Anwälte im Einsatz

18. Januar 2011 16:40; Akt: 18.01.2011 16:49 Print

Streit zwischen Levy und Banksy spitzt sich zu

von Felix Burch - Der Copyright-Streit zwischen dem Streetart-Künstler Banksy und dem Schweizer Filmer Joachim Levy eskaliert. Eine Klage scheint unumgänglich.

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Der Schweizer Filmemacher Joachim Levy sitzt in der Klemme. Nachdem der anonyme Graffitikünstler Banksy die Frist für eine «gesamtheitliche Lösung» verstreichen liess, sagt Levy zu 20 Minuten Online: «Es wird immer schwieriger, wir sind langsam am Point of no return». Bis zum 17. Januar hätte erreicht werden sollen, dass Levy im Film «Exit Through The Gift Shop» erwähnt wird, weil darin eine Sequenz von ihm eingebaut wurde. Banksy aber hat nicht eingelenkt. Deshalb will sich Levy nun wehren und das könnte dem weltberühmten Graffitikünstlers seine Anonymität kosten.

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Nebst dem jetzigen Anwalt Martin Eisenring hat Levy neu «Verhandlungsspezialisten» aus Genf eingeschaltet. Das Genfer Expertenteam bereitet gemäss Levy eine Klage vor. Geklagt werden soll nicht, wie zuerst angenommen, in der Schweiz, sondern in England, wo die Produktionsfirma von «Exit Through The Gift Shop» domiziliert ist, sowie in den USA. Weil nicht gegen ein Pseudonym, sondern nur gegen natürliche Personen geklagt werden kann, würde dadurch das gut gehütete Geheimnis von Banksys Identität gelüftet. Dies dürfte weitere Klagen nach sich ziehen.

«Ich werde gar bedroht»

Drei Wochen lang sei zuvor eine Einigung angestrebt worden. «Unter anderem stellten die Banksy-Leute die Bedingung, dass ich ein Video vom Netz nehmen lasse, in welchem ich sage, Banksy habe mein Material für 'Exit Through The Gift Shop' gestohlen», sagt Levy. Das habe er auch getan. Im Gegenzug führte Banksy Levy auf der offiziellen Webseite von «Exit Throug The Gift Shop» unter Credits auf. Doch danach kam laut Levy die grosse Wende. «Banksy wollte plötzlich nicht mehr weiter verhandeln.» Banksy habe ihm den Telefonhörer aufgehängt, zudem sei er aus England gar bedroht worden, so Levy.

Levy ist von Banksys Verhalten nicht nur überrascht, sondern auch enttäuscht. Vor Banksys Arbeit habe er immer noch Respekt. «Wird aber nicht in allerletzter Minute noch eine Lösung gefunden, lasse ich den Anwälten freie Hand.»

Levy und Banksy lebten ein paar Wochen zusammen

Levy und Anwalt Eisenring bestreiten weiter, dass es sich beim ganzen Streit um eine inszenierte Geschichte handelt. Es gehe einzig und alleine darum, die Urheberschaft klar und offiziell zu dokumentieren.

Levy und Banksy lernten sich bei den Dreharbeiten zu «Life Remote Control» kennen. Sie lebten und arbeiteten ein paar Wochen zusammen. Bei der aktuellen Auseinandersetzung geht es um eine Sequenz aus «Life Remote Control». Levy editierte den Film, Banksy baute acht Minuten in «Exit Through The Gift Shop» ein, erwähnt ihn aber nicht. Der Film hat gute Chancen für einen Oscar nominiert zu werden. Von den Banksy-Leuten war am Dienstag niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • suna am 18.01.2011 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    sinep

    Joachim Levy hat noch nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag. Dass man wegen so etwas kleinem so pingelig reagiert ist typisch schweizerisch!

    einklappen einklappen
  • Raffael Wehrli am 19.01.2011 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Levy sollte man die Leviten lesen...

    Levy ist ein armes würstchen... er will etwas publicity für sich haben und macht deshalb wegen einer kleinigkeit ein riesen theater... aus eigensucht wird er es noch schaffen, Banksy zu enthüllen und somit seiner kunst das mythische zu nehmen...

  • the pirate am 19.01.2011 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    unverständlich verständlich

    einerseits muss ich sagen das ich levy verstehe und anderseits sollte er auch genug selbst künstler sein um die anonymität von bansky schützen zu wollen. auch bansky kann ja die 8 minuten erwähnen, sollte ja auch nicht so schlimms ein! wie es aber aussieht hat levy noch andere forderungen gestellt und die wären auch mal interessant zu hören und ausserdem ist der film von levy copieright geschützt? ich finde es von beiden seiten peinlich!

Die neusten Leser-Kommentare

  • John am 20.01.2011 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Kleingeistig, bünzlig, schweizerisch???

    Levy wird hier verunglimpft: bünzlig, kleingeistig, Schweizer Mentalität usw. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Wäre Levy Amerikaner und der Fall in den USA, käme Banksy so richtig unter die Räder. Schweizerisch an Levy ist höchstens, dass er sich zu wenig wehrt!

  • fable am 19.01.2011 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Heisse Luft

    Banksy weiss scho was er tut.. wer sagt denn dass levy banksys "Richtige" identiät kennt? Ich denke nicht dass Banksy so reagieren würde wenn sein Anonymer Status wirklich auf dem Spiel stehen würde.

  • Peter S. am 19.01.2011 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    eh alles geklaut

    Der Filmtitel ist geklaut, Szenen sind geklaut ...Was ist so toll an dem Mann?

  • Rodney McKay am 19.01.2011 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Levy

    Levy's Szenen aus seinem unerfolgreichen, uninteressanten Film, beinhalten Banksy selber, sowie ich dies verstehe. Deswegen umso niveauloser von diesem Levy. Aber er möchte halt mehr sein, als nur ein Jahrmarkt-Dokufilmer

  • desan am 19.01.2011 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    go Banksy!

    ..auch das ist eine möglichkeit in den medien present zu sein levy !....wenns mit dem filmemachen nicht klappt versucht man es halt andersum..... go Banksy gooo!!!!