Todesurteil

24. Juli 2014 10:15; Akt: 24.07.2014 11:24 Print

Sudanesische Christin rettet sich nach Rom

Mariam Jahia Ibrahim Ishag ist in Freiheit. Italien hat sich um die Einreise der 26-Jährigen bemüht, am Donnerstag ist sie nun in Rom angekommen.

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Die im Sudan zum Tode verurteilte und mittlerweile auf internationalen Druck wieder freigelassene Christin ist in Rom eingetroffen. Die 26-jährige Mariam Jahia Ibrahim Ishag und ihre Angehörigen landeten am Donnerstagvormittag auf dem römischen Flughafen Ciampino.

Sie wurden von Italiens Vize-Aussenminister Lapo Pistelli begleitet, der sich seit längerer Zeit mit dem Fall beschäftigt. Ishags Reise nach Rom wurde von dem italienischen Aussenministerium zusammen mit den Behörden in Sudan organisiert, wie italienische Medien am Donnerstag berichteten.

Ishag war im Juni aus dem Gefängnis freigekommen, nachdem ein Berufungsgericht das Todesurteil gegen sie aufgehoben hatte. Sie war Mitte Mai zum Tode verurteilt worden, weil sie nach sudanesischem Recht durch die Heirat mit einem Christen vom islamischen Glauben abgefallen war.

Im Gefängnis Tochter geboren

Die junge Frau wurde ausserdem wegen der Hochzeit mit dem Christen, einem aus dem Südsudan stammenden US-Bürger, wegen Ehebruchs zu einhundert Peitschenhieben verurteilt. Zwölf Tage später brachte sie im Gefängnis in Ketten eine Tochter zur Welt. Politiker und Menschenrechtsorganisationen hatten sich für ihre Freilassung eingesetzt.

Laut der sudanesischen Auslegung des islamischen Rechts der Scharia darf eine Muslimin keinen Christen heiraten. Tut sie es dennoch, wird dies als aussereheliche Beziehung gewertet. Ishag wurde von ihrer äthiopischen Mutter im christlich-orthodoxen Glauben erzogen, nachdem ihr muslimischer Vater die Familie verlassen hatte, als sie fünf Jahre alt war.

Im Sudan gelten Kinder eines muslimischen Vaters jedoch automatisch als Muslime, der Übertritt zu einem anderen Glauben ist verboten. Nach Angaben des römisch-katholischen Erzbistums von Khartum trat Ishag kurz vor ihrer Heirat zum Katholizismus über.

(sda)