Umfrage

27. Juli 2010 16:06; Akt: 27.07.2010 16:46 Print

Schweizer werden wieder konservativer

Bei Schweizer Einwohnerinnen und Einwohnern stehen konservative Werte wieder höher im Kurs.

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Grafik: Demoscope

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Nach einer Umfrage findet seit 2000 ein Wandel statt von einer offenen, nach aussen gerichteten Haltung hin zu mehr Heimatverbundenheit. Die Finanzkrise dürfte ein Grund sein.

Das Meinungsforschungsinstitut Demoscope ermittelt seit 1974 in einer Umfrage die Werthaltungen in der Schweiz. Jährlich stellt das Institut rund 2000 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz die gleichen 26 Fragen, die zeigen, wie konservativ und offen ihre Haltung ist. Daraus berechnet Demoscope das «Psychologische Klima der Schweiz».

Werte wie Verwurzelung oder Bescheidenheit haben im laufenden Jahr bei den Befragten stark an Bedeutung gewonnen, wie Demoscope am Dienstag mitteilte. Im Vergleich zum Jahr 2000 zeigen sich die Menschen heute weniger fortschrittlich und nach aussen gerichtet, dafür geben sie bewahrenden Positionen wieder verstärkt den Vorzug.

Der Trend Richtung Innenorientierung und Konservatismus begann zur Jahrtausendwende. «Nach Ereignissen wie dem Terroranschlag in New York oder dem Grounding der Swissair, beide geschahen 2001, besinnen sich die Menschen wieder auf ihre Wurzeln», sagte Studienleiterin Sandra Beffa auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Nochmals konservativer im Jahr 2010

Die Finanzkrise könnte in den letzten beiden Jahren laut Beffa den gleichen Effekt gehabt haben, so dass die Werthaltungen im Jahr 2010 nochmals deutlich konservativer wurden. Dazu passe auch, dass Bescheidenheit als viel wichtiger eingestuft worden sei.

Dennoch legen Schweizer Einwohner heute noch immer eine deutlich progressivere Haltung an den Tag als bei der ersten Umfrage im Jahr 1974. Vor der Trendwende im Jahr 2000 hatten sich die Haltungen stets Richtung Fortschritt und Aussenorientierung entwickelt.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • philipp glanzmann am 27.07.2010 21:17 Report Diesen Beitrag melden

    es wird wieder in die hände gespuckt

    so steigert man das sozialprodukt

  • Rene am 28.07.2010 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    ist ja logisch

    dass man in einer so schnelllebigen Zeit wieder etwas ruhigere, alte Werte zurückersehnt.

  • Urs Burri am 27.07.2010 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Pendel

    das Pendel schlägt halt so hin und her...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Susanne Reich am 01.08.2010 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Fortschritt?

    Es freut mich, dass man sich wieder auf die "alten", für mich echten, Werte besinnt. D.h. ja nicht, dass man Dinge, welche man als falsch erkannt hat weiterführen muss. Was gut war, soll Bestand haben. Doch manchmal habe ich das Gefühl, dass man zum Bünzli erklärt wird, nur weil man nicht mit jedem "Fortschritt" einverstanden ist. Und sozial sein, heisst immer noch: seinen Beitrag zu leisten und nicht nur zu nehmen. Dieser "Sozialterrorismus" und diese träumerische Haltung von einer "perfekten"? Gesellschaft gehen mir manchmal auf den Geist. Das Positive ob alt oder neu soll beibehalten werden

  • Rene am 28.07.2010 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    ist ja logisch

    dass man in einer so schnelllebigen Zeit wieder etwas ruhigere, alte Werte zurückersehnt.

  • Gren R. am 28.07.2010 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Konservativer

    Bald Zeit, das vermehrt auf die Zuverlässigkeit des Konservativen gesetzt wird. Linke verkaufen ihre Schnellschüsse ständig als Fortschritt. Wer ihnen nicht folgt, ist altmodisch und steht "Neuerungen im Wege". - So einfach ist die Doktrin!

    • patrik am 02.08.2010 12:57 Report Diesen Beitrag melden

      ...so einfach ist die Doktrin

      Mit dem gleichen Recht könnte ich die "Zuverlässigkeit des Konservativen" als Starrsinn oder Holzköpfigkeit bezeichnen. Die Verweigerung jeglichen (damit also auch des sinnvollen)Fortschritts ist genauso dumm wie das Hinterherhecheln hinter jedem Trend. Dies gilt für Linke wie für Rechte.

    einklappen einklappen
  • Schweizer am 28.07.2010 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    wurde auch Zeit

    schauen wir mal, ob man weniger steuern bezahlen . oder staatsverwaltungen abgebaut werden in der zukunft. schauen wir mal

  • Phippe Latscha am 28.07.2010 06:42 Report Diesen Beitrag melden

    Warum auch nicht?

    Was einem zugeflossen ist und was man sich aufgebaut hat (Bürgerdemoktatie etc.), gibt man nicht mehr gerne her. Auch nicht teilweise. Gerade in Krisenzeiten, in denen es der Schweiz vergleichsweise zu anderen Ländern prima geht.