Gletscherschwund

29. Januar 2009 22:01; Akt: 06.05.2009 12:13 Print

Schweizer Alpen stark betroffen

von Deborah Rast - Die Schweiz leidet besonders unter der Gletscherschmelze. Nirgendwo nahm die Eisdicke stärker ab als im Alpenraum.

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Die grösste Abspeckkur in der Schweiz musste der Griesgletscher im Wallis über sich ergehen lassen. Er verlor innert einem Jahr rund zwei Meter an Eisdicke. Knapp dahinter folgte der Bündner Silvrettagletscher mit 1,4 Meter. Nicht ganz so schlimm getroffen hat es den Basodino im Tessin. Und doch, auch er verlor 2007 noch rund 20 Zentimeter mehr als die Gletscher weltweit mit durchschnittlich
70 Zentimetern. «Geht das so weiter, müssen wir uns bald neue Gletscher in höheren Lagen für die Messungen ­suchen», sagt Michael Zemp, Glaziologe beim World Glacier Montoring Service der Universität Zürich. Es sei ­bereits das sechste Jahr in Folge, in dem die Gletscher sehr stark abgenommen ­hätten. Bemerkenswert sei auch, dass die Gletscher im Alpenraum immer noch unter dem Rekordsommer im Jahr 2003 litten. Zemp erklärt: «Dadurch, dass in diesem Sommer viel heller Firn weggeschmolzen ist, ­haben die Gletscher jetzt eine viel dunklere Farbe und schmelzen deshalb schneller.»

Der Gletscherschwund fügt der Schweiz nicht nur optisch eine tiefe Wunde zu, auch die Energieversorgung könnte darunter leiden: «Es gibt Stauseen, die zu einem grossen Teil von Gletscherwasser abhängig sind», so Zemp.