Dauerärgernis

10. Februar 2010 22:30; Akt: 11.02.2010 00:31 Print

Spital-Hemden: Der Schlitz soll weg

von Deborah Rast - Spital-Hemden, in denen man allen seinen nackten Hintern zeigen muss, könnten bald der Vergangenheit angehören. Patientenvertreter fordern nun ästhetischere Modelle.

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Jeder, der schon mal operiert wurde, kennt sie: Die Patienten-Hemden, die hinten offen sind und so den Blick auf den Allerwertesten zulassen. «Es war schrecklich peinlich», erzählt A. M.*, die vor kurzem operiert wurde. «Ich traute mich gar nicht zur Toilette, weil ich meinen nackten Hintern nicht vor meinen Zimmergenossinnen entblössen wollte», so die Frau.

In England gehören solche Szenen ab 2011 der Vergangenheit an. Dort werden neuartige Patienten-Hemden eingeführt, die um den ganzen Körper gewickelt und seitlich geschlossen werden. Entworfen hat sie Stardesigner Ben de Lisi, der unter anderem auch schon für Kate Winslet Kleider entworfen hat.

In der Schweiz stossen die Design-Hemden auf Begeisterung: «Damit wäre endlich die Intimsphäre gewährleistet. Die Spitäler sollen die neuen Hemden so schnell wie möglich übernehmen», so die Präsidentin der Organisation SPO Patientenschutz, Margrit Kessler. Auch Erika Ziltener, Sprecherin der Patientenstelle, schliesst sich der Forderung an. Beim Spitalverband H+ ist man auch nicht abgeneigt: «Ich kann mir vorstellen, dass dies für einige Spitäler eine Option sein könnte», so Geschäftsführer Bernhard Wegmüller.

*Name der Redaktion bekannt