Madagaskar

08. September 2015 13:26; Akt: 10.09.2015 09:22 Print

Schweizer Zug entgleist im Dschungel

Ein Waadtländer Zugsabteil kippt mitten im Urwald von Madagaskar aus den Schienen. Eine Familie aus Genf hält das Abenteuer mit Selfies fest.

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Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. Das gilt besonders für eine Genfer Familie. Als Cathrine zusammen mit ihrem Sohn und ihrem Mann vor zwei Wochen durch Madagaskar reiste, stellte sie verblüfft fest, dass sie in einem Zug aus Yverdon-Sainte-Croix VD sass – 8500 Kilometer von der Heimat entfernt.

«Auf dem Tischchen im Abteil war noch der alte Fahrplan von Sainte-Croix nach Yverdon-les-Bain eingezeichnet», berichtet die Mutter. Auf der afrikanischen Insel Madagaskar verkehrt der ausrangierte Zugwaggon seit 11 Jahren durch die exotische Dschungellandschaft zwischen Fianarantsoa und Manakara. «Ich bin aufgestanden, um Fotos zu machen, als der Zug plötzlich stark rüttelte», schildert Cathrine gegenüber «20 Minutes» den Unfall. «Ich bin zurück auf den Sitz gefallen.»

Der Waggon kippte mitten auf der Strecke im Urwald aus den Schienen. Da der Zug nur langsam unterwegs war, ist niemand der zahlreichen Passagieren verletzt worden. Glücklicherweise ist das Abteil auf die Bergseite gekippt. «Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der Wagen auf die andere Seite gefallen wäre», sagt Mutter Cathrine.

Selfies aus dem gekippten Zugsabteil

Für die Familie und hunderte andere Passagiere bedeutete das zunächst Endstation mitten im Dschungel. Die Einheimischen und Touristen nahmen die Situation aber gelassen. Cathrines Sohn nutzte die Gelegenheit, um aussergewöhnliche Selfies aus dem schrägen Zugsabteil zu knipsen.

Zusammen mit anderen Touristen liefen die drei los und erreichten nach einem dreistündigen Fussmarsch das nächste Dorf. Cathrine sieht das Unglück positiv: «Wir haben dadurch Landschaften gesehen, die wir vom Zug aus nicht gesehen hätten.»

Einheimische berichteten am nächsten Tag, dass der Zug zurück auf die Schienen gehievt wurde und wieder durch den Dschungel fährt.

(slw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Idiocracy am 08.09.2015 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Oh der Zug ist entgleist

    Wart schnell ich muss zuerst ein Selfie machen.

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  • Peter am 08.09.2015 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Zurück in die Zukunft

    Das beweist, dass in der Langsamkeit die Kraft ist. Wäre der Zug wie bei uns mit 120 Km/h durch die Gegend gerast wäre jetzt alles zerstört. So kommen ein paar starke Männer und bringen den Tiger wieder auf die Schiene und alles läuft gemächlich weiter. Auch bei uns würde etwas Gemächlichkeit gut anstehen

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  • DayDreamer am 08.09.2015 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glück

    Dann haben ja alle Glück gehabt wenn der Zug auf die richtige Seite gekippt ist und niemandem was passiert ist ^^ Schweizer Qualitätsware eben ;P

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter Spahni am 09.09.2015 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    So ist das immer in solchen Ländern!

    Gib ihnen etwas wertiges, instruiere sie und nach ein paar Jahren ist alles im Eimer!

  • Max Furrer am 09.09.2015 05:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Expandieren

    Diese Entgleisung kann man doch sicher den SBB in die Schuhe schieben und einen Stammtischartikel daraus machen.

  • Anna-Greta Sch. am 09.09.2015 01:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja, wenn man diese Schienen..

    betrachtet auf diesen Bildern, ist man nicht erstaunt, dass der Zug aus den Schienen kippte... Nun, die Schienen wurden irgend wann mal gebaut - und das wars dann - Gleiskontrollen (??) eher nicht, schliesslich fährt der Zug durch den "Dschungel"! Schön, wenn die Schweiz als gewissermassen Auslandhilfe, diesen Waggon dem Land geschenkt hat! Ich vermisse die ganz alten SBB-Wagen, die noch mit Holzbänken bestückt waren und bei denen man die Fenster aufmachen konnte und der Fahrtwind durch die Haare blasen konnte! Leider sind diese nur noch im Museum (Verkehrshaus Luzern) zu bestaunen!

  • Bernd Letzel am 09.09.2015 00:05 Report Diesen Beitrag melden

    Etwas mehr Ernst/bzw. Verständnis bitte!

    Schade, dass sowohl die Verunfallten als auch die meisten der Kommentatoren sich nicht im klaren darüber sind, welche Bedeutung dieser Zug für alle Bewohner der Region hat. Nicht umsonst wird er "Der Zug des Lebens" genannt. Er ist alles andere als eine exotische Zugabe für Reisende aus Europa. Ich hoffe, dass sich wenigstens die Genfer Familie dessen bewusst war und sich jetzt tatkräftig für den Erhalt und Verbesserung dieser für die an der Strecke liegenden Dörfer überlebenswichtigen Bahnverbindung eingesetzt hat. Ein Selfie ist wohl etwas zu wenig Unterstützung. Veloma Ich kenne die Region

  • Tom Meier am 08.09.2015 23:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Zuege werden exporiert

    Reist mal nach Rumänien, Türkei, Georgien dort findet ihr viele Autos, Lkw's und Busse welche es hier nicht durch Tüv oder ch-prüfung schaffen und dort noch viele Jahre gute Dienste tun!