Uni in Thailand

15. Juli 2013 14:58; Akt: 15.07.2013 15:14 Print

Studenten malen Hitler neben Superman

Thailändische Studenten haben nicht nur Adolf Hitler zwischen Superhelden verewigt, sondern auch mit dem Hitlergruss davor posiert – offenbar ohne viel über den Führer zu wissen.

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Die Uni entschuldigte sich für das Bild – und die Studenten, die sich in unmissverständlicher Pose davor ablichten liessen. (Bild: Simon Wiesenthal Center)

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Mit einem Transparent, auf dem Adolf Hitler inmitten von Comic-Superhelden wie Superman und Batman zu sehen war, haben Kunststudenten einer der renommiertesten Universitäten Thailands ihre Hochschule in Erklärungsnot gebracht.

Am Montag entschuldigte sich die Chulalongkorn-Universität in Bangkok für das anstössige Gemälde und sicherte zu, ihr Möglichstes zu tun, «damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt».

Die auf Facebook veröffentlichte Erklärung war ein Brief an das Simon-Wiesenthal-Zentrum, das die Hitler-Darstellung und den Umgang der Hochschule damit angeprangert hatte.

«Wir sind schockiert von den Machern dieses Machwerks, von der jungen Person, die davor mit dem Nazi-Gruss Sieg Heil posiert», hatte Abraham Cooper vom Simon-Wiesenthal-Zentrum am Freitag auf der Website der Organisation erklärt. Dort wurde auch ein Foto des Vorfalls veröffentlicht.

Cooper prangerte «das vollkommene Schweigen der Universitätseliten» an, die offenbar nicht die Entfernung des Transparents gefordert hätten. Es wurde demnach angefertigt, um den neuen Absolventen der Uni zu ihrem Abschluss zu gratulieren.

Unwissenheit der Studenten

Die Universität erklärte nun dazu, eine Untersuchung habe ergeben, «dass das Bild von einer Gruppe von Studenten gemalt wurde, die nichts von seiner Bedeutung wussten». Sie seien aber offiziell mündlich verwarnt worden.

«Ich werde es den beteiligten Studenten erklären, und das wird eine Lehre für andere sein, dass dieser Mann in der Welt eine Tragödie verursachte», erklärte der Dekan der Fakultät für schöne Künste, Suppakorn Disatapundhu.

In Thailand werden immer wieder Nazi-Symbole zur Schau getragen, was oft mit Unwissenheit angesichts eines schlechten Bildungssystems erklärt wird. So hatten 2011 Schüler im Norden des Landes vor einem sportlichen Wettkampf eine Parade in Uniformen mit Hakenkreuzen abgehalten, bei der sie den Arm zum Nazi-Gruss hoben.

2009 musste ein Wachsfiguren-Museum ein Werbeplakat abhängen, auf dem Adolf Hitler mit dem Spruch «Hitler ist nicht tot» zu sehen war.

(rey/sda)