Ashley Madison

24. August 2015 18:43; Akt: 25.08.2015 09:15 Print

Selbstmord nach dem Seitensprung-Hack

Ein Polizeichef in Texas brachte sich um, nachdem er als Nutzer der Seitensprung-Website Ashley Madison geoutet wurde. Jetzt kommen die Klagen.

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Major Michael Gorhum (links) beging Selbstmord, nachdem seine E-Mail-Adresse auf der gehackten Liste von Nutzern der Seitensprung-Website Ashley Madison gefunden worden war. (im Bild mit einem Kollegen von der Polizei in San Antonio, Texas) (Bild: Facebook)

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Der Hackerangriff auf die Website Ashley Madison verwandelt sich von einer Lachnummer zu einer ernsten Angelegenheit. Vergangene Woche nahm sich Polizeimajor Michael Gorhum aus San Antonio, Texas, das Leben – bloss Tage nachdem seine E-Mail-Adresse auf der von Hackern erbeuteten Liste von Ashley Madison zu lesen war.

Vorderhand ist nicht bestätigt, dass Gorhums Suizid mit der Blossstellung durch die Hacker zusammenhängt. Sollte sich diese Vermutung aber erhärten, wäre Gorhum das erste Opfer des Computerangriffs auf die Website, die sexuelle Abenteuer für Seitensprung-willige Kunden vermittelt.

Schon zwei Selbstmorde?

Kollegen von Major Gorhum drückten ihre Trauer auf Facebook aus. «Ruhe in Frieden», schrieb einer. «Du bist wahrhaft einer der Kerle, denen ich in meinem Dienst als Gesetzeshüter am meisten Respekt zolle.» Für Gorhum sei «keine Aufgabe zu gross, kein Job zu schwer» gewesen. Sein Name war laut «Daily Mail» einer unter drei Beamten in San Antonio.

Laut der Zeitung «Toronto Star» bringt die kanadische Polizei bereits zwei Selbstmorde mit dem Hackerangriff in Zusammenhang. Daneben sind mehrere Versuche bekannt geworden, Leute auf der Nutzerliste zusätzlich zu erpressen.

Erpresser machten Drohung wahr

Avid Life Media, die kanadische Betreiberfirma von Ashley Madison wurde im Juli in einer Mitteilung aufgefordert, das Seitensprungportal zu schliessen. Andernfalls würden gehackte Personendaten veröffentlicht, schrieb eine Gruppe, die sich Impact Team nannte. Doch Avid Media weigerte sich, auf die Erpressung einzutreten. Vergangene Woche publizierten die Hacker 39 Millionen persönliche E-Mail-Adressen von Nutzern, teils mit GPS-Ortsdaten und Kreditkartennummern. Betroffen sind 56'000 .ch-Adressen, darunter 18 Bundesangestellte und etliche kantonale Beamte.

Die Firma hat nun eine Belohnung von 500'000 kanadischen Dollar für die Identifizierung der Hacker ausgesetzt. Laut dem Polizeisprecher Bryce Evans hat Avid Life Media nichts verbrochen und arbeitet mit den Ermittlungsbehörden zusammen. An einer Pressekonferenz warnte Bryce davor, auf Leute hereinzufallen, die eine Löschung der gehackten Daten anböten. «Niemand kann diese Information ausradieren.»

Sammelklage aller geouteten Kanadier

Die Betreiberfirma von Ashley Madison sieht sich jetzt massiven Entschädigungsklagen ausgesetzt. In Kanada ist eine Sammelklage gegen Avid Life Media eingereicht worden. Darin wird behauptet, die Firma habe die persönlichen Daten von Millionen von Benutzern gefährdet, indem sie sie zu schlecht gesichert habe.

Die Klage verlangt von Avid Life Media 578 Millionen Dollar im Namen aller geouteten Kanadier. Angeführt wird sie vom kanadischen Witwer Eliot Shore, der die Website nach dem Krebstod seiner Frau zu nutzen begann. Shore fordert eine Kompensation von 7,4 Millionen Dollar.

(sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ashleys Mann am 24.08.2015 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quit pro Quo

    Das ist der Super GAU für dieses Angebot. Es wirbt mit Verschwiegenheit für unmoralisches Verhalten und wird selbst von unmoralischem Verhalten durch Cyberpiraten ihrer Verschwiegenheit beraubt. Ein Meisterstück!

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  • Michael Notter am 24.08.2015 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu einfache Erklärung

    Die E-Mail-Adresse auf einer nicht bestätigten Liste scheint mir für einen Suizid etwas eine gar simple Erklärung zu sein.

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  • andiL am 25.08.2015 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwachen

    Tja, damit wäre bewiesen, dass Daten im Netz NIE sicher sind. Egal welche, es können immer Daten gehackt werden. Warte drauf bis die ersten Daten von Steuerabteilungen im öffentlich im Netz landen. Aber selbst dann werden wir nicht aufwachen....leider.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 25.08.2015 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufpassen was man Schreibt

    Hier sind viele die leider verstanden nicht um was es geht. Es geht eigentlich um Adressen, die geknackt wurden. Grundsätzlich um das geht es hier. Es sind nicht nur Seitensprüngler, sondern auch, wie geschrieben wurde, Witwer oder Witwerinnen die jetzt schädigt worden. Muss man schon abgrenzen können.

  • andiL am 25.08.2015 08:34 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwachen

    Tja, damit wäre bewiesen, dass Daten im Netz NIE sicher sind. Egal welche, es können immer Daten gehackt werden. Warte drauf bis die ersten Daten von Steuerabteilungen im öffentlich im Netz landen. Aber selbst dann werden wir nicht aufwachen....leider.

  • Ich am 25.08.2015 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ist es

    Mitleid habe ich höchstens mit der verar....Ehefrau.Wer sich dazu entschliesst den Partner zu betrügen muss mit den Konsequenzen leben.Oder eben auch nicht!

  • luca am 25.08.2015 08:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mehr frauen

    nur mal so nebenbei bemerkt, es sind ca. 20% mehr frauen als männer bei dieser seite registriert. die ansprüche und kaltblütigkeit der frauen dort ist brutal. ja ich war auch angemeldet. aber war nie verheiratet und während der beziehung, abonnierte ich diese seite nicht. und meine partnerin weiss davon. wir haben uns dort kennengelernt. sind seit 1.5 jahren ein paar.

  • Mr. Major am 25.08.2015 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ehe = Job?

    'Keine Aufgabe zu schwer, kein Job zu gross...' Anscheinend war demnach seine Ehe für ihn eine zu grosse Herausforderung gewesen? Und wer Bitteschön gibt bei solchen Portalen eine nachvollziehbare/konkrete email-Adresse an.