Chile

26. April 2013 14:52; Akt: 26.04.2013 14:52 Print

Sektenmitglieder verbrannten Baby lebendig

Die chilenische Polizei hat vier Mitglieder einer Sekte festgenommen. Sie sollen während eines Opferrituals ein Baby bei lebendigem Leib verbrannt haben.

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Die Polizei der Stadt Quilpe, etwa 110 Kilometer westlich der chilenischen Hauptstadt Santiago, hat die Mitglieder einer obskuren Sekte - drei Frauen und einen Mann - festgenommen. Die Verhafteten werden verdächtigt, während eines Rituals am 23. November ein zwei Tage altes Baby bei lebendigem Leib verbrannt zu haben. Eine der festgenommenen Frauen ist die Mutter des Kindes.

Die Ermittler waren seit vier Monaten hinter den Sektenmitgliedern her. Wie Ermittler Miguel Ampuero gegenüber «Univision Noticias» erklärte, war den Behörden aufgefallen, dass das Kind, das am 21. November in einer Klinik in Viña del Mar zur Welt kam, nie amtlich registriert wurde. Erst nach der Hausdurchsuchung hätten sie jedoch die nötigen Beweise gehabt, um die Täter zu überführen: Auf einem Scheiterhaufen hatten sie Knochen gefunden, die nach ersten Angaben der Forensiker «einem Kind zwischen 0 und 6 Monaten gehören».

Das Kind sollte «die Welt retten»

Nach der Festnahme gestand die 25-jährige Mutter den Mord an ihrem Kind. Die rund zehnköpfige Sekte sei von einem 36 Jahre alten Mann geführt worden, der sich «Antares de la luz» genannt habe, erzählte sie. Der Sektenchef - mit wirklichem Namen Gustavo Castillo Gaete – ist der Vater des ermordeten Babys. Seit Februar ist Castillo auf der Flucht. Die Polizei glaubt, dass er über die Grenze nach Peru geflohen ist.

Die anderen vier Frauen der Sekte gaben an, ebenfalls sexuellen Kontakt mit ihrem Leader gehabt zu haben. Als die Mutter des Säuglings schwanger wurde, habe Castillo sie in ein Zimmer gesperrt. Dort sei sie bis zur Geburt gefangen gehalten worden. Castillo habe ihr mehrmals erklärt, dass sie ihr Kind opfern müsse, «um die Welt zu retten». «Antares de la luz» glaubte fest, dass der Weltuntergang nach dem Maya-Kalender am 21. Dezember kommen würde.

Die Sektenrituale wurden oft unter Einfluss von «ayahuasca» durchgeführt, einem amazonischen Pflanzengetränk, das psychedelisch wirkt und Halluzinationen hervorruft.

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.SCH - FR am 26.04.2013 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Bildung

    Eigentlich ist jeder Kommentar überflüssig. Trotzdem versuch ich's. Einmal mehr zeigt sich, was Religion und Aberglaube an Unheil auf dieser Welt schaffen kann. Das einzige Mittel gegen solchen Unsinn ist: Aufklärung und Wssensvermittlung = Bildung. Sonst hört dieser Glaubensterror nie auf.

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  • Ich am 27.04.2013 04:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig aber wahr

    An alle die dauern Gott anprangern, so bald so etwas schlimmes passiert. Gott hat uns den freien Willen gegeben wir töten und richten dies Chaos an. Niemand erwähnt etwas wenn er Glück hat und es ihm gut geht, das war dann euer eigener Verdienst? Der Mensch zerstört sich selbst. Macht alles schöne kaputt, wo er hin kommt.

  • Mike am 26.04.2013 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Satanismus

    Satanismus ist auch in der Schweiz sehr präsent. Jeden Tag verschwinden enorm viele Kinder weltweit die nie mehr gefunden werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ich am 27.04.2013 04:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig aber wahr

    An alle die dauern Gott anprangern, so bald so etwas schlimmes passiert. Gott hat uns den freien Willen gegeben wir töten und richten dies Chaos an. Niemand erwähnt etwas wenn er Glück hat und es ihm gut geht, das war dann euer eigener Verdienst? Der Mensch zerstört sich selbst. Macht alles schöne kaputt, wo er hin kommt.

  • Mich ael am 26.04.2013 23:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wo stand den was von Christen?

    Schon komisch wie Leute, sobald sie etwas von rituellem Mord oder Drogensekten lesen, gleich damit beginnen das Christentum zu kritisieren. Ich weis dass viele von euch Kritikern dem Religionsunterricht ferngeblieben sind, weil sich eure Eltern gesagt haben: ,,Nein, das Kind soll selber entscheiden!" - zwischen etwas das es sich gewohnt ist und etwas das es nicht kennt. Ihr dürft mir ruhig glauben, den ich war dabei, im Christentum ist es einfach nicht erlaubt jemanden zu töten! Wenn man das tut, dann setzt man sich über die Regeln hinweg. Und Regeln gelten auch für die, die sie brechen.

  • Anouk Fiala Beutler am 26.04.2013 21:11 Report Diesen Beitrag melden

    Chile, Temuco

    Ich lebe in Chile und was man bis jetzt herausgefunden hat ist, das der typ seinen eigenen Sohn fuer den Antichristen gehalten oder das er keine Verantwortung ubernehmen wollte... einfach grausam...

  • Röm. Kath. am 26.04.2013 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ....

    Schrecklich.... Einfach nur schlimm was menschen machen, das eigene kind verbrennen, eine strafe für sowas gibt es nicht hier, aber wenn sie zu ihrem satan kommt dann bekommt sie schon ihre strafe... Traurig auch, sobald etwas schlimmes passiert, heisst es: wo ist gott, warum hat er das zugelassen, aber wenn etwas gutes passiert wieviele sagen dann danke gott??

    • Fabian Kuster am 26.04.2013 22:48 Report Diesen Beitrag melden

      Gottlos

      Ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt, noch ein Leben nach dem Tod. Hoffe doch sehr, dass die Leute noch in diesem Leben bestraft werden....

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  • Max Müller am 26.04.2013 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    ..Kopf, Arme und Beine = Gleich wie wir

    mein "Gott" oder doch lieber Buddha, schlussendlich ziehen eh alle am gleichen Strang. Schade um das Kind Schande den Eltern.. usw... Chile ist Tausende KM's von der Schweiz entfernt, wir kennen weder die Umstände, noch die vorangegangenen Anzeichen noch können wir uns in das Leben dieser Menschen hinein versetzen. Sie haben wie wir einen Kopf, Arme und Beine, die Software tickt aber etwas anders... vielleicht ist das dort an der Tagesordnung?

    • Chilenin am 26.04.2013 22:29 Report Diesen Beitrag melden

      Nein

      Nein, ist es nicht. Auch tausende von Kilometern von Ihnen entfernt leben Menschen mit ethischen und moralischen Prinzipen und Gefühlen. Sie wären erstaunt, wie ähnlich die hier "Software tickt". Vielleicht informieren Sie sich einfach mal ein bisschen über Chile, bevor Sie solche Behauptungen in den Raum stellen?

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