Vom Urin zersetzt

06. August 2015 18:57; Akt: 06.08.2015 18:57 Print

Strassenpfahl stürzt auf Auto – wegen Wildpinklern

Glück im Unglück hatte ein Autofahrer in San Franciso: Ein Laternenpfahl landete direkt auf der Kühlerhaube seines Autos. Jetzt will die Stadt handeln.

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Wenn Laternenpfähle auf Strassen krachen, ist meist eine höhere Macht im Spiel – zum Beispiel kann ein Erdbeben die Metallmasten aus ihrer Verankerung reissen und bedrohlich umstürzen lassen. Dass in San Francisco die schon in die Jahre gekommenen Masten aber immer wieder kippen, hat viel mehr einen ganz menschlichen Grund: Weil ständig daran gepinkelt wird, beschleunigt sich die Korrosion des Metalls am Fuss des Pfahls. Die allmähliche Zersetzung führt dazu, dass die Masten schliesslich einknicken.

So geschehen am vergangenen Montag in der kalifornischen Metropole. Ein Laternenmast stürzte unter der Last eines Transparentes just in dem Moment auf die Strasse, als ein Auto vorbei fuhr. Er schlug auf die Motorhaube und die untere Windschutzscheibe auf. Die Insassen hatten Glück und blieben unverletzt.

Besser an die Hydranten pinkeln

«Wir glauben, dass Hunde- oder Menschenurin ein Grund dafür ist», sagt Tyrone Jue von der lokalen Behörde der Zeitung «SF Gate». «Das ist in San Francisco schon seit längerem ein Thema.» Tatsächlich war es nicht das erste Mal, dass ein Pfahl auf die Strasse stürzte. Das Budget, die Masten zu unterhalten oder zu ersetzen, wurde im letzten Jahr um das Zehnfache von 500'000 USD auf 5'000'000 USD erhöht. Jeder einzelne Laternenpfahl soll kontrolliert werden. Von den über 25'000 in der ganzen Stadt konnten bis jetzt allerdings erst 100 ersetzt werden.

Bis das Projekt abgeschlossen ist, dürfte es deshalb noch eine Weile dauern. In der Zwischenzeit hält Jue auch gleich noch einen Tipp für die Bevölkerung bereit: «Wir ermutigen Menschen und Hunde ihr Geschäft woanders zu verrichten, zum Beispiel auf einer richtigen Toilette oder an einem Hydranten. Diese sind viel stabiler, weil sie aus Gusseisen sind.»

(bee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • American way am 06.08.2015 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ist leider normal

    Wildpinkler hin oder her. Dass ist leider das Amerika der heutigen Zeit. Alles ist am verlottern und verroten. Strassen, Bahn, Brücken etc. Vieles ist in einem traurigen Zustand.

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  • Golden State am 06.08.2015 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Infrastruktur/Erdbeben/Wildpinkler

    Habe 5 Jahre in San Francisco gearbeitet. Dort ist nicht alles Gold was glänzt. Was der "paar Tage Tourist" sieht, ist nicht der Durchschnitts-Alltag. Das zeigt den Zustand der Infrastruktur auf. Bei den kleineren bis mittleren Erdbeben, die häufig auftreten muss ich allerdings die Wildpinkler einmal in Schutz nehmen, denn soo wild pinkelt keiner. Habe sowohl das Loma Prieta Erdbeben Magnitude 7.1, 1989 (Einsturz Teile der Baybridge), als auch das Erdbeben Northridge Erdbeben in L.A., 6.7, 1994, Einsturz Teile der Interstate 5 (bin in der Nacht zuvor noch darübergefahren), erlebt.

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  • USA traveller am 06.08.2015 22:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nostalgiker

    Das wundert mich nicht; und liegt sicherlich nicht nur an den Wildpinklern. Die Amis sind hoffnungslose Nostalgiker, die nur alles aus ihrer Vergangenheit zelebrieren und nicht nach aussen schauen, wie sich die Welt entwickelt. Trotz vielen Fortschritten und Trendsetters, die aus den USA kommen, ist die Infrastuktur in öffentlichen Gebäuden, Häusern, Hotels, Parks, Strassen, Flughäfen, etc vielfach hoffnungslos veraltet und marode, und die Amis stört das ebenso wenig, wie die Oma, die ihr 50-jähriges Sofa über alles liebt und es um keinen Preis los werden will. Von Renovations-Geist keine Spur

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Die neusten Leser-Kommentare

  • martin winter am 07.08.2015 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Millionenklage ?

    Und wieder muss erst etwas passieren bevor gehandelt wird UND ich wette das problem ist schon lange bekannt. Es stehen ja nicht erst seit gestern solche Masten rum. Aber jetzt müssen Gemeinden und STäde handelt weil alles gleich im Netz landet und keiner kann ich sich mehr verstecken und raus reden. Was wäre passiert wenns einen Menschen oder Tier getroffen hätte und noch in denn USA ? Millionenklage hallo.

  • TD am 07.08.2015 13:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und was geschieht ...

    ... jetzt? Wahrscheinlich verklagt der Autofahrer die Stadt für ein paar Millionen Dollar.

  • Bernhard R. am 07.08.2015 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Bond?

    Ja ja. Urin kann schon ein scharfes Zeug sein. Lernte man doch schon vor Jahren bei James Bond "Never say never" :)

  • halloaberdoch am 07.08.2015 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    San Francisco

    Kann mir jemand erklären wo San Franciso ist? Ich finde das nirgends :P

  • Beat Stocker am 07.08.2015 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Unterhalt nicht eingeplant

    Die USA haben sich ein Infrastrukturproblem geschaffen, indem sie Unterhaltsarbeiten aus Budgetgründen nicht ausführten. Nun brechen Brücken zusammen und Laternenmaste knicken ein. Mir wäre es auch lieber, wenn eine Investition nicht altern würde und damit keinen Unterhalt benötigte. Leider wurden die Lampenmasten zwar erstellt, aber niemand hat sich um Kontrolle und kontinuierlichen Ersatz gekümmert, wie es sich für Bauwerke gehört. Oder man wollte einfach sparen, was jedoch langfristig gar nicht funktioniert; Unterhalt kann man allerbestens aufschieben, aber nicht einsparen.