Brrrrr ....

17. Mai 2012 08:31; Akt: 17.05.2012 13:14 Print

So weiss und kalt kann's im Mai sein

Reif, Schnee, vereiste Autoscheiben - und das Mitte Mai: So kalt wie in der vergangenen Nacht war es an einigen Orten in der Schweiz um diese Jahreszeit seit mehr als 30 Jahren nicht mehr.

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Autsch, da kam jemand ins Rutschen. Auffahrtsmorgen in Grindelwald. Flumserberg im Schnee. Wunderbare Natur um 08.00 Uhr in Laax-Murschetg. Laax-Murschetg. Braunwald im Kanton Glarus, Mai 2012. Dieser Hund schaut etwas verdattert aus dem Schnee. Schnee in Klosters am 17. Mai 2012. Auch im Brunni SZ hats geschneit. Am Morgen auf dem Ofenpass. Heute Morgen in Hasliberg mit Blick auf Brienzer See. Wintereinbruch am 16. Mai 2012: In Göschenen fällt massenhaft Schnee. Leserreporterin Tanja fotografierte dicke Flocken in Wassen vor dem Gotthard. Auch in Engelberg fiel die weisse Pracht... ... An den Hängen, auf den Dächern und Parkplätzen liegt überall Schnee. Verbier präsentiert sich wie im tiefsten Winter. Josef Stadler musste gar den Schneepflug wieder aus der Garage holen. In der St. Galler Gemeinde Amden am Walensee hatte es über Nacht 10 Zentimeter geschneit. Auch im Appenzeller Dorf Teufen liegt Schnee. Im Sandkasten vor Nikolcos Haus kann bald ein Schneemann statt eine Sandburg gebaut werden. Luca schickt uns dieses Foto aus Gossau. Sogar auf der Autobahn bleibt ein bisschen Schnee liegen. Christian meldete sogar Hagel in der Thurgauer Gemeinde Landschlacht. Ein Hauch weiss: Dieses Foto schoss ein Leserreporter in den Freibergen im Jura. Auch im Bündner Dorf Parpan herrscht Winterstimmung statt Sommerwetter: «Als ich aufgewacht bin, war alles weiss. Wär schon schön, wenn es endlich Sommer würde», so die Leserreporterin Lea Stocker. «Das Wetter spielt verrückt. Vor ein paar Tagen war es noch 28 Grad warm, jetzt schneit es bei 2 Grad», meldete Enrique aus Tramelan im Berner Jura. Die Gemeinde liegt auf 900 M. ü. M. Ein ähnliches Bild schickt und Nils aus der Neuenburger Gemeinde Le Locle. «Sommerstimmung», schrieb uns Ray aus dem Bündner Serneus. Recht hat er: Die Sonne strahlt. Sogar sehr. Die Schilder beweisen es. Die frostigen Temperaturen lassen auf einen baldigen Sommer hoffen. Gemäss dem Meteorologen Roger Perret kann die Winterjacke bereits dieses Wochenende gegen die Badehose getauscht werden.

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Der Wonnemonat Mai ist derzeit kein Sonnemonat: Über Auffahrt schneite es nördlich der Alpen in Lagen ab 800 bis 1100 Metern über Meer. In der Nacht auf Donnerstag wurde es an einigen Orten in der Schweiz so kalt wie seit Jahrzehnten nicht mehr um diese Jahreszeit.

In Bern sank die Temperatur laut SF Meteo auf minus 0,7 Grad und in Kloten auf minus 0,2 Grad. So tiefe Werte habe es Mitte Mai an diesen Stationen seit über 30 Jahren nicht mehr gegeben, schreiben die Meteorologen von SF Meteo. Noch kälter wurde es in Hallau SH mit minus 1,2 Grad.

Diese Werte mass SF Meteo in zwei Metern Höhe. Knapp über dem Boden, auf fünf Zentimetern Höhe, wurde es noch kälter: Vielerorts gab es Bodenfrost mit minus 1 und minus 4 Grad. Dies führte in einigen Regionen zu Reif und zu vereisten Autoscheiben.

Im Glarnerland reichte es am frühen Morgen bis auf 600 Meter hinab sogar für eine dünne Schneedecke. In den anderen Regionen lag die Schneegrenze meistens zwischen 800 und 1300 Metern.

In Arosa GR lagen am Donnerstagmittag rund 18 Zentimeter Neuschnee, auf dem Ostschweizer Gipfel Säntis 10 Zentimeter, in Elm GL 11 Zentimeter und im Berner Oberland und dem Wallis massen die Meteorologen durchschnittlich 10 Zentimeter Neuschnee.

Luft aus dem arktischen Meer

Schnee bis in diese Lagen sei Mitte Mai zwar nicht alltäglich, aber auch noch nicht rekordverdächtig, schreibt SF Meteo. Luftmassen aus der Region von Spitzbergen - einer Inselgruppe im arktischen Meer und im Nordatlantik - hätten die ungewohnte Kälte gebracht, sagte Jacques Ambühl, Meteorologe bei MeteoSchweiz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Weiss wären die Alpen aber auch ohne Wintereinbruch. Nach Angaben des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) liegt in Lagen ab 2000 Metern noch verbreitet Schnee. In den zentralen Alpen und in Teilen des Wallis sind es bis zu zwei Meter, im übrigen Wallis, in den Tessiner Alpen und in Graubünden bis 80 Zentimeter.

Wärmere Temperaturen

Die starke Sonneneinstrahlung am Auffahrtstag dürfte den Schnee zumindest in den tieferen Lagen wieder zum Schmelzen bringen, schätzt MeteoSchweiz. Am Nachmittag sollten die Temperaturen im Flachland rund 15 Grad erreichen; die Nullgradgrenze sollte auf 2500 Meter steigen.

In der Nacht auf Freitag erwarten die Meteorologen neue, wärmere Luftmassen aus Spanien und eine Föhnlage, die bis am Sonntag anhalten dürfte.

Erfrorene Spargeln

Für die Schweizer Spargelproduzenten ist dies ein schwacher Trost: «Die Spargelspitzen, die aus dem Boden ragten, sind in der Nacht auf Donnerstag alle erfroren», sagte Spargelproduzent Andreas Aeschbacher auf Anfrage der SDA. Für den Bauern aus dem thurgauischen Lanzenneunforn, das auf rund 600 Meter über Meer liegt, bedeutet dies einen Ernteausfall von ein bis zwei Tagen.

Der Ernteausfall koste ihn pro Tag zwischen 1500 und 2000 Franken, sagte Aeschbacher, der jeden Tag rund 400 Kilo Spargeln erntet. Zudem lasse die Kälte das Gemüse allgemein langsamer wachsen. Er schätzt, dass der Bodenfrost zahlreichen Gemüseproduzenten Ausfälle bescheren dürfte. Diese Einschätzung teilt auch Urs Schneider, Sprecher des Schweizerischen Bauernverbandes. Eine schweizweite Lagebeurteilung sei jedoch frühestens in einem Tag möglich.

(sda)


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Agentusa am 17.05.2012 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie war es den früher? 

    Und was war früher mit den Vulkanausbrüchen? Das gab auch Luftverschmutzung CO2 etc. Es gab Eiszeiten und dann auch wieder Erwärmung. Also übertreibt mal nicht mit Umweltschutz etc. Es wird sich von selbst wieder regeln. Spätestens wenn die Fossilen Brennstoffe alle sind.

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  • Stan Sommerhalder am 17.05.2012 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Klima

    30 Grad und mehr = Lebensqualität, Sommer 2003 restart please. UV-Strahlung und Ozon dazu nicht zwingend notwendig.

  • snowfront am 17.05.2012 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Toll!

    Heute ist tolles Wetter! 15 Grad und etwas Sonne, was will man noch mehr? Immerhin hatten wir schon am 11. Mai abartige 30 Grad!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Patrick am 17.05.2012 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    Wetter wie vor 20 Jahren.

    Das ist Wetter wie vor 20 Jahren, wie ich ihn aus meiner Jugendzeit in Erinnerung habe. Demnach ist eine wärmere Periode des Klimas wieder vorbei. Ach ja und ich finde es bemerkenswert still für die Tatsache, dass es so kalt ist. Wegen eines Tages mit 30 Grad wurde ein richtiges Geschrei gemacht, dass die Klimakatastrophe nun wieder vor der Türe steht. Ich kann das ganze Thema nicht mehr ernst nehmen.

  • Oli Besi am 17.05.2012 20:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freude auf den winter

    Freue mich schon jetzt auf den nächsten winter! Temp. Um null grad sind am schönsten!!!

  • Fredi Bösch am 17.05.2012 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hier warm und feucht...

    Du meine Güte! Da bin ich grad zur Rechten Zeit in den Urlaub nach Florida! Grüsse aus Naples an die zuhause gebliebenen...versuche die Sonne und Temperatur bei Rückkehr mitzubringen! :-)

  • Stan Sommerhalder am 17.05.2012 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Klima

    30 Grad und mehr = Lebensqualität, Sommer 2003 restart please. UV-Strahlung und Ozon dazu nicht zwingend notwendig.

  • snowfront am 17.05.2012 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Toll!

    Heute ist tolles Wetter! 15 Grad und etwas Sonne, was will man noch mehr? Immerhin hatten wir schon am 11. Mai abartige 30 Grad!

    • Sara Bosshard am 17.05.2012 18:00 Report Diesen Beitrag melden

      Perfektes Wanderwetter

      Bin mit Ihnen zu 100 Prozent einverstanden. Ich habe heute Nachmittag eine grössere Wanderung gemacht, und es war wirklich sehr angenehm. Meiner Meinung nach perfekte Wetterverhältnisse und vor allem perfekte Temperaturen, und die Sonne scheint ja auch. Wäre es so heiss wie am 11. Mai, nämlich 30 Grad, wäre ich auf der Wanderung wohl kollabiert. Sind wir doch ehrlich: So wie heute könnte das Wetter den ganzen Sommer durch sein.

    • Seppi Odermatt am 17.05.2012 22:26 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht abartig

      das war nicht abartig, sondern kommt einfach mal vor. Genau wie die Kälte heute morgen. Der Mai kann sich ja bekanntlich in einer sehr grossen Spanne bewegen, das hat er ja eindrücklich gezeigt.

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