Flugsicherheit

17. Januar 2017 07:50; Akt: 11.02.2017 11:41 Print

Seit Sullys Heldentat starben 70'000 Vögel

New York liess in den letzten acht Jahren zehntausende Vögel töten. Sie gefährdeten den Flugverkehr rund um die drei grossen New Yorker Flughäfen.

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Nachdem der Airbus A320 mit kanadischen Gänsen kollidierte, musste er auf dem Hudson River notlanden. (15. Januar 2009) Rund 70'000 Gänse, Möwen, Stare und andere Vögel wurden in New York City in den acht Jahren nach dem Vorfall beseitigt. Die meisten davon wurden abgeschossen. Rund um die drei Flughäfen LaGuardia, Newark und JFK in New York City werden täglich mehr als zwanzig Vögel getötet. Der Pilot der Unglücksmaschine Chesley Sullenberg hat das Flugzeug am 15. Januar 2009 als Letzter verlassen. (Foto vom 9. Februar 2009) Nachdem die Maschine auf dem Hudson River zwischen New York und Weehawken zum Stillstand gekommen war, leitete die Kabinencrew die Evakuierung der Passagiere ein. Alle 150 Passagiere und die fünf Besatzungsmitglieder überlebten. (15. Januar 2009) Drei Minuten nach dem Start fielen beim Flug 1549 beide Triebwerke aus. Pilot Sully entschied sich auf dem Hudson River zu landen. Zurück zum Flughafen hätte er es nicht mehr geschafft. , der den Airbus A320 sanft auf dem Hudson River aufsetzte. Ein Kran hebt am 15. Januar 2009 den auf dem Hudson River notgewasserten Airbus A320 Jet der Luftfahrtgesellschaft U.S. Airways aus dem Wasser. Der Rumpf des auf dem Hudson River notgewasserten Airbus der Fluggesellschaft U.S. Airways wird am 31. Januar 2009 auf einem Schwerlastanhänger in Jersey City mit einer Polizeieskorte transportiert. Die Unglücksmaschine kommt im Juni 2011 ins Aviatik-Museum in Charlotte, North Carolina. (4. Juni 2011) Am 6. Juni 2011 begibt sich der Airbus 320 auf seine letzte Reise. (4. Juni 2011) Die Reise führt dann von Harrison in New Jersey nach Charlotte in North Carolina. (4. Juni 2011) Diesmal jedoch nicht durch die Lüfte, sondern auf einem Sattelschlepper – ohne Flügel und Leitwerk. (4. Juni 2011) Eskortiert wird der Schwertransport von der New Jersey Polizei und rund 40 Fahrzeugen. (4. Juni 2011) Es geht nur im Schneckentempo voran. (4. Juni 2011) Rund 10 Tage dauerte die letzte Reise des Airbus ins Aviatik-Museum in Charlotte, North Carolina. (4. Juni 2011)

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Rund 70'000 Gänse, Möwen, Stare und andere Vögel wurden in New York City seit 2009 beseitigt. Die meisten davon abgeschossen. Der Grund dafür ist die Notlandung von Pilot Chesley «Sully» Sullenberger auf dem Hudson River am 15. Januar 2009, nachdem Gänse in die Turbinen der Maschine geraten waren.

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Ob das Schlachten der Vögel die Sicherheit der Flugzeuge erhöht, sei nicht klar, schreibt der «Guardian». Trotzdem werden allein bei den drei Flughäfen in New York City – LaGuardia, Newark und JFK – täglich mehr als zwanzig Vögel getötet.

Tierschützer fordern Alternativen

Kleinere Vögel geraten fast täglich in die Turbinen, fügen dem Flugzeug in der Regel aber keinen Schaden zu. Trotzdem wurden gemäss Daten der Flughäfen 35'000 europäische Stare getötet. In derselben Zeit gab es nur eine einzige Schadensmeldung eines Flugzeugs durch diese Vogelart.

Tierschützer finden deshalb, dass die Behörden einen besseren Weg finden müssen, die Vögel von den Start- und Landebahnen der Flughäfen fernzuhalten, wie «Daily News» schreibt.

Lebensraum muss verändert werden

«Es muss eine langfristige Lösung geben, die das Töten stoppt und den Luftraum sicher macht», so Jeffrey Kramer von der Tierschutzorganisation GooseWatch NYC.

So wären beispielsweise bessere Radarsysteme eine tierfreundliche Lösung. Weiter wird aber auch versucht, die Vögel umzusiedeln. Zudem wird der Lebensraum rund um die Flughäfen so verändert, dass sie für Vögel weniger attraktiv sind. Die New Yorker Flughafenbehörde unterzeichnete letztes Jahr einen Fünfjahresvertrag mit dem US-Landwirtschaftsministerium, um diese Alternativen zu erforschen. Dafür wurden umgerechnet 9,2 Millionen Franken bereitgestellt.

Vor acht Jahren wurde Pilot Sully zum Helden

Als der US Airways Flug 1549 am 15. Januar 2009 vom LaGuardia-Flughafen in Richtung Seattle losflog, kollidierte er drei Minuten nach dem Abheben mit einem Schwarm grosser kanadischer Gänse. Beide Triebwerke fielen aus, der Airbus A320 flog im Gleitflug weiter. Dem Piloten Sully gelang weitere drei Minuten später eine Notwasserung auf dem Hudson River zwischen New York und Weehawken.

Nachdem die Maschine zum Stillstand gekommen war, leitete die Kabinencrew die Evakuierung der Passagiere ein. Alle 150 Passagiere und die fünf Besatzungsmitglieder überlebten. Sully wurde zum Nationalhelden – die Vögel zum Staatsfeind.

2016 wurde Sullys Geschichte von Regisseur Clint Eastwood verfilmt.

Video: Warner Bros. GmbH

Flughafen Zürich kennt das Problem auch

Vogelschlag gehört auch am Klotener Flughafen fast zur Tagesordnung – rund 100 Meldungen pro Jahr verzeichnet Zürich. Um die Zahl der Kollisionen mit den Tieren so gering wie möglich zu halten, wird ein Vogelschlag-Beauftragter eingesetzt, der die Tiere vergrämt, vor allem mittels Petarden. Allerdings darf er diese Massnahme nicht zu oft anwenden, da sich die Tiere sonst daran gewöhnen.

Ein weiteres Rezept ist die Landschaftsgestaltung: Das Gras wird bewusst nicht gestutzt, damit Greifvögel ihre Beute nicht so leicht finden wie auf kurzgeschorenem Rasen. Beute, in diesem Fall kleines Getier wie Mäuse, wird mit Zäunen und Fallen vom Gelände abgehalten.

Dennoch bereiten die grösseren Greifvögel dem Flughafen Zürich immer wieder Sorgen. Nimmt der Vogelschlag markant zu, dann erteilt die kantonale Fischerei- und Jagdverwaltung meistens eine Abschussbewilligung.

Sully: Miracle on the Hudson' Screening

Video: AFP

(vbi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rönu am 17.01.2017 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh ja

    Rottet dieses Federzeug doch gerade aus.Wir haben den letzten funken Respekt gegenüber der Natur sowiso schon verloren.

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  • Mrlee am 17.01.2017 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Töten ist Okey, sind ja keine Menschen

    Den anderen den Lebensraum wegnehmen nur um die eigenen Bedüfnisse zu decken... Aber es ja völlig okey, sind ja nur Tiere...

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  • Animal am 17.01.2017 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ware Tier

    ...so lösst man Probleme mit Tieren. Wen wunderts noch? ....wird ein Tier hinter einem Auto hergeschleppt, ist der Bericht wie jemand Büchsen hinter sich herziehen würde. Bricht ein Fuchs in einem gefrorenen Gewässer ein, wird berichtet als ob jemand einen Schneeball ins Wasser geworfen hätte. Einfach kühl und nüchtern. Jeder ist sich selbst am nächsten. DIES IST ZUKUNFT!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Besorgter am 17.01.2017 17:54 Report Diesen Beitrag melden

    Massaker an den Vögeln

    Jeder, der in ein Flugzeug steigt, ist mitverantwortlich für dieses Massaker. Man darf davon ausgehen, dass jedes Jahr Millionen von kleinen Vögeln in die Triebwerke von Flugzeugen gesogen werden. Unsere heutige Art des Fliegens ist absolut rücksichtslos und reinster Massenmord an den Vögeln!

  • Yuma83 am 17.01.2017 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbst-bewusst-sein

    Der Mensch pfuscht in allen Bereichen in die Natur rein... Wenn es dem BIP zu gute kommt macht der Mensch alles... Verblendet durch die eigene Betrachtung der Dinge... Wenn Materie entsteht, kann man davon ausgehen dass das Entstandende durch seine Umgebung bedingt ist...Machen wir die Bedingung kaputt die uns die Existenz ermöglicht... dann machen wir uns kaputt... Der Mensch ist mit weniger Bewusstseins erfüllt als er sich Selbst zuschreibt...

  • Donna M. am 17.01.2017 16:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Wenn ich sowas lese, kriege ich die Krise. Dieses Egoistische denken bring echt nur der Zweibeiner hin. Der Mensch will die Krönung der Schöpfung sein, findet aber immer perfidere Gründe um Tiere zu töten. Weil es wie immer nur ums Geld, Geld und nochmal Geld.

  • Sioux am 17.01.2017 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Nur wir, wir, wir....

    Der Mensch rottet sich zum Glück gleich selber aus. Aber irgendwie dauert das alles zu lange!

    • Renato Wyss am 17.01.2017 16:45 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht allzu rosige Zukunft

      Da haben sie Recht, bei 10 - 12 Mrd Menschen wird es eng, zu eng für diesen Planet!

    • Donna M. am 17.01.2017 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sioux

      Traurig aber wahr.

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  • Ricotrico am 17.01.2017 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Probemlösung ala Mensch

    Darunter waren bestimmt auch einige vom Aussterben bedrohte Arten... der Mensch ist das nicht.