Nach Rückkehr

16. November 2010 17:49; Akt: 16.11.2010 18:46 Print

Singapur-Sprayer in Zürich verhaftet

In Singapur erhielt er eine Prügelstrafe, nun sitzt er in der Schweiz in Haft. Die Polizei hat den Sprayer Oliver F. bei seiner Ankunft am Flughafen Zürich verhaftet.

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Vom Regen in die Traufe: Der Sprayer Oliver F., der am Dienstag nach mehrmonatiger Haft aus Singapur in die Schweiz zurückkehrte, ist bei seiner Ankunft am Flughafen Zürich festgenommen worden. Er soll hierzulande für Schäden von rund 200 000 Franken verantwortlich sein. 20 Minuten Online berichtete bereits im Juni, dass Oliver F. mit Szenenamen «McKoy» in der Schweiz Dutzende von SBB-Waggons versprüht hatte.

Der 33-jährige Schweizer wird verdächtigt, seit 2002 in verschiedenen Kantonen Zugwaggons besprüht zu haben, wie ein Sprecher der Zuger Polizei sagte. Die meisten dieser Delikte hat er auf Zuger Kantonsgebiet verübt, wie die Zuger Strafverfolgungsbehörden in einem Communiqué mitteilten. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug hat eine Untersuchung eröffnet und den Antrag auf Untersuchungshaft gestellt. Die anderen Delikte hat der Mann laut Polizeisprecher in den Kantonen Zürich, Aargau, St. Gallen und Schwyz verübt.

Monatelange Haft und drei Stockhiebe

Erst am Montag war der Sprayer aus dem Changi-Gefängnis in Singapur aus der Haft entlassen worden, wie die dortige Schweizer Botschaft mitteilte. Darauf bestieg er umgehend ein Flugzeug in Richtung Schweiz. Hinter ihm lagen einige Monate Haft. Zudem war er zu drei Stockschlägen verurteilt worden.

Der Schweizer, der als IT-Berater in Singapur arbeitete, war am 16. Mai zusammen mit einem Briten in ein U-Bahn-Depot eingedrungen und hatte dort einen Wagen mit Graffiti besprüht. In erster Instanz wurde Oliver F. wegen Einbruchs zu zwei Monaten und wegen Vandalismus zu drei Monaten Haft sowie zu drei Stockschlägen verurteilt. Dagegen legte er Berufung ein. In zweiter Instanz wurde der Schweizer jedoch noch härter bestraft: Der Berufungsrichter verdoppelte die Strafe wegen Einbruchs. Insgesamt erhielt Oliver F. sieben Monate Haft aufgebrummt. An den drei Stockschläge die zweite Instanz fest. Der Komplize des Schweizers war vor der Festnahme aus Singapur abgereist.

Mit dem Urteil blieb das Gericht deutlich unter der möglichen Höchststrafe. Für Vandalismus sieht die Rechtsprechung in Singapur bis zu drei Jahre Haft vor. Zudem sind bis zu acht Stockschläge vorgesehen - eine Strafe, die noch aus Zeiten britischer Kolonialherrschaft stammt. Für das unerlaubte Betreten geschützter Bereiche hätten bis zu zwei Jahre Haft hinzukommen können.


Dieses Graffiti sprayte der Schweizer auf den Singapurer Vorortszug:

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kari am 19.11.2010 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    sich zuerst informieren, dann schreiben

    es geht hier nur um die u-haft: offenbar wurde die als unverhältnismässig taxiert. das hat nichts damit zu tun, ob er bestraft wird.

  • toine am 17.11.2010 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld

    andere Länder andere Sitten!

  • Rob Case am 17.11.2010 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    Musterbuerger

    Ja ein Musterbuerger ist er, dem Steuerzahler mit seinem kindischen Verhalten auf der Tasche liegen. Nur einsperren solche Querrolanten

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter Hubertus am 28.11.2010 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Und wenn er es nicht war?

    Ich bin ja mal gespannt, ob man auch was davon hört, wenn Oliver F. die ihm in der Schweiz unterstellten Taten nicht begangen hat. Haut ihn und schlagt ihn lässt sich immer leichter rufen, wie Entschuldigung zu sagen!

  • dr. kunterbunt am 25.11.2010 20:13 Report Diesen Beitrag melden

    ihr habt sorgen..

    ..dem typen wird vorgeworfen, züge zu bemalen. wär wohl besser wenn er eure autos anmalen würde.. dumpfbacken

  • Walter Hubertus am 22.11.2010 06:31 Report Diesen Beitrag melden

    Kuscheljustiz oder Vorverurteilungen?

    Ja, was lese ich denn hier ständig! Was wollt ihr denn hier in der Schweiz einführen? Für alle, die es noch nicht gemerkt haben. 1. Überall im Internet kann man den vollen Namen lesen! Also neben anderen Strafen gibt es bereits den Pranger wieder. 2. Gegen Herrn F. besteht nur ein Verdacht! Aber zur gleichen Zeit als er in Singapur festsaß sind sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland Züge mit McKoy verunziert worden. 3. Stellen sich mir sämtliche Nackenhaare was hier immer gefordert wird. Das könnt ihr doch nicht wirklich meinen? Bitte mal überlegen wo Vorverurteilungen hin führen!

  • Zuger am 20.11.2010 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder hat die Kuscheljustitz..

    zugeschlagen. Wann hört das endlich auf? So ein Schmierfink gehört doch ins Gefängnis. Dann soll er seine Schmierereien abwaschen und den entstandenen Schaden bezahlen. Ausserdem gehört sein kompletter Name veröffentlicht, damit ein potenzieler Arbeit- oder Logisgeber sofort weiss, mit wem er es zu tun hat. Solche Verbrecher gehören richtig bestraft, so wie in Singapur, diese machen uns das sehr gut vor.

    • Peschä am 21.11.2010 22:17 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      dann hat er keinen Job mehr und lebt von unser aller Steuergeldern... Besser er geht arbeiten und muss den Schaden sowie eine Strafe zahlen.

    • Walter Hubertus am 22.11.2010 06:39 Report Diesen Beitrag melden

      Singapur

      Lieber Zuger! Bevor Sie für die Schweiz solche Bestrafungen wie in Singapur fordern, informieren Sie sich bitte vorher, was Sie da fordern und für wen. Wie ich in einem anderen Kommentar festgestellt habe, ist gegen Oliver F. nur ein Verdacht, keine nachweisliche Tat vorhanden. Sind sie versichert, dass sowohl die Staatsanwältin als auch die Richter in Zug nach Bestem Wissen und Gewissen rechtsstaatlich gehandelt haben. Und ich denke das ist auch gut so! Oder wollen Sie in der Schweiz die Diktatur ausrufen? Offenbar laufen viele McKoy's in der Welt umher. Kann man alles auch im Internet lesen!

    einklappen einklappen
  • Lux am 20.11.2010 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Sprayer-Vergnügen

    Ich schlage vor, das Bundeshaus zum Sprayen frei zu geben, dann haben alle Schweizer ihren Spass daran. Und die Vielfalt der Farben fördert die Arbeitswut unserer Parlamentarier.