Simplontunnel

13. Juni 2011 15:27; Akt: 13.06.2011 17:51 Print

So kämpfte die Feuerwehr gegen das Inferno

Vier Tage nach dem Brand im Simplon rollt der Güterverkehr wieder einigermassen rund. Bilder aus dem Tunnelinnern zeigen die grosse Zerstörung, welche der Brand angerichtet hat.

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Die Unfallstelle im Simplontunnel gleicht auch vier Tage nach dem Brand einem Trümmerhaufen: Die Wände sind schwarz vor Russ, Schienen von der Hitze verbogen, alle technischen Installationen wurden durch die 800 Grad heissen Temperaturen vollständig zerstört. Dies zeigen die Bilder der Löscharbeiten, welche die SBB veröffentlicht hat (siehe Diashow). Die Feuerwehrleute konnten inzwischen die letzten Brandnester löschen. Bis auf weiteres wird die Brandstelle mit Wärmebildkameras überwacht.

Güterverkehr hat Priorität

Der Zugsverkehr normalisiert sich aber langsam wieder: Laut SBB-Sprecher Christian Ginsig wird im Laufe des Pfingstmontags ein Teil der beschädigten Tunnelröhre wieder geöffnet. Durch den Spurwechsel im innern des Tunnels steige die Kapazität von fünf auf sieben Züge pro Stunde an. «Priorität hat ganz klar der Güterverkehr», so Ginsig. Rund dreissig Züge stünden noch in einer Warteschlaufe. Zugspassagiere Richtung Italien müssten weiterhin in Brig und Domodossola umsteigen.

Reparatur dauert Monate

Bis die Züge wieder normal durch den Simplontunnel fahren können, wird es Monate dauern. Die SBB setzt eine Taskforce ein, die die Reperaturarbeiten koordiniert. Vorab müssen die Wagen des Unglückszuges mit Schneidbrennern für den Abtransport nach Brig zerlegt werden.

SBB-Chef Andreas Meyer dankte am Montag den Rettungskräften für ihren Einsatz: «Ich bin stolz, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die alle am gleichen Strick ziehen, wenns draufankommt. »

Die Kosten des Brandes und die Frage, wer diese zu tragen hat, ist noch nicht klar. So lange die Ursache nicht bekannt sei, sei es schwierig abzuschätzen, wer was bezahlen müsse, sagte Meyer.

Blache im Fokus der Brandermittler

Gemäss einer Vermutung der italienischen Brandermittler soll eine schlecht fixierte Wagenblache Schuld am Feuer sein. Diese soll mit der Fahrleitung in Kontakt gekommen sein. Bei der Kontrollstation im italienischen Brelia wurden bei der Zugsdurchfahrt jedenfalls mehrere Kurzschlüsse festgestellt.

(am)