Japanerin in Kalifornien

16. März 2011 15:48; Akt: 16.03.2011 16:02 Print

Studentin findet Familie über YouTube

Die japanische Austauschstudentin Akiko Kosaka dachte, nach dem Tsunami ihre Familie verloren zu haben - bis sie einen Bericht auf YouTube sah.

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Eine Gruppe Freiwillige startete eine Rettungsaktion und machte sich auf den Weg in die Geisterstadt Minami Soma. Sie hatten in einer Zeitung das Foto der Shelties entdeckt, die durch die Strassen der verlassenen Stadt in der Nähe des havarierten Atomkraftwerks Fukushima streunten. Die Hunde gehörten einer Züchterin, die seit der Katastrophe in einer Notunterkunft lebte. Die Tierliebhaber entdeckten schliesslich die Hunde an einer Bahnstation in der Nähe des Hauses der Züchterin. Die Retter lockten die Tiere an und verfrachten sie in Autos. Insgesamt 20 Hunde konnten so gerettet werden. Die Retter selbst waren dafür zu hohen Radiationswerten. Während manche Strahlenschutzanzüge trugen, hatten andere nur einfache Regenmäntel dabei. Drei Wochen nach der todbringenden Flutwelle hat die japanische Küstenwache einen Hund von einem im Meer treibenden Hausdach gerettet. Vermutlich hatte das Tier dort seit dem 11. März ausgeharrt und überlebt. Der Hund war von einem Helikopter aus mehrere Kilometer vor der Küste der Präfektur Miyagi im Nordosten Japans entdeckt und in einem Rettungsboot an Land gebracht worden. Ein paar Tage später gibts ein Happy End: Die Besitzerin meldet sich wieder. Noch leben rund 400 000 Menschen in Notunterkünften. Jetzt werden Container für sie aufgestellt. Neun Tage nach dem verheerenden Erdbeben und dem Tsunami in Japan haben die Rettungskräfte eine 80-jährige Frau... ... und ihren 16-jährigen Enkel lebend aus den Trümmern ihres Hauses in der Stadt Ishinomaki geborgen. Die beiden waren sehr geschwächt, der Junge litt zudem an Unterkühlung. Die japanische Austauschstudentin Akiko Kosaka dachte nach dem Tsunami ihre Familie verloren zu haben. Drei Tage später erhielt sie den Link zu einem YouTube-Video, auf dem ihr Haus als einziges unter einem Berg von Schutt zu sehen war. Aus einem der Fenster winkte eine Frau und hielt ein Schild in der Hand mit der Aufschrift: «Uns geht es allen gut.» Die Frau am Fenster war Akikos Schwester Shoko. Eine Mutter aus Oshima Island, in Kesennumaist, ist nach fünf Tagen wieder mit ihren Zwillingen vereint. Rikuzentakata, im Nordosten Japans: Yoshie Murakami weint, als sie die Leiche ihrer Mutter unter den Trümmern ihres Hauses sieht. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten gingen weiter - trotz den schwierigen Wetterbedingungen. Die Chancen, in der Stadt Ishimaki noch Überlebende zu finden, waren vier Tage nach dem Erdbeben und dem folgenden Tsunami vom Freitag erheblich gesunken. Doch wie durch ein Wunder haben Rettungskräfte eine 70-jährige Frau lebend aus den Trümmern ihres Hauses geborgen. Sie litt unter Unterkühlung und wurde in ein Spital gebracht, befand sich aber nicht in Lebensgefahr. Ganz in der Nähe wurde zudem ein Mann aus den Trümmern gerettet. Am wurde in der Präfektur Miyagi ein vier Monate altes Baby aus den Trümmern geborgen. Der Retter schlug daraufhin vor, das Kind Kibo – Hoffnung - zu nennen. Das Baby konnte nach der Bergung mit seinem Vater vereint werden, von der Mutter fehlt jedoch noch jede Spur. Ein Mitarbeiter des japanischen Rettungsteams sucht in den Trümmern der Stadt Saito im Nordosten Japans nach Überlebenden. Auf Hilfe warten sie auch in Rikuzentakata in der Präfektur Iwate. Neben dem Notruf SOS ist auf Japanisch das Wort «Essen» geschrieben. In einem Gymnasium in Kawamata sind Menschen untergebracht, die wegen der Atom-Unfälle evakuiert wurden. Tod... ...Verwüstung... ...und ein Überlebender in der zerstörten Stadt Saito. Der Kindergarten in Natori (Präfektur Miyagi) wurde völlig verwüstet. Rettungsteams suchen in den zerstörten Küstenregionen nach Überlebenden und bergen Leichen. Hier in Saito... ...Rikuzentakata... ...Otsuchi (Iwate)... ...Miyako... ...oder Natori, (Miyagi). Ein Überlebender prüft die Listen mit Namen von Überlebenden, die in einer Notunterkunft angeschlagen wurden. In Sendai koordiniert die Armee die Suchtrupps. Bewohner in Hitachi in der Prefäktur Ibaraki stehen Schlange für einen Kanister Benzin. US-Marine-Soldaten in Okinawa stellen eine Kiste mit Esswaren, Wasser, medizinischer Versorgung und Kommunikationsmaterial für den Abflug ins Krisengebiet bereit. Otsuchi (Iwate). Bewohner tragen ihr Hab und Gut aus der Stadt Natori (Miyagi). Retter in einem zerstörten Spital in Minamisanriku. Soldaten und Feuerwehrleute in Matsushima (Miyagi). Eine Frau sucht in Soma (Fukushima) nach ihrer vermissten Familie. Ein vier Monate altes Baby nach der Rettung in Ishimaki (Miyagi). Über die notfallmässig bereit gestellten Telefone versuchen Angehörige in Natori mit ihren Verwandten in Kontakt zu treten... ...und laden die Akkus ihrer Telefongeräte.

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Die 20-jährige Akiko Kosaka kann seit Montagmorgen wieder aufatmen: Die junge Austauschstudentin aus dem japanischen Minami Sanriku hatte seit Freitag nur noch geweint, in der Meinung, ihre Familie sei beim schweren Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami ums Leben gekommen. Die Hafenstadt Minami Sanriku war von der Katastrophe stark betroffen. Die junge Frau hörte in den Nachrichten sogar den Bürgermeister der 17 000-Einwohner-Stadt in einem Interview sagen, er glaube kaum, dass es Überlebende gebe.

Kurz darauf erhielt sie von ihrer jüngsten Schwester die Nachricht, sie sei wohlauf. Als der Tsunami kam, war die Schülerin mit ihren Lehrern in einen Schutzraum geflüchtet. Vom Rest der Familie, den Eltern, den Grosseltern und einer älteren Schwester, wusste sie aber auch nichts.

Drei Tage Verzweiflung

Die erleichternde Botschaft erhielt Kosaka erst drei Tage später: Eine Freundin schickte ihr den Link zu einem YouTube-Video, auf dem ihr Haus als einziges unter einem Berg von Schutt zu sehen war. Aus einem der Fenster winkte eine Frau und hielt ein Schild in der Hand mit der Aufschrift: «Uns geht es allen gut.» Die Frau am Fenster war Akikos Schwester Shoko.

«Ich musste laut schreien», erzählt Kosaka gegenüber dem Nachrichtensender CNN. «Meine Gasteltern kamen sofort in mein Zimmer gerannt. Ich sagte dann: ‚Sie leben!’» Die 20-Jährige schickte ihrer Schwester auf demselben Weg ihre Antwort – auf japanisch: «Ich sah euer Video heute. Danke, dass ihr noch lebt und danke, dass ihr euch um mich Sorgen macht, wenn ihr in einer solch schwierigen Situation seid. Wie geht’s den Grosseltern? Wie geht’s unseren Eltern?»

(kle)