Österreich

28. Oktober 2018 21:15; Akt: 28.10.2018 21:33 Print

Sechs Autos von Murgängen erfasst

Heftige Unwetter toben über dem Tirol: Mehrere Murgänge haben die Autobahn sowie alle anderen Verbindungen nach Italien blockiert.

Bildstrecke im Grossformat »
Der Sturm hinterlässt Verwüstung. Eine Böe riss einen grossen Teil des Dachs einer mittelalterlichen Festung mit. Die Burg steht in der Nähe von Salzburg. Der Schaden wird auf mehrere Hundertausend Euro geschätzt. Der Burgverwalter möchte das Dach so schnell wie möglich reparieren. In den nächsten Tagen wird erneut Regen erwartet. Davide Natale (21) wurde Opfer des Sturms in Italien: In der Nähe von Neapel wurder er von einem Baum erschlagen. Er starb noch im Spital. Die Schlechtwetterfront mit Starkregen und Sturmböen lähmt seit Tagen weite Teile Italiens. Wegen der Unwetter wurden in der nordwestlichen Region Ligurien alle Häfen geschlossen. Ankommende Schiffe müssten vor der Küste auf ein Ende des Sturmes warten, teilte Regionalpräsident Giovanni Totti am Montagabend mit. In Venedig löste starker Scirocco-Wind im Zusammenspiel mit Hochwasser in der Lagune die als «Acqua Alta» bekannten Überschwemmungen aus: Ein Mann sitzt in Venedig in einem überfluteten Restaurant. (29. Oktober 2018) Der Scirocco-Wind hat im Zusammenspiel mit dem Hochwasser die Überschwemmungen in Venedig ausgelöst. Der Markusplatz stand 1,56 Meter tief unter Wasser, Restaurants und Bars wurden überflutet. In der Region Venetien wurden Überschwemmungen und Erdrutsche befürchtet. Schulen in der gesamten Region, in der auch Venedig liegt, blieben am Montag geschlossen. (29. Oktober 2018) In Venedig wurde am Nachmittag ein Hochwasser von 150 Zentimetern erwartet - so viel wie seit zehn Jahren nicht mehr. Schon am Sonntag war der Markusplatz überflutet, die Menschen bewegten sich - wie in solchen Situationen üblich - auf Holzstegen fort. Touristen haben es in Venedig zurzeit nicht leicht. In Norditalien nahe Udine kam es nach Starkregen zu Überflutungen. Auch Rom wurde vom Unwetter getroffen. Der Sturm entwurzelte zahlreiche Bäume. In Rom blieben Schulen und Kindergärten geschlossen, die Menschen sollten nach Möglichkeit zuhause bleiben. Auf der Insel Elba stürzte ein historischer Bergwerks-Steg im Meer ein. (28. Oktober) Im Südtirol ging am Sonntag eine Mure auf die Brenner-Autobahn nieder. (28. Oktober 2018) Die wichtige Verkehrsachse zwischen Österreich und Italien musste zwischen Brenner und Sterzing gesperrt werden, wie der Betreiber mitteilte. Ein Orkan hat am Sonntag im österreichischen Kärnten als Vorbote erwarteter Überflutungen Dächer abgedeckt und rund 1400 Haushalte von der Energieversorgung abgeschnitten. Heftige Unwetter haben auch weite Teile Italiens getroffen: Eine Strasse in Davagna, Genua. Mehrere Menschen kamen dabei ums Leben.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach mehreren Murgängen durch massive Regenfälle geht am Nach mehreren Murenabgängen durch massive Regenfälle geht am Brenner nichts mehr. Sämtliche Verbindungen nach Südtirol sind blockiert, Ausweichen ist nur grossräumig möglich.

Rund fünf Kilometer unterhalb der Grenze hatte eine Mure gegen 18.40 Uhr auf der Nordspur sechs Autos erfasst. Die Insassen hatten grosses Glück, eine Person erlitt leichte Verletzungen. Das berichtet die «Tiroler Tageszeitung».

Höchste Alarmstufe

Der Zivilschutz sprach von aussergewöhnlichen Wetterverhältnissen und rief auf zu maximaler Wachsamkeit. Zudem riefen die Behörden für weite Teile des Landes die höchste Alarmstufe aus. Im österreichischen Kärnten wurden Dächer abgedeckt und rund 1400 Haushalte sind ohne Strom.

Prognosen von Experten deuten auf ein 30-100-jährliches Hochwasser hin, wie wetter.at berichtet.

Mehrere Tote in Italien

Heftige Unwetter haben auch weite Teile Italiens getroffen und mehrere Menschen das Leben gekostet. Vier Männer starben in der südlichen Region Kalabrien. Sie seien in der Nähe der Stadt Crotone von einem Erdrutsch getötet worden, als sie ein durch das Unwetter zerstörtes Rohr reparieren wollten, berichtete die Polizei am Sonntag laut Nachrichtenagenturen.

Beim Hafen von Catanzaro in Kalabrien fand die Feuerwehr einen Toten, nachdem ein Segelboot von der Strömung fortgerissen worden war.

Schulen bleiben geschlossen

In der Region Venetien wurden Überschwemmungen und Erdrutsche befürchtet. Schulen in der gesamten Region, in der auch Venedig liegt, sollen am Montag geschlossen bleiben. Der berühmte Markusplatz war schon am Sonntag überschwemmt.

Auch in Rom bleiben Schulen und Kindergärten geschlossen, die Menschen sollten nach Möglichkeit zuhause bleiben. Für Küstenorte warnte der Zivilschutz vor Sturmfluten. Auch in weiten Teilen der Toskana bleiben Schulen am Montag zu. Auf der Insel Elba stürzte zudem ein historischer Bergwerks-Steg im Meer ein.

(kat/sda)