-Zürich und der Universität St. Gallen. Kein Wunder wurde einem Drittel der über 1000 Befragten schon mal das Velo entwendet, ein weiteres Drittel war von Vandalismus betroffen.

«Besonders überraschend ist, dass die Besitzer bei der Sicherung trotzdem keinen Unterschied zwischen günstigen und teuren Velos machen», sagt Amos Winteler von der Basler Versicherung, die die Studie in Auftrag ­gegeben hat. Sogar Fahrräder mit einem Anschaffungspreis von über 4000 Franken werden mehrheitlich nur mit einem unsicheren Seil- oder ­Kabelschloss abgeschlossen.

Nicht überrascht über die hohe Zahl von Geschädigten zeigt sich Jean-François Steiert, SP-Nationalrat und Präsident von Pro Velo Schweiz: «Die Behörden machen zu wenig gegen die Diebstähle. Die Rücklaufquote ist bedenklich tief.» In der Tat werden nur knapp drei Prozent aller Velodiebstähle aufgeklärt. Steiert will deshalb einen parlamentarischen Vorstoss für ein nationales Fahrrad-Register einreichen.

Bei den Velofahrern selber ansetzen will derweil die Bâ­loise: «Das wirksamste Rezept gegen den Verlust des geliebten Zweirads sind gute Schlösser, am besten im Doppelpack», so Winteler. Am sichersten seien sogenannte Faltschlösser. Kostenpunkt: rund 100 Franken.