24 Gefangene

05. April 2010 09:15; Akt: 05.04.2010 09:32 Print

Somalische Piraten kapern Öltanker

Vor Ostafrika haben somalische Piraten einen Öltanker in ihre Gewalt gebracht. Die Ladung hat einen Wert von 170 Millionen Dollar.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die «Samho Dream» aus Südkorea sei auf dem Weg vom Irak in die USA gekapert worden, teilte das Aussenministerium in Seoul am Sonntag mit.

Das Schiff habe Öl im Wert von 170 Millionen Dollar transportiert. Die 24 Besatzungsmitglieder - fünf Südkoreaner und 19 Philippinos - würden als Geiseln festgehalten. Der 333 Meter lange 320'000-Tonnen-Tanker gehört der südkoreanischen Reederei Samho Shipping und ist im Auftrag des US-Ölkonzern Valero Energy unterwegs.

Offensichtlich hätten die Piraten das Schiff rund 1500 Kilometer südöstlich des Golfs von Aden in ihre Gewalt gebracht, hiess es in Seoul. Das Schiff fährt unter der Flagge der Marschall Inseln.

Gemäss dem Aussenministerium hat ein südkoreanischer Zerstörer, der an den Operationen gegen die Piraten in dieser Region teilnimmt, Kurs auf die mögliche Route des Schiffes genommen. Das Kriegsschiff soll das entführte Schiff jedoch nicht abfangen.

Unterwegs zum Hafen der Piraten

Die Sicherheit der Besatzung habe höchste Priorität. Die Verhandlungen über die Zahlung eines Lösegelds müsse die Reederei führen, erklärte das Aussenministerium.

Aus Kreisen der Piraten hiess es, die «Samho Dream» sei auf dem Weg zum von Piraten kontrollierten Hafen Haradheere in Somalia. Dort liegen bereits andere Schiffe, die Piraten in den vergangenen Monaten in ihre Gewalt gebracht haben. Die Entführung eines so grossen Tankers sehen Experten als Zeichen dafür, dass die Piraten jetzt nach grösserer Beute aus sind.

Armut und Anarchie

Die Piraterie am Horn von Afrika ist eine Folge der Anarchie und Armut in Somalia. Ende 2009 hatten somalische Piraten dem International Maritime Bureau (IMB) zufolge mindestens zwölf Schiffe mit 263 Besatzungsmitgliedern in ihrer Gewalt.

Oft werden die Schiffe nach der Zahlung von Lösegeld wieder freigegeben. Anfang 2010 konnte der Öltanker «Maran Centaurus» mit seiner Besatzung nach der Zahlung einer Summe zwischen 5,5 und 7,0 Millionen Dollar wieder abfahren. Der unter griechischer Flagge fahrende Tanker war mit zwei Millionen Barrel Öl beladen und am 29. November 2009 entführt worden.

(sda)