Falsche Tatsachen

05. August 2010 14:42; Akt: 05.08.2010 15:00 Print

Simbabwe täuscht Boeing-Absturz vor

Makabres Spiel der simbabwischen Behörden: Im Rahmen einer Notfallübung liessen die Medien glauben, eine britische Boeing 767 sei abgestürzt.

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Mit einer riesigen Rauchsäule wurden die Journalisten in Harare getäuscht. (Bild: Keystone)

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«Wir wollten sehen, wie die Medien reagieren», sagte der Leiter der Luftaufsichtsbehörde des südafrikanischen Landes, David Chawota, am Donnerstag. Alles habe gut funktioniert, die Übung sei ein Erfolg, erklärte Chawota. «All unsere Systeme haben perfekt gearbeitet.» Bei dem Einsatz riegelten Polizei und paramilitärische Einheiten die Zufahrten zum Flughafen von Harare
ab. Militärhubschrauber kreisten über dem Gelände. Rauch stieg von einer Startbahn auf - eine aus London kommende Boeing 767 sei in einen Unfall verwickelt, lautete die offizielle Mitteilung. Reporter wurden nicht nahe genug an die angebliche Unglückstelle herangelassen, um sich selbst ein Bild zu machen.

Bisher hatten in Afrika die kenianischen Behörden die Medien auf ähnliche Weise in Übungen für einen Rettungseinsatz nach einem Flugzeugunglück einbezogen. 2006 wurde offiziell mitgeteilt, eine Passagiermaschine mit 80 Menschen an Bord sei nahe des Flughafens abgestürzt. Als die Journalisten dort eintrafen, fanden sie nur die Übung eines Rettungseinsatzes vor. 2002 hatte es das in Nairobi schon einmal in ähnlicher Form gegeben.

(ap)