Australien

30. Juli 2014 07:31; Akt: 30.07.2014 11:21 Print

Steward warnte Fluggäste vor Drogenjägern

Die Fürsorge eines australischen Flugbegleiters ging wohl etwas zu weit. Er warnte die Fluggäste vor Drogenhunden und -beamten am Flughafen, worauf zahlreiche aufs WC verschwanden.

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Der Flugbegleiter eines Jetstar-Fliegers in Australien warnte seine Fluggäste - die zum Teil direkt von einem Musikfestival kamen - vor Drogenhunden und -beamten am Flughafen. (Bild: Keystone/Airbus Handout)

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Ein Steward der australischen Airline Jetstar hat wohl etwas zu viele Informationen preisgegeben: Auf einem Flug von Gold Coast nach Sydney warnte er die 210 Passagier davor, dass sie am Zielflughafen mit Drogenhunden und Quarantäne-Beamten rechnen müssten, wie die Zeitung «The Daily Telegraph» am Mittwoch berichtete. Demnach lautete die Durchsage des Flugbegleiters wörtlich: «Falls Sie etwas loswerden müssen, was sie nicht haben sollten, schlagen wir vor, dass Sie es jetzt wegspülen.»

Flugs seien etliche Passagiere «mit Sachen in den Händen» zu den Toiletten geeilt, sagte ein Fluggast dem «Telegraph.» Viele der Insassen hatten am Badeort Byron Bay das Musikfestival Splendour in the Grass besucht.

«Im Widerspruch zu professionellen Standards»

Jetstar-Sprecher Stephen Moynihan bestätigte den Bericht. Zwar führe die Airline routinemässig Quarantäne-Durchsagen bei solchen Flügen durch. Doch «war die Wortwahl des Crewmitglieds nicht in Ordnung und stand klar im Widerspruch zu den professionellen Standards, die wir von unserem Team erwarten», sagte Moynihan.

Die Fluggesellschaft entschuldige sich bei Kunden, die durch die Äusserung beleidigt worden seien. Ob Disziplinarmassnahmen gegen den Steward eingeleitet würden, wollte der Sprecher jedoch nicht sagen.

Das öffentliche Echo nach dem Vorfall an Bord des Airbus A320 war nach Angaben von Jetstar geteilt. Auf der Facebookseite des Konzerns waren die Reaktionen jedoch überwiegend positiv. «Was für ein guter Samariter, Jetstar Australia. Dieser Typ verdient eine Beförderung», lautete einer der Posts. Die australische Bundespolizei wollte sich zunächst nicht äussern.

(ann/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hil Billi am 30.07.2014 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Kluger Kerl...

    Nach der Landung hat er das Chemie-Klo geleert und genug Drogen für sich selber gefunden.... :-)

  • Rob am 30.07.2014 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warnschuss

    Gut gemacht, hoffentlich haben dabei mehrere gemerkt oder verstanden, was es heisst mit Drogen in Australien erwischt zu werden. Die einen machen weiter und vielleicht lässt der eine oder der andere nun die Finger davon. Man hat stehts das eigene Schicksal in der Hand wenn man Drogen besitzt, man bedenke was man alles verlieren könnte...

    einklappen einklappen
  • willi am 30.07.2014 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    versteh ich nicht

    wie kann man sich durch diese aussage beleidigt fühlen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marie am 30.07.2014 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Harte Kontrollen

    In Australien kontrolliert man vor allem Flüge aus Asien. Eine meiner Flight Attendants wurde vor einigen Jahren von einem Schnüffelhund verfolgt, einem süssen Spaniel. Es ist immer sehr peinlich, wenn es ein Crewmitglied betrifft, und die Arme brach auch in Tränen aus. Ich begleitete sie ins Polizeibüro und es stellte sich heraus, dass sie einen sehr reifen Apfel im Koffer hatte. Der Hund stürzte sich gleich drauf. :-) Da mussten wir doch alle lachen, denn Drogen hätte er natürlich nur angezeigt. Als er merkte, dass es ein Apfel war, frass er ihn einfach. So passiert in Perth.

  • aussie am 30.07.2014 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stolzer aussie

    ich möchte drogen keinesfalls verharmlosen. drogen bringen menschen in den ruin, körperlich und finanziell. das hier ist jedoch typische australische art. jeder ist dein freund. proud to be aussie!

  • Fabienne am 30.07.2014 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Floskel

    Weshalb sollte bei solch einer Durchsage jemand beleidigt werden? Da merkt man, dass viele Entschuldigungen heutzutage nur noch auswendig gelernte Floskeln sind.

  • willi am 30.07.2014 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    versteh ich nicht

    wie kann man sich durch diese aussage beleidigt fühlen?

  • Michelangelo am 30.07.2014 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut gemacht!

    in etwa gleichzustellen mit einer Geschwindigkeitswarnung vor einem Radar.