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15. Mai 2009 16:56; Akt: 16.05.2009 10:20 Print

Swisscom schiesst ein Eigentor

Swisscom «schenkt» Lausanne ein Tram: Der Werbespot sorgt in der Westschweiz für rote Köpfe. Doch bereits vor wenigen Wochen unterlief dem Telekommunikationsanbieter ein ähnlicher Werbe-Fauxpas.

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Seit wann sind Berner Xamax-Fans? (Bild: "Zum runden Leder")

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Bewusste Provokation oder peinlicher Fehler? Die YB-Fans trauten ihren Augen nicht, als sie Mitte April in Bern einem Werbeplakat von Bluewin-TV begegneten. «Warum jubeln zwei Berner, wenn Julio Hernan Rossi von Xamax ein Tor bejubelt?» Dies fragte sich der Fussball-Blog «Zum runden Leder».

Redaktor «Herr Rrr99» grub noch ein bisschen tiefer - und fand Erstaunliches über die beiden auf dem Sofa sitzenden Herren heraus: «Gut, Stephan und Philipp sind vielleicht Xamax-Fans, das wäre theoretisch denkbar. Aber warum jubeln sie dann um 20.17 Uhr? Das Foto stammt nämlich vom 25. Oktober 2008, als Rossi in der Schlussminute das 1:0 gegen Luzern feierte. Das war allerdings um 19.32 Uhr. Sendet Bluewin vielleicht zeitverschoben? Wir sagen es nur ungern, aber dieses Spiel wurde vom Bluewin-Partner Teleclub gar nicht live übertragen», schreibt das «runde Leder» weiter. Kurz darauf zog die Swisscom das Plakat zurück. Ein klassisches Eigentor, sozusagen.

«Werbung muss dramatisch sein»

«Solche Ungenauigkeiten sind in der Werbung gang und gäbe», sagt Werbefachmann Lars Berger. Er sieht in den Missgeschicken kein tragisches Vergehen, denn: «Die meisten Leute bemerken diese Fehler nicht.» Ein Werbeplakat müsse so dramatisch wie möglich sein, der Text spiele dabei nur eine kleine Rolle. Dies gilt offenbar auch für den neuesten Werbe-Flop.

Lausanne hat zwar eine Metro, aber die oben gezeigten Trams fahren nur in Zürich. Dem Lausanner Stadtpräsident Daniel Brélaz geriet der Werbespot in den falschen Hals: «Diese Arroganz ist typisch für Swisscom. Was gut für Zürich ist, muss auch gut für Lausanne sein.»

Swisscom-Sprecher Christian Neuhaus betont, dass «dieser Fehler bewusst gemacht wurde. Solche Sachen sehe man oft in der Werbung – schlussendlich gehe es um die Wirkung der Reklame.» Neuhaus gibt aber zu: «Die Empfindlichkeit der Romands haben wir total unterschätzt.»

Nicht nur die Swisscom nimmt es mir der Werbung nicht so genau, wie der nachfolgende Clip zeigt:

«Keine versteckten Kosten, kein verstecktes irgendwas, kein verstecktes Lama, Fonic: Das ist die Wahrheit», so die Aussage in dem neuesten Fonic TV Werbespot.
Nur, ist das Tier im Spot eigentlich ein Alpaka:


(am)