Beatrice S.

08. Januar 2016 12:06; Akt: 08.01.2016 15:53 Print

Schweizerin zum zweiten Mal in Mali entführt

Die Schweizer Missionarin Beatrice S. ist in Timbuktu verschleppt worden – bereits zum zweiten Mal.

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In Mali ist eine Schweizerin gekidnappt worden. Bewaffnete haben Beatrice S. in der Nacht aus ihrem Haus entführt. Die Frau ist seit Jahren in Timbuktu als Missionarin tätig, teilte ein Sprecher der malischen Armee mit.

Die Frau war bereits im April 2012 ein erstes Mal von Islamisten verschleppt worden. Nach Vermittlungen durch die Regierung von Burkina Faso wurde sie freigelassen. Die Kampfgruppe Ansar Dine hatte damals gedroht, sie dürfe nie wieder nach Timbuktu zurückkehren – sonst werde sie getötet.

Beim EDA bestätigt man den Vorfall: «Das EDA hat Kenntnis von der mutmasslichen Entführung einer Schweizer Bürgerin in Mali», teilt Sprecher Georg Farago mit. Die Schweizer Vertretung vor Ort stehe in Kontakt mit den lokalen Behörden. Aus Persönlichkeits- und Datenschutzgründen mache man momentan keine weiteren Angaben.

«Sie ist fast verhungert»

Der Bündner Expeditionsleiter Andrea Vogel hat Beatrice S. in Mali kennen gelernt und oft getroffen. Zu «20 Minuten» sagt er: «Ich habe das Gefühl, dass sie es als ihre Aufgabe verstand, zurückzukehren und den Menschen zu helfen. Sie war sehr stark gläubig und sah es wohl als ihre Pflicht, trotz der Gefahr zurückzukehren.»

Beatrice S. habe dort in äusserst einfachen Verhältnissen gelebt. Andrea Vogel: «Sie hat nichts verdient, ist fast verhungert.» Er glaubt, dass die Entführung ganz klar mit ihrem Glauben und ihrer missionarischen Tätigkeit zusammenhängt. «Die wollen diesen Glauben einfach nicht in ihrem Land haben.»

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat Kenntnis von der Entführung, wie es auf Anfrage mitteilte. Die Schweizer Vertretung vor Ort stehe in Kontakt mit den lokalen Behörden. Aus Gründen des Persönlichkeits- und Datenschutzes könnten momentan keine weiteren Angaben gemacht werden, erklärte das EDA.

Zwei Ausländer seit Jahren in Gefangenschaft

Zwei im Jahr 2011 in Timbuktu von der Islamistenorganisation al-Qaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) entführte Ausländer, ein Südafrikaner und ein Schwede, sind bis heute in Gefangenschaft.

Der Norden Malis war im Frühjahr 2012 in die Hände von Jihadistengruppen gefallen. Französische Streitkräfte hatten Anfang 2013 eine Offensive gegen Islamisten und Rebellen im Norden des westafrikanischen Krisenstaats gestartet. Deren Vormarsch Richtung Süden wurde dadurch gestoppt, die Sicherheitslage blieb aber angespannt.

(woz/sda)