Tattoo-Krieg

17. Juni 2009 14:21; Akt: 17.06.2009 15:32 Print

Sternstunde eines Tätowierers

Rouslan Toumaniantz ist der Mann, der Kimberley Vlaeminck zu kurzfristigem Weltruhm tätowiert hat. Der selber reich verzierte Tattoo-Künstler zeigt sich jetzt kulant.

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Das Bild der unglücklichen Kimberley wurde sofort parodiert.

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Die Bilder der 18-Jährigen aus Kortrijk gingen in Windeseile um die Welt: Über Nacht ist die belgische Coiffeuse, deren Tattoo-Missgeschick weltweit Schlagzeilen machte (20 Minuten Online berichtete), zum Gegenstand eines unglaublichen Internet-Hypes geworden. Auf Facebook hat die «Fansite Kimberley ‹56 sterretjes› Vlaeminck» bereits nach einem Tag an die 3500 Mitglieder. Zahllose Photoshop-Parodien des «Sternen-Mädchens» sind mittlerweile im Umlauf.

«Ich bin kein Krimineller»

Immerhin: Eine gute Nachricht gibt es inzwischen für die unfreiwillige flämische Berühmtheit. Rouslan Toumaniantz, der Tätowierer, der für Kimberleys Sternstunde verantwortlich ist, will für den Schaden aufkommen, wie die belgische Zeitung «7s7» berichtet. Gleichwohl bleibt der franko-russische Hautkünstler, für den 56 Sterne im Gesicht wohl eher ein Klacks sind, weiterhin bei seiner Version der Geschichte: «Das wird etwa 3000 Euro kosten, aber ich werde das bezahlen. Ich bin kein Krimineller und ich will keinen Krieg. Ich sage aber nochmals, dass Kimberley mir die Erlaubnis erteilt hat, aber ich möchte nicht, dass sie unglücklich wird.» Die Aussage des Tätowierers wird laut «7s7» von einem Zeugen gestützt, der während der fatalen Sitzung in der «Tatoo Box» von Toumaniantz anwesend war.

Irreparabel geschädigt?

Die Entfernung der Sterne ist nicht nur langwierig – 15 Sitzungen werden wohl notwendig sein – und teuer, sie ist vor allem extrem schmerzhaft. Die tätowierte Haut kann mit einem speziellen Laser entfernt werden, aber das hat seine Risiken. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kimberleys Haut nach der Behandlung irreparabel geschädigt ist, soll eins zu zehn betragen, zitiert «7s7» einen Tätowierer.

Toumaniantz hat jedenfalls die Lehren aus der Angelegenheit gezogen: «Das war das erste Mal, dass ich einen Kunden im Gesicht tätowiert habe. Ohne schriftliche Erlaubnis werde ich das nie wieder tun», verspricht der Tätowierer. Obwohl der Fall mittlerweile bei der Staatsanwaltschaft von Kortrijk liegt, dürfte er wohl mit einer einvernehmlichen Lösung geregelt werden.


Video: Kimberley Vlaeminck (niederländisch)
(Quelle: YouTube)

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(dhr)