28. April 2005 15:12; Akt: 28.04.2005 15:12 Print

Strafsteuer gegen Kaugummis

Die nordwestenglische Stadt Liverpool hat sich als erste Stadt im Vereinigten Königreich für eine Steuer auf Kaugummi ausgesprochen.

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Damit sollen die hohen Kosten für die Beseitigung klebriger Reste von Trottoirs und öffentlichen Plätzen bezahlt werden.

Der Stadtrat stimmte am Mittwoch dafür, auf jede Packung Kaugummi einen Pence (2,2 Rappen) Steuern zu nehmen. Mit dem Beschluss soll Druck auf die Regierung ausgeübt werden, die Abgabe landesweit einzuführen.

Pro Jahr kostet die Beseitigung der klebrigen Hinterlassenschaften in Liverpool 100 000 Pfund (227 000 Franken), in ganz Grossbritannien umgerechnet 339 Milionen Franken.

Ausspucken schon bezahlt

Er hoffe, dass andere Städte dem Vorbild Liverpools folgen und die Kaugummisteuer rechtzeitig zum Jahr 2008 in Kraft treten könne, wenn Liverpool europäische Kulturhauptstadt wird, sagte Stadtrat Mike Storey. Er gilt als einer der eifrigsten Befürworter der Abgabe.

Eine Sprecherin der Süsswarenindustrie sagte dagegen, Steuern seien keine Lösung. Studien hätten gezeigt, dass eine solche Abgabe eher kontraproduktiv wäre: «Die Leute denken dann, sie haben ein Recht, ihren Kaugummi auf den Boden zu spucken, weil sie ja schon für die Reinigung bezahlt haben.»

Der Verband der Süsswarenhersteller unterhalte eigens eine Arbeitsgruppe zum Kampf gegen «verantwortungslose Entsorgung von Kaugummis» und werde noch in diesem Jahr eine entsprechende Werbekampagne starten.

(sda)