UNO-Millenniumsgipfel

20. September 2010 09:06; Akt: 20.09.2010 10:37 Print

Sorgenkinder Somalia und Haiti

Ein Bericht der «Weltweiten Kampagne für Bildung» zeigt, wo auf der Welt die Bedingungen für Schulkinder am schlechtesten sind.

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Somalische Schulkinder leiden unter sehr schweren Bedingungen. (Bild: Keystone)

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In keinem anderen Land weltweit sind die Bedingungen für Schulkinder so schlecht wie im afrikanischen Bürgerkriegsland Somalia - gefolgt von Haiti in der Karibik. Das geht aus einem Bericht der «Weltweiten Kampagne für Bildung» hervor.

Unter den zehn schlimmsten «Bildungsbrennpunkten» sind ausserdem die afrikanischen Staaten Eritrea, Äthiopien, Tschad, die Zentralafrikanische Republik, Simbabwe und Burkina Faso, wie das Bündnis von mehr als 100 Organisationen in seinem Bericht festhält.

Ein Sprecher der Hilfsorganisation Oxfam berichtete am Montag in Nairobi, angesichts chronischer Unterfinanzierung des Bildungswesens hätten weltweit 69 Millionen schulpflichtiger Kinder keine Chance auf einen Schulbesuch. Die weltweite Wirtschaftskrise habe diesen Trend im vergangenen Jahr noch deutlich verstärkt.

Uniform und Bücher zu teuer

So musste in Kenia wegen Budgetkürzungen freie Schulbildung für fast zehn Millionen Kinder gestrichen werden. In dem ostafrikanischen Land ist der Besuch der achtjährigen Grundschule kostenlos, ohne staatliche Hilfen stellen die Kosten für Schuluniformen, -bücher und Hefte für viele Kinder jedoch eine unüberwindbare Hürde dar.

Besonders kritisierte Oxfam die Lage im westafrikanischen Nigeria. Das Land ist zwar der weltweit sechstgrösste Erdölexporteur, wegen fehlender Investitionen ins Bildungswesen könnten jedoch mehr als acht Millionen Kinder nicht die Grundschule besuchen.

Viele Kinder beendeten zudem nicht einmal das erste Schuljahr, hiess es weiter. Besonders betroffen seien Mädchen. Millionen nigerianischer Mädchen besuchten nur etwa sechs Monate lang eine Schule.

Fortschritte konnten der Studie zufolge in Tansania verzeichnet werden, wo drei Millionen zusätzliche Schulplätze geschaffen wurden. Auch Ruanda wurde in dem Bericht für seine Bemühungen bei der Ausbildung zusätzlicher Lehrer und Investitionen ins Bildungssystem gelobt.

Die Grundausbildung für alle Kinder weltweit ist eines der acht Millenniumsziele. Demnach sollten bis 2015 alle Mädchen und Buben die ganze Primarschule besuchen können.

(sda)