21. April 2005 11:08; Akt: 21.04.2005 11:10 Print

Selbst auflösende Plastiktüte

Franzosen haben eine Plastiktüte «mit begrenzter Lebensdauer» erfunden, die sich nach Gebrauch völlig umweltfreundlich selbst auflösen soll.

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Wie die Erfinder um Jacques Lemaire vom Forschungszentrum CNEP im zentralfranzösischen Clermont-Ferrand am Donnerstag mitteilte, versahen sie dazu den Kunststoff Polyethylen (PE) mit einem Zusatzstoff, der unter Einfluss von Licht eine Umwandlung des Materials in vollständig abbaubare Stoffe ermöglicht.

Der «Néosac» getaufte Beutel soll die Umweltprobleme lösen, die durch den Grosseinsatz von Plastiktüten in Supermarkt-Ketten entstehen.

Nach Angaben von Lemaire löst sich «Néosac» durch einen photochemischen Prozess innerhalb von drei Monaten auf, wenn er etwa versehentlich ins Freie geworfen wird. Dazu tragen «Licht, Sauerstoff und Wärme» bei.

Wird die Tüte von natürlichem Licht fern gehalten, braucht sie demnach ein bis drei Jahre, um sich selbst aufzulösen und schliesslich unsichtbar zu werden.

«Der Zersetzungsprozess erzeugt nur Wasser, Konlendioxid und Biomasse, also keinerlei schädliche Subsatz für die Zusammensetzung der Böden, das Pflanzenwachstum und das Tierleben.» Die Herstellungskosten sollen etwa 25 bis 30 Prozent über denen einer klassischen Einkaufstüte liegen.

An der Entwicklung von Néosac hatten das CNEP und mehrere Firmen in Sainte-Sigolène im Verwaltungsbezirk Haute-Loire etwa anderthalb Jahre lang gerabeitet. Das Programm war zur Hälfte mit staatlichen Mitteln gefördert worden. In einem ersten Schritt werden nun etwa 1,3 Mio. Exemplare in den Supermärkten im Süden des Départements Aveyron unter das Volk gebracht.

(sda)