Kachelmann-Prozess

31. März 2011 12:53; Akt: 31.03.2011 13:04 Print

Staatsanwälte sagen als Zeugen aus

Im Vergewaltigungsprozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann sind die beiden Staatsanwälte vor dem Mannheimer Landgericht als Zeugen befragt worden.

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Kachelmann ist definitiv freigesprochen. Staatsanwalt und Nebenklägerin zogen ihre Anträge auf Revision zurück. . Das Landgericht Mannheim hat den Wettermoderator Jörg Kachelmann vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Nach Auffassung der Richter reichten die Indizien nicht für eine Verurteilung aus. Das Urteil wurde im Gerichtssaal mit Jubel aufgenommen. Es ging ein Aufschrei durch das Publikum. Schon Stunden vor dem Urteilsspruch hatten sich über hundert Menschen vor dem Gericht versammelt, um eingelassen zu werden. Die Verteidigung hatte im Plädoyer den Freispruch für Jörg Kachelmann gefordert. Das mutmassliche Opfer habe aus Rache und Hass gelogen, sagte die Rechtsanwältin Andrea Combé vor dem Landgericht Mannheim. Wegen fehlender objektiver Beweismittel stehe Aussage gegen Aussage. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung der 38-jährige Radiomoderatorin Sabine W. gefordert. dem vorletzten Prozesstag, gibt die Staatsanwaltschaft intime Details über den Wettermoderator preis und hält ihn weiter für schuldig. Am 41. Prozesstag, am gab Kachelmann vor Gericht bekannt, dass er während des Prozesses die Studentin Mirjam geehelicht hat. Jörg Kachelmann hat das Steuer übernommen: Zur fuhr der Wettermoderator selbst vor. Die Schweizer Zeugin wurde in Zürich von der Staatsanwaltschaft I befragt. Die ehemalige Freundin von Kachelmann ist von vertreten worden. Über ihre Aussage wollte der Anwalt keine Auskunft geben. Die Befragung sei aber gesittet gewesen, so Landmann. Die deutschen Medien hatten die Frau zu einer Belastungszeugin für den Wettermoderator hochgeschrieben. «Diese Schilderungen waren teilweise falsch und verletzend für meine Mandantin», so Landmann vor den Medien. Der neue Mann an Jörg Kachelmanns Seite: für den Wettermoderator im Rampenlicht. Seine bisherigen Verteidiger Klaus Schroth und Reinhold Birkenstock wurden per sofort vom Mandat entbunden. war kurz und bündig: «Ich habe der 5. grossen Strafkammer des Landgerichts Mannheim heute angezeigt, dass ich nicht mehr Verteidiger von Herrn Kachelmann bin», schrieb er den Medien. Kachelmann hatte sich entschieden von Johann Schwenn zu vertreten zu werden. Mit Birkenstock musste auch Verteidiger Klaus Schrott gehen. mit ihrem Anwalt vorfuhr, hielt sie sich ein Buch vor das Gesicht. Titel: «Der Soziopath von nebenan». Die Suche nach Antworten einer verzweifelten Frau? Ein Zeichen an die Öffentlichkeit? Sicher ist: Vor der entscheidenden Phase des Prozesses kein Zufall. Runde 10 im Prozess gegen Jörg Kachelmann: der an Jörg Kachelmann ging und eine Zeugin versprach, die den Wettermoderator entlasten könnte. Jörg Kachelmann trifft am beim Bezirksgericht Mannheim ein. benutzt Kachemlmann (links) einen Hintereingang, um ins Gerichtsgebäude zu gelangen. Neben ihm sein Anwalt Ralf Höcker. Kachelmann am Landgericht Mannheim. Statt einer Verhandlung wurde gleich vertagt. Für Überraschung sorgte Kachelmanns mutmassliches Opfer. die Kachelmann schwere Vergewaltigung vorwirft, erschien ebenfalls vor Gericht. Aussagen muss sie aber erst später. Kachelmann und seine Verteidiger haben am ersten Prozesstag (6.9.2010) jedoch alle verblüfft: Zum Prozessauftakt haben sie einen gegen zwei Richter gestellt. Die Richter mussten die Sie wird nun am Montag, 13.9. weitergeführt. Mit dieser Entwicklung hatten am Montagmorgen, 6.9.2010, wohl nicht gerechnet, als sie kurz nach neun Uhr Platz nahmen. rechts neben den Richtern, kurz bevor der Befangenheitsantrag gestellt wurde. Der Prozess gegen Kachelmann war auch ein Medienprozess. nahmen am Prozess teil. die Verteidiger von Kachelmann. Zuvor war der Wettermoderator angereist. Der Prozess gegen den Wettermoderator war am ersten Prozesstag ein gewaltiges standen zahlreiche Schaulustige vor dem Landgericht Mannheim Schlange. Die war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Sie sind alle gekommen, um den Prozess gegen diesen Mann zu sehen: Jörg Kachelmann. Dieses Bild zeigt, wie er wurde. Dem 52-Jährigen wird besonders vorgeworfen. Nach seiner Verhaftung am Flughafen in Frankfurt am 20. März ... in der Dort hat er gemäss seinen eigenen Angaben auch gefunden. Bei seinem glaubte man noch, der Wettermoderator bleibe nur kurze Zeit in Haft. Schon damals betonte Kachelmann gegenüber den Medien:

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Oberstaatsanwalt Oskar Gattner und Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge leiten die Ermittlungen gegen Kachelmann und vertreten vor Gericht die Anklage. Verteidiger Johann Schwenn will klären, ob sie unzutreffende Protokollnotizen vorlegten oder das angebliche Vergewaltigungsopfer zu Aussagen ermunterten.

In einer ersten Vernehmungsrunde bekräftigte Oltrogge, er habe das mutmassliche Vergewaltigungsopfer bei der Vernehmung nicht zu belastenden Aussagen ermuntert. Vielmehr habe die Staatsanwaltschaft der Nebenklägerin vorgehalten, in einem Punkt die Unwahrheit gesagt zu haben. So habe sie selbst einen angeblich anonymen Brief verfasst. Darin seien konkrete Beispiele für Kachelmanns Untreue dargestellt gewesen.

Dieses Schreiben habe die gekränkte Freundin Kachelmann als Beleg für seine Untreue präsentieren wollen. Das habe die langjährige Geliebte des Moderators eingeräumt, so der Staatsanwalt bei seiner Zeugenvernehmung. Weiterhin, so Oltrogge, habe er sie darauf hingewiesen, dass sie bei weiteren Falschaussagen «in Teufels Küche» kommen könne, also ernste juristische Konsequenzen drohten.

Weitere falsche Aussagen habe sie trotzig und energisch ausgeschlossen. Eine inhaltliche Änderung ihrer Aussage habe sich dementsprechend nicht ergeben.

Die Radiomoderatorin aus Schwetzingen wirft Kachelmann vor, sie in der Nacht zum 9. Februar 2010 nach einem Streit mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Der 52-Jährige bestreitet die Vorwürfe und spricht von einer Falschanschuldigung. Wie in den Prozesstagen zuvor hat er auch am 36. Verhandlungstag am Donnerstag bisher geschwiegen.

(ap)