Rentner tot aufgefunden

29. Dezember 2011 18:48; Akt: 30.12.2011 08:15 Print

Schweizer in Paraguay brutal ermordet

Mitten in der Nacht überfielen Unbekannte einen 69-jährigen Schweizer in Atyrà – und schlugen ihn zu Tode. Die Ermittler haben offenbar auch seine Ehefrau im Visier.

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Der beschauliche Stadtteil Monte Alto der Stadt Atyrà, gut 60 Kilometer ausserhalb der paraguayischen Hauptstadt Asunción, wurde in der Nacht von Montag auf Dienstag Schauplatz eines Mordes. Opfer des brutalen Überfalls: Josef E., ein seit elf Jahren in Paraguay wohnhafter Schweizer.

Gemäss Angaben der Zeitung «Popular» geschah die Tat mitten in der Nacht: Zwei oder drei Unbekannte drangen ins Haus des Ehepaars ein und fesselten die beiden an Händen und Füssen. Offenbar wehrte sich der 69-Jährige vehement, worauf die Angreifer ihn mit Schlägen auf den Kopf traktierten. Der Mann starb an einem Schädel-Hirn-Trauma. Die Eindringlinge haben das Haus des Paars völlig auf den Kopf gestellt, entwendet haben sie – mit Ausnahme eines älteren Opels – aber offenbar nichts.

Die paraguayische Berichterstattung zum Fall ist nicht ohne Widersprüche: So ist unklar, ob sich die Frau von Josef E. zum Zeitpunkt des Mordes im gleichen Zimmer befand. Ist sie womöglich gar in den Fall verwickelt? Gemäss einem Artikel des deutschsprachigen «Wochenblatts» soll sie in der Vergangenheit bereits einen Einbruch ins eigene Haus orchestriert haben. Ihr Mobiltelefon sei von den Ermittlern beschlagnahmt worden.

Widersprüchliche Berichte über den Mann

Auch die Rolle des Mannes in der lokalen Gemeinschaft wirft Fragen auf. Seine «Hilfsbereitschaft, sein Einfallsreichtum und seine Ordnung» werden gepriesen, zudem habe er viel gespendet. In den Kommentaren zur Nachricht ist hingegen zu lesen, dass er mit seinem Reichtum geprotzt habe und mit seinem Hummer durch die Stadt gejagt sei, «als ob er Formel 1 fahre».

Josef E. hat sich in Paraguay offenbar der Rinderzucht und dem Anbau einer Pflanze, die er in die Schweiz exportieren wollte, gewidmet. Je nach Quelle hinterlässt er drei oder sechs Kinder, die in der Schweiz leben sollen.

(fum)