27. April 2005 13:28; Akt: 27.04.2005 13:29 Print

Sklavenhalter-Bande zerschlagen

Die portugiesische Polizei hat eine Bande zerschlagen, die zahllose Menschen als «Sklaven» gehalten und in Agrarbetrieben im benachbarten Spanien eingesetzt haben soll.

Fehler gesehen?

Sie nahm 23 Verdächtige in mehreren Orten Nordportugals fest.

Mehrere Waffen wurden sichergestellt. Den 15 Männern und 8 Frauen werden nach Presseberichten vom Mittwoch Förderung von Sklaverei, Geldwäscherei, Freiheitsberaubung und Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Last gelegt.

Sie sollen seit vier Jahren in abgelegenen Dörfern Arbeitslose und geistig Behinderte mit Lohnversprechen von 500 Euro (rund 770 Franken) pro Monat angelockt und nach Spanien in die Weinbauregion La Rioja verfrachtet haben. Dort hätten die Opfer bei der Weinlese arbeiten müssen, aber kein Geld erhalten.

Sie seien mit Eisenstangen geschlagen und nach der Arbeit eingeschlossen worden, hiess es. Die Zahl der Opfer ist unbekannt.

In Portugal wird Sklavenhaltung von der Schwere des Verbrechens her fast mit Totschlag gleichgesetzt und mit 5 bis 15 Jahren Haft bestraft. Bisher wurde niemand wegen Sklavenhaltung verurteilt.

(sda)