Zweite Festnahme

26. Juni 2014 15:39; Akt: 27.06.2014 11:07 Print

Sudanesische Christin wieder frei

Neue Wendung im Fall der zum Tode verurteilten Christin: Nach diplomatischem Druck wurde die 27-jährige wieder auf freien Fuss gesetzt. Ob sie das Land verlassen kann, ist unklar.

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Die im Sudan der Todesstrafe entgangene Christin ist wieder in Freiheit. Die 27-jährige Meriam Ibrahim sei am Donnerstag auf Druck ausländischer Diplomaten aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden, sagte ihr Anwalt Eman Abdul-Rahman der Nachrichtenagentur AP. Die Freilassung ist die neueste Wendung im Fall der ursprünglich zum Tode verurteilten jungen Frau, der international für Empörung gesorgt hatte.

Ibrahim war am Montag aus dem Gefängnis entlassen worden, nachdem das Kassationsgericht das im Mai gefällte Todesurteil gegen sie gekippt hatte. Am Dienstag wurde sie gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern am Flughafen der Hauptstadt Khartum aber bereits wieder festgenommen, als sie das Land verlassen wollte – angeblich weil sie gefälschte Reisedokumente bei sich trug.

Ibrahim war ursprünglich wegen Abfalls vom islamischen Glauben zum Tode verurteilt worden, nachdem sie einen Christen geheiratet hatte. Ibrahim war von ihrem muslimischen Vater verlassen worden, als sie noch klein war. Ihre äthiopische Mutter, eine orthodoxe Christin, zog sie auf. Nach sudanesischem Scharia-Recht nimmt ein Kind den Glauben des Vaters an. Zudem dürfen muslimische Frauen nicht ausserhalb ihres Glaubens heiraten, Männer wie Ibrahims Vater allerdings schon.

(sda)