22. April 2005 08:04; Akt: 22.04.2005 08:11 Print

Sexuelle Übergriffe im Krankenwagen

Das Zürcher Obergericht hat einen heute 32-jährigen Krankenpfleger wegen mehrfacher Schändung zu sechs Monaten Gefängnis bedingt verurteilt.

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Das Gericht hob einen von der Vorinstanz ausgesprochenen Freispruch auf. Laut Anklage missbrauchte der Krankenpfleger aus dem Zürcher Oberland zwei Frauen während Rettungseinsätzen im Krankenwagen sexuell. Das Bezirksgericht Hinwil hatten den Mann wegen widersprüchlichen Aussagen der Geschädigten im vergangenen Sommer noch freisgesprochen.

Das Zürcher Obergericht kam am Donnerstag in seinem Urteil jedoch zu einem Schuldspruch wegen mehrfacher Schändung. Es stufte die Darstellungen der beiden Geschädigten als «durchaus glaubhaft» ein. Die Frauen hätten die Ereignisse logisch und nachvollziehbar geschildert.

Kein Zufall

Als «keinen Zufall» bezeichnete das Gericht auch die Tatsache, dass zwei - sich notabene nicht bekannte - Frauen unabhängig voneinander den Angeklagten mit sehr ähnlichen Schilderungen belasteten. Neben der Gefängnisstrafe wurde der Verurteilte verpflichtet, den Geschädigten Schmerzensgelder in der Höhe von 1500 sowie 2500 Franken zu bezahlen.

Die Zwischenfälle ereigneten sich im März und Mai 2003. Beide Male betreute der Angeklagte als Rettungssanitäter Frauen, die unter Medikamenten- beziehungsweise Alkoholeinfluss standen und ins Spital gebracht werden mussten. Laut Anklage nutzte er die Situation aus und berührte während der Fahrt die Frauen an Brüsten und im Genitalbereich.

Wie bereits vor dem Bezirksgericht in Hinwil beteuerte der Mann am Obergericht seine Unschuld. Er habe niemals eine Patientin an den Brüsten berührt, gab der Angeklagte zu Protokoll.

(sda)