10. April 2005 21:04; Akt: 10.04.2005 21:06 Print

Sumatra: Panik nach Erdbeben

Zwei Wochen nach dem starken Erdbeben vor Sumatra mit mehr als 600 Toten hat ein neuer Erdstoss nahe der indonesischen Insel tausende Menschen in Panik versetzt.

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Das Beben erreichte die Stärke 6,7 auf der Richterskala.

Das Epizentrum habe nur rund 100 Kilometer südwestlich der Küstenstadt Padang im Meer gelegen, teilte das Amt für Meteorologie und Geophysik am Sonntag in Jakarta mit. Berichte über Opfer oder Schäden lagen aber zunächst nicht vor.

Angst vor neuen Tsunami

In Padang und anderen Orten entlang der Westküste flüchteten zahlreiche Menschen aus ihren Häusern und retteten sich auch Furcht vor einer Flutwelle in höher gelegene Gebiete, wie Augenzeugen berichteten. Ein Tsunami sei aber ausgeblieben, hiess es weiter.

Das Beben war aber selbst im rund 600 Kilometer entfernten Singapur zu spüren. Dort berichteten Bewohner von oberen Etagen in Hochhäusern, dass die Gebäude geschwankt hätten.

Vor zwei Wochen hatte ein Beben der Stärke 8,7 ebenfalls vor der Westküste Sumatras vor allem die Insel Nias verwüstet und mehr als 640 Menschen in den Tod gerissen.

Nach einem Seebebens der Stärke 9,0 und einer nachfolgenden Flutwelle waren am 26. Dezember im Norden der indonesischen Insel rund 180 000 Menschen getötet worden oder galten zunächst noch als vermisst. Indonesien hatte unlängst die Zahl der Vermissten nach unten korrigiert, da tausende von ihnen inzwischen wieder aufgetaucht seien.

Hunderte Nachbeben

Sumatra wurde seit dem Seebeben von Ende Jahr von hunderten, schwächeren Nachbeben heimgesucht. Sie entstehen im so genannten Sunda-Bogen, wo die Erdplatte des Indischen Ozeans und die Australische Platte direkt aufeinander treffen und die Erde immer wieder erzittern lassen.

Experten warnen, dass die Erschütterungen vom Dezember möglicherweise einen Domino-Effekt ausgelöst haben; es könne künftig häufiger zu schweren Erd- oder Seebeben in Südostasien kommen.

(sda)