Trauerverarbeitung

06. Juli 2014 05:59; Akt: 06.07.2014 05:59 Print

Songs zum Herzschlag sterbender Kinder

Der amerikanische Musik-Therapeut Brian Schreck komponiert Songs mit dem Herzschlag sterbender Kinder. So sollen die Eltern den Tod besser verarbeiten können.

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Der Tod des eigenen Kindes ist das Schlimmste, was Eltern erleben können. So mussten auch die Eltern des 14-jährigen Dylan mitansehen, wie ihr schwerkranker Sohn im US-Kinderspital in Cincinnati immer schwächer wurde und schliesslich starb. Doch als Erinnerung bleibt ihnen ein ganz besonderer Song: Ein Lied mit Dylans Herztönen als Rhythmus, begleitet von einer Gitarre, aufgenommen vom Musik-Therapeut Brian Schreck.

Schreck hat in den vergangenen sechs Monaten mit einem speziellen Mikrophon die Herztöne von insgesamt 20 Kindern aufgenommen, die in naher oder ferner Zukunft sterben werden. Inspiriert worden zu dieser Idee sei Schreck, nachdem eine Mutter ihm gesagt habe, dass sie nichts mehr fürchte, als die Stimme ihrer Tochter zu vergessen. «Viele Familien, mit denen ich zusammenarbeite, haben Angst davor, dass sie irgendetwas von ihrem verstorbenen Kind vergessen. Zum Beispiel, wie sich Berührungen ihrer Hände anfühlten», sagte er laut «Huffington Post».

Die Lieder sind entweder eigens von Schreck komponiert oder es handelt sich um Covers. Schreck spielt neben der Gitarre auch Mandoline, Banjo, Ukulele, Piano oder Xylophon. «Die Songs helfen den Eltern, ein bisschen Kontrolle und Normalität in ihren schweren Alltag zu bringen», schreibt Schreck auf dem Spital-Blog.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mutter am 06.07.2014 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts schlimmeres....

    Es ist immer schlimm jemanden zu verlieren durch den tod. Aber wer keine Kinder hat, sollte hier nicht schreiben: ah man sollte loslossen, sterben gehört zum Leben bla bla bla... Ich könnte mir nichts schlimmeres vorstellen, als die eigenen Kinder zu verlieren... Der Artikel hat mich sehr berührt. ..

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  • AS am 06.07.2014 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön!

    Schöne Idee! Alles, was irgendwie helfen kann, das Schlimmste was einem wiederfahren kann besser zu verarbeiten, sollte unbedingt gemacht werden!

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  • Anna Lena Müller am 06.07.2014 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeder Mensch, der einen Verlust....

    ... eines Angehörigen zu beklagen hat, geht mit diesem Schmerz wieder anders um... Mich hat dieser Betrag zu Tränen gerührt - es steigt eine Ergriffenheit auf - obschon ich diese Menschen nicht persönlich kenne! Ich glaube aber, dass das bei "dem immer-wieder-anhören des Herzschlages des Verstorbenen" jedes mal die Wunde über den Verlust aufreissen würde.... Im Gegensatz dazu kann man über eine Foto/Bild mit der Hand in tiefem Gedenken darüber streicheln... aber hören??? das geht sehr, sehr tief in die Seele rein... immer wieder....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Simi am 06.07.2014 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Berührend

    Mir gefällt dieses Lied, zudem finde ich diese Idee gar nicht schlecht! Und wenn es gewissen Eltern bei der Trauerarbeit hilft, spricht absolut nichts dagegen!

  • Vater am 06.07.2014 15:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    habe auch ein Kind verloren und finde das eine schöne sache.Jeder sollte mit seiner trauer so umgehen wie er es führ richtig hält.Ich wäre dankbar gewesen für so ein Angebot.So bleiben mir wenigstens Erinnerung Fotos und Homevideos. Seit dem Tod blieb mir nicht mehr viel...

  • Martin am 06.07.2014 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    wow!!!

    Ich hatte Gänsehaut und feuchte Augen. Bin echt nicht nahe am Wasser gebaut und habe selber zwei Kinder. Finde diese Idee sowas von genial und wunderschön!

  • Franz am 06.07.2014 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Loslassen können

    Das Schöne an der Idee finde ich nicht den Herzschlag der Kinder, sondern das Transzendieren in Musik. Dadurch verliert der Herzschlag sein Gegenständliches. Gefährlich aber ist, wenn gewisse Menschen dadurch wieder am Gegenständlichen hängen bleiben. Aber der Mensch ist wahrscheinlich so, dass er Dinge braucht... seien es Grabstätten oder Erinnerungsgegenstände. Das grosse Ziel im Leben denke ich aber ist für alle von uns Loslassen zu können... das ist nicht so leicht, stimmt! Aber um diesen Weg gehen zu können brauchts die Erfahrung schwerer Verluste...

  • Martin Müller am 06.07.2014 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt Menschen.......

    .... die vor nichts Respekt haben um an Geld zu kommen!

    • edeljo ker am 06.07.2014 11:26 Report Diesen Beitrag melden

      Es gibt Menschen...

      ...die sind so verbittert und auf's Geld fixiert, dass sie nichts anderes mehr sehen, und sogar eine an sich schöne Idee verteufeln. In diesem Beitrag geht's aber mal nicht um's Geld. Auch wenn der Therapeut sicher nicht gratis arbeitet. Hat er aber sicher auch vor dieser Idee nicht gemacht. Jeder trauert anders, und seine Idee trifft vielleicht eben genau den Nerv seiner Klientel. Also, lieber Martin, ich weiss es ist schwierig, aber: versuch doch auch wiedermal etwas positiv zu sehen, oder wenigstens etwas gelten = leben zu lassen. Es sind nicht alle so wie du.

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