Mutmasslicher Übergriff

07. Januar 2019 18:01; Akt: 07.01.2019 18:19 Print

Spacey droht fünfjährige Haftstrafe

Hollywoodstar Kevin Spacey ist bei einem Gerichtstermin formell beschuldigt worden, einen Teenager sexuell belästigt zu haben.

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Der Hollywoodstar Kevin Spacey ist bei einem Gerichtstermin formell des sexuellen Übergriffs beschuldigt worden. Er darf keinen Kontakt zu seinem mutmasslichen Opfer unterhalten. Der Schauspieler war beim Prozess vor Ort. Ergriff allerdings nicht selber das Wort. Spacey droht eine fünfjährige Haftstrafe.Der nächste Termin findet im März statt. Sein Untergang begann am 29. Oktober 2017, als «Star Trek»-Schauspieler Anthony Rapp (47, Bild) Spacey vorwarf, ihn 1986 in seiner New Yorker Wohnung sexuell missbraucht zu haben. Damals war Rapp erst 14 Jahre alt. Diese Klage löste eine Reihe ähnlicher Beschwerden aus. Insgesamt haben 30 Männer Vorwürfe gegen Spacey an die Öffentlichkeit gebracht. Diese Umstände haben dazu geführt, dass Netflix Spaceys Rolle in der Erfolgsserie «House of Cards» strich. Spacey entschuldigte sich damals öffentlich für sein «unangemessenes, betrunkenes Verhalten» und outete sich im gleichen Zug als homosexuell. «Ich habe mein ganzes Leben über romantische Beziehungen mit Männer gehabt. Ich habe mich entschieden, von nun an als Schwuler zu leben.» Im November 2017 checkte er in die Rehaklinik in Arizona ein, in der sich auch der gefallene und mehrfach beschuldigte Hollywood-Produzent Harvey Weinstein (66, Bild) gemäss offiziellen Statements gegen Sexsucht therapieren liess. Aber im Gegensatz zu Weinstein, der von Paparazzi immer wieder in seinem Alltag oder vor Gericht fotografiert wurde, wurde Spacey seither nirgendwo gesichtet. Das letzte Bild von ihm ist laut «The Mail on Sunday» vor seinem Aufenthalt in der Klinik in Arizona im November entstanden. Spacey hätte eigentlich eine 45-tägige Kur machen müssen, ist aber laut einem Insider der Zeitung schon nach 21 Tagen gegangen. «The Mail on Sunday» hat mit vielen weiteren von Spaceys Freunden, Kollegen und Bekannten in Grossbritannien und den USA gesprochen, um herauszufinden, wo sich der Schauspieler aufhalten könnte. Folgende Antworten haben sie bekommen. Ein mit Spacey gut befreundeter Prominenter besteht gemäss der britischen Zeitung darauf, dass er auf den Cook-Inseln im Südpazifik in totaler Abgeschiedenheit lebe. «Er lebt als Einsiedler», sagt der Freund. «Er hält seinen Kopf unten, bis alles vorbei ist. Er hat immer noch viele reiche Freunde von damals und er hat auch genug Geld versteckt, dass ihm dabei hilft.» Ein anderer Insider meint, dass der Schauspieler sich unter seinem bürgerlichen Namen Kevin Fowler irgendwo in Frankreich verstecke.«Er ist in Südfrankreich und lebt auf einem grossen Landgut», so die Quelle. «Er trainiert wie verrückt, malt Ölgemälde und bleibt unauffällig.» Der Insider ist auch davon überzeugt, dass Spacey sein Schauspieltalent nutzt, um unentdeckt zu bleiben: «Ich bin nicht überrascht, dass er nirgends gesichtet wird. Er hat sein ganzes Leben damit verbracht, sich in andere Charaktere zu verwandeln – warum jetzt nicht auch?» Theorie Nummer drei eines weiteren Insiders: «Er lebt auf einer Ranch in einem Vorort von Los Angeles, kürzlich gab es Schiessereien dort.» Sicher ist, er wurde in keinem seiner bekannten Anwesen gesichtet. Sein älterer Bruder Randall Fowler (62) ist über das Verschwinden nicht überrascht: «Mein Bruder war schon immer ein arrogantes Weichei und jetzt beisst ihm das Karma endlich einmal in den Arsch.» Spaceys Missetaten waren angeblich in seinem Umkreis bekannt: «Natürlich wussten Leute, die ihm nahestanden, darüber Bescheid. Doch wegen des Geldes entschieden alle, darüber hinwegzusehen.» Randy meint, sein Bruder verstecke sich, bis sich alles beruhigt habe. Er denkt, Spacey lebe auf einer Insel im ... ... «nirgendwo». Er führt weiter aus: «Mein Bruder ist ein Narzisst. Ich glaube wirklich, dass er keine Scham für seine Vergehen empfindet. Wo immer er auch ist, er führt bestimmt gerade ein schönes Leben. Ich glaube nicht, dass Kevin leidet.» Wieso er das macht, ist Randy auch klar: «Er konnte die bösesten Charaktere spielen, aber trotzdem Sympathien gewinnen. Er kann die Zuschauer glauben lassen, dass es immer eine Chance auf Erlösung gibt. Darauf hofft er jetzt im wirklichen Leben.» Eine Frau, die 40 Jahre mit Spacey gearbeitet haben soll, erklärt: «Gegen Kevin wurde nach einem Jahr immer noch kein Strafverfahren eingeleitet.» Sein Comeback werde deshalb bereits diskutiert. Sie sei davon überzeugt, dass die Welt Kevin verzeihen wird. Ein anderer Freund des Schauspielers ist weniger zuversichtlich und meint: «Nur die Zeit wird zeigen, ob Kevin ein Comeback schaffen kann.» Zur Südfrankreich-Theorie, in der auch die Malerei eine Rolle spielt, würde passen, dass auf der Website des Schauspielers seit einigen Tagen ein Gemälde von Spacey zu sehen ist. Die Signatur im rechten unteren Eck könnte KS bedeuten. Auf der Website ist einzig das Bild zu sehen sowie ein Kontakt-Link, der auf eine E-Mail-Adresse weiterleitet.

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Kevin Spacey war bei dem weniger als zehnminütigen Termin am Montag in Nantucket im US-Bundesstaat Massachusetts anwesend, ergriff aber nicht selbst das Wort. Örtliche Medien berichteten jedoch, der 59-Jährige habe über einen seiner Anwälte ein Plädoyer auf nicht-schuldig eingereicht.

Spacey droht eine fünfjährige Haftstrafe. Der Richter ordnete an, dass Spacey keinerlei direkten oder indirekten Kontakt zu seinem mutmasslichen Opfer unterhalten dürfe. Die nächste Anhörung zu dem Fall wurde für den 4. März angesetzt. Dann muss Spacey aber nicht erneut persönlich erscheinen.

Aus der Öffentlichkeit verschwunden

Der Filmstar hätte sich auch gerne seinen Gerichtsauftritt an diesem Montag erspart. Doch sein Antrag, sich von seinen Anwälten vertreten lassen zu können, war vom Richter abgewiesen worden. Spacey trug zu dem Termin einen grauen Anzug und eine gepunktete Krawatte und wirkte gefasst. Seit Ende 2017 erste Vorwürfe der sexuellen Übergriffe gegen ihn aufgekommen waren, war er weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden.

Spacey wird von einem jungen Mann beschuldigt, diesen im Juli 2016 in einem Restaurant der schicken Ferieninsel Nantucket betrunken gemacht und dann unsittlich berührt zu haben. Das mutmassliche Opfer arbeitete als Aushilfskellner in dem Restaurant.

Vorwürfe führten zu Absturz

Die Ermittler sind im Besitz eines Videos, das der damals 18-Jährige während des Vorfalls mit seinem Smartphone selbst gedreht hatte. Gegenüber Spacey hatte sich der Kellner fälschlich als 23 Jahre alt ausgegeben.

Es ist der erste Fall, in dem Spacey ein Prozess droht. Daneben laufen derzeit noch Ermittlungen gegen ihn in Los Angeles und in London, wo er zwischen 2004 und 2015 künstlerischer Leiter des renommierten Old Vic-Theaters war.

Die Vorwürfe führten zu Spaceys Absturz. Unter anderem verlor er seine Hauptrolle in der Netflix-Serie «House of Cards». Regisseur Ridley Scott ging so weit, ihn aus dem bereits abgedrehten Film «Alles Geld der Welt» zu schneiden und im Eiltempo die Szenen mit dem Schauspieler Christoph Plummer nachzudrehen.

(afp)