Vermisster Fussballer

04. Februar 2019 07:30; Akt: 04.02.2019 14:22 Print

Leiche in Trümmern von Salas Flugzeug gefunden

Zwei Wochen nach dem Absturz eines Flugzeugs mit dem argentinischen Fussballer Emiliano Sala an Bord ist eine Leiche in dem Wrack entdeckt worden.

Bildstrecke im Grossformat »
Nala, die Hündin des Fussballers, sollte später ihrem Herrchen von Nantes nach Cardiff folgen. Das verschollene Flugzeug von Profifussballer Emiliano Sala ist am Sonntag von einem Suchboot auf dem Grund des Ärmelkanals gefunden worden. Laut Medienberichten ist das verschollene Flugzeug von Emiliano Sala am Sonntag, 3. Februar 2019 gefunden worden. Die Suche war unter Wasser fortgesetzt worden. Die Position der beiden Schiffe, die bei der Suche nach dem verschollenen Fussballer Emiliano Sala und dem Piloten David Ibbotson eingesetzt wurden (Stand 12:00 Uhr MEZ). Die «Geo Ocean III» und ... ... die «Morven» waren seit Sonntagmorgen nördlich der Kanalinsel Guernsey im Einsatz. Die erste Spur zur Unglücksmaschine? In Surtainville an der französischen Nordwestküste wurden zwei Sitzkissen gefunden, die sehr wahrscheinlich zur vermissten Piper gehören. Dies vermeldete die Abteilung für Flugunfalluntersuchung. Die Suche wurde privat finanziert. Weiterhin gehen neue Spenden ein: Bis am Dienstagmittag (29. Januar) wurden schon über 366'000 Euro gesammelt, um damit eine private Suchaktion nach Emiliano Sala zu finanzieren. Am Montagabend, 21. Januar, verschwand das Kleinflugzeug über dem Ärmelkanal vom Radar, das den argentinischen Fussballer zu seinem neuen Club Cardiff City hätte bringen sollen. Seine Schwester Romina Sala hofft nun auf ein Lebenszeichen ihres Bruders und des Piloten. «Ich weiss in meinem Herzen, dass Emiliano noch lebt!» Nachdem die Behörden die Suche am Donnerstagabend (24. Januar) mit der Begründung, dass die Überlebenschancen der beiden Männer «äusserst gering» seien, eingestellt hatten, appellierte die junge Frau unter Tränen die Suche nicht aufzugeben. Grosse Hoffnungen ruhen nun auf David Mearns (l.), der auf Tiefsee-Such- und Bergungsoperationen spezialisiert ist. «Die rauen Seeverhältnisse werden die grösste Schwierigkeit bei der Suche sein», schreibt der Meereswissenschaftler auf Twitter. Lionel Messi hat den Hilferuf von Romina Sala erhört. Der Stürmerstar des FC Barcelona beteiligte sich mit einem Betrag an der Spendenaktion. Auch PSG-Angreifer und Weltmeister Kylian Mbappé trug finanziell dazu bei, dass für Sala eine private Suchaktion erfolgen kann. Bis diesen Winter spielte der Stürmer für den FC Nantes. Für die Franzosen lief er 133-mal auf. Am 19. Januar wechselte Sala nach einer erfolgreichen Hinrunde in der Ligue 1 (19 Spiele/12 Tore) in die Premier League zu Cardiff City. Der Fussballer machte sich am Montagabend auf den Weg von Nantes nach Cardiff. Das Flugzeug verschwand am späten Montagabend vom Radar. Bis am Donnerstagabend suchten Schiffe und Helikopter im Auftrag der Behörden im Ärmelkanal nördlich von Guernsey nach dem Flugzeug und den Insassen. Die französische Zivilluftfahrtbehörde bestätigte, dass Sala an Bord eines Geschäftsflugzeugs des Typs PA-46 Malibu war. Schwester Romina bangt vor dem Stadion von Cardiff City um ihren Bruder. Die Anteilnahme der Cardiff-Fans ist gigantisch, obwohl Sala nie für ihren Club gespielt hat. Club-CEO Ken Choo gibt den Medien vor Ort Auskunft. Die Spieler von Manchester City setzen im Spiel gegen Burnley mit schwarzen Armbändern ein Zeichen für Sala. Strassburgs Mittelfeldspieler Adrien Thomasson beim Heimspiel gegen Bordeaux ein T-Shirt seines Freundes Sala und betet für ihn.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Vater des vermissten argentinischen Fussballers Emiliano Sala wähnt sich in einem «Alptraum», doch die Hinweise auf den Tod seines Sohnes bei einem Flugzeugabsturz über dem Ärmelkanal vor zwei Wochen verdichten sich. Wie die britischen Ermittler am Montag bestätigten, wurde das Wrack seiner Maschine am Grund des Ärmelkanals gefunden. Auf Unterwasserbildern von dem Wrack war die Leiche von einem der insgesamt nur zwei Insassen zu sehen.

«Tragischerweise» sei auf Videoaufnahmen, die ein Tauchroboter machte, «ein Insasse mitten in dem Wrack sichtbar», teilte die britische Behörde für die Untersuchung von Luftfahrtunglücken (AAIB) mit. Sie prüfe nun in Abstimmung mit den Angehörigen der beiden Flugzeuginsassen und der Polizei das weitere Vorgehen.

In der Nacht hatte eine Sprecherin der Behörde bereits den Fund des Wracks am Grunde des Ärmelkanals bestätigt. Die Behörde veröffentlichte Fotos von dem Wrack, auf denen die Registrierungsnummer des Flugzeugs zu sehen war. Die Wassertiefe wurde auf den Bildern mit 67,7 Metern angegeben.

«Ich kann es nicht glauben, das ist ein Albtraum»

Das private Suchunternehmen Blue Water Recoveries hatte das Wrack nach eigenen Angaben am Sonntagmorgen entdeckt und die Behörden eingeschaltet. Firmenchef David Mearns schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, auf dem Meeresgrund gebe es eine «grosse Menge an Wrackteilen». Dem Sender BBC sagte er, die Maschine sei zerbrochen, «aber das meiste von ihr ist da».



Salas Familie hatte Blue Water Recoveries mit der Suche nach dem vermissten Flugzeug beauftragt. Dabei kam das mit einem Sonargerät ausgestattete Schiff «FPV Morven» zum Einsatz. Zuvor waren in Nordfrankreich bereits vermutlich von dem Flugzeug stammende Sitzteile angeschwemmt worden.

Salas Vater reagierte erschüttert auf die Nachricht vom Fund der Maschine. «Ich kann es nicht glauben, das ist ein Albtraum», sagte Horacio Sala einem argentinischen Fernsehsender.

Die einmotorige Propellermaschine mit dem 28-jährigen Fussballer und dem britischen Piloten war am 21. Januar rund 20 Kilometer nördlich der Kanalinsel Guernsey vom Radar verschwunden. Sala wollte vom französischen Club FC Nantes zu Cardiff City in Wales wechseln, sein neuer Verein zahlte eine hohe Ablösesumme von 17 Millionen Euro für ihn.

Am 21. Januar holte Sala im Trainingszentrum von Nantes seine Sachen ab, bevor er sich mit der Propellermaschine vom Typ Piper PA-46 Malibu auf den Weg nach Grossbritannien machte.

Sala machte sich Sorgen über den Zustand der Maschine

Kurz vor seinem Verschwinden hatte Sala laut argentinischen Medienberichten in einer WhatsApp-Nachricht an Freunde Sorgen über den Zustand der Maschine geäussert. «Ich habe solche Angst», sagte er demnach in der Sprachnachricht. Die Maschine scheine auseinanderzufallen. Der 59-jährige Pilot durfte Medienberichten zufolge keine Passagiere gegen Bezahlung mitnehmen.

Drei Tage nach dem Verschwinden der Maschine war die Suche nach den beiden Insassen eingestellt worden, weil die Chance, dass sie noch lebten, als «äusserst gering» eingeschätzt wurde. Zehntausende Fans forderten daraufhin in einer Online-Petition, die Suche nach Sala wiederaufzunehmen. Auch Salas Landsmann, Fussball-Star Lionel Messi, machte sich dafür stark. In einer Sammelaktion für eine Suchaktion stellten gut 4500 Spender mehr als 300'000 Euro bereit.

Salas alter und sein neuer Verein halten die Erinnerung an ihn wach. Beim Spiel Cardiff gegen Bournemouth am Samstag prangte ein Foto von Sala auf dem Spiel-Programm. Mit Blumen und einem Augenblick des Schweigens wurde des Argentiniers gedacht.

(afp)