18. Juni 2006 17:35; Akt: 18.06.2006 22:58 Print

Sommerhitze: Schweizer suchen Erfrischung in der Badi

Wer konnte, sprang ins kühle Nass. Temperaturen bis 30 Grad bescherten den Badeanstalten am Wochenende Traum-Besucherzahlen. Auch die Seetemperaturen schnellten während der Hitzewoche in die Höhe. Am Abend richtete ein heftiger Gewittersturm Schäden an.

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Die Zürcher Flussbadi Oberer Letten war bereits am frühen Sonntagvormittag voll, wie es auf Anfrage hiess. Auch im Strandbad Tiefenbrunen am Zürchersee und im Berner Marzili waren die Besucherzahlen gut.

Am wärmsten war es am Sonntag bei leichtem Föhn in Chur, wo das Thermometer bis auf 32,6 Grad Celsius stieg. In Basel wurden 31 Grad, auf dem Zürichberg 30,1 Grad und in Bern 29,1 Grad gemessen. Ähnlich heiss war es auch in Sitten mit 29 Grad und in Genf mit 28,6 Grad.

Auch im Tessin lud das Wetter am Sonntag zum Baden ein: In Stabio an der italienischen Grenze wurden 29,2 Grad und in Locarno 29,6 Grad gemessen.

Vom Nachmittag an sorgten Gewitter für eine Abkühlung. Gegen 16 Uhr kam es im Berner Oberland, am Genfersee, in der Senseregion und im Jura zu ersten Niederschlägen. Am Abend gewitterte es auch in der Region Bern, am Neuenburgersee, im Berner Seeland, im Engadin und in Südbünden sowie in den Tessiner Alpen.

Gewitterschäden in der Nordwestschweiz

Heftige Gewitter, die zum Teil von Hagel begleitet waren, haben am Sonntagabend in der Nordwestschweiz Schäden angerichtet. Die Polizei Basel-Landschaft meldete Brände, Wasserschäden und Stromausfälle.

Ab 18.15 Uhr gingen bei der Alarmzentrale der Polizei vor allem Meldungen über Wasserschäden in mehreren Liegenschaften ein. So aus Gelterkinden, Sissach, Itingen und Liestal. In Dittingen musste die Feuerwehr in das Gebiet des Flugplatzes ausrücken. Ein Blitz hatte in einen Baum eingeschlagen und diesen in Brand gesetzt. In Duggingen und Bottmingen fielen Bäume auf Strassen und machten Einsätze der Feuerwehren nötig.

Ein Blitz schlug in Pfeffingen in einen Dachstock ein. Die Feuerwehr brachte den Brand rasch unter Kontrolle. Verletzt wurde niemand. In Liestal und Itingen sorgten der Sturm und das Gewitter vorübergehend auch für lokale Stromausfälle.

MeteoSchweiz hatte am frühen Abend eine Unwetterwarnung erlassen. Die Gewitterfront zog über das Baselbiet in Richtung des nördlichen Teils des Kantons Aargau weiter. Windböen erreichten Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 75 Kilometern pro Stunde. Vereinzelt ging auch Hagel nieder.

BLS-Linie Bern-Neuenburg nach Gewitter unterbrochen

Der Gewittersturm vom Sonntagabend machte auch der BLS zu schaffen. Auf der Linie Bern-Neuenburg kam es kurz nach 18 Uhr zwischen Rosshäusern und Gümenen zu einem Totalunterbruch. Der Betrieb konnte um 19.40 Uhr wieder aufgenommen werden.

Vermutlich wegen eines Blitzschlags fiel zudem das Kundeninformationssystem aus. Die Anlage war auch am Abend noch nicht in Betrieb, wie ein BLS-Sprecher sagte. Wegen der Tour de Suisse seien besonders viele Leute unterwegs und damit vom Ausfall betroffen gewesen.

Keine grösseren Schäden in der Zentralschweiz

Der Gewittersturm, der am Sonntagabend über Teile der Schweiz gefegt ist, hat im Kanton Luzern Schäden angerichtet. In Hochdorf und Menznau schlugen Blitze in zwei Häuser ein, die Feuerwehren musste ausrücken.

Wie die Kantonspolizei Luzern auf Anfrage mitteilte, wurde zudem im Sempachersee ein Boot losgerissen. Weiter wurden umgestürzte Bäume gemeldet. In Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug musste die Polizei dagegen nicht ausrücken.

Bereits am Samstag hochsommerlich

Schon am Samstag hatten hochsommerliche Temperaturen geherrscht: In Bern stieg das Thermometer bis auf 28,8 Grad, in Genf bis auf 28,3 Grad und in Zürich bis auf 28 Grad. Auch in Chur und Basel war es mit Temperaturen um 27 Grad äusserst warm. Die höchste Temperatur wurde mit 29,2 Grad in Stabio gemessen.

Seewassertemparaturen

Zürich: 20 Grad Celsius

Romanshorn: 20

Luzern: 15.5

Thun: 18

Biel: 17

Neuenburg: 18

Genf: 18.5

Lugano: 19.5

Ascona: 19.5

(sda)