Machetenattacke in Reutlingen

24. Juli 2016 19:14; Akt: 25.07.2016 07:46 Print

Syrer (21) verletzte nach Mord noch fünf Menschen

Nach einem Streit mit einer offenbar schwangeren Frau hat ein 21-jähriger Asylbewerber in Reutlingen (D) zur Machete gegriffen. Er tötete sie und verletzte fünf weitere Menschen.

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In Reutlingen hat ein 21-jähriger Asylbewerber mit einer Machete eine Frau getötet. Die Polizei berichtete am späten Sonntagabend von fünf verletzten Menschen, zuvor hatte sie von zwei Verletzten gesprochen.

Wie die Polizei mitteilte, schlug der 21-Jährige auf seiner Flucht mit dem Messer die Scheiben eines Autos ein, in dem sich eine 51-jährige Frau sowie ein 41-jähriger Mann befanden. Bei dem Angriff erlitt die Frau Schnittwunden am Unterarm, der Mann trug einen Schock davon. Beide wurden stationär behandelt.

Täter wird medizinisch betreut

Im Anschluss verletzte der mutmassliche Täter einen 23-jährigen Mann in einer Gaststätte im Gesicht so schwer, dass er ins Spital kam. In einem anderen Lokal schlug der 21-Jährige mehrfach mit der Machete auf einen Holztisch ein. Während der Flucht des Täters verletzten sich zwei weitere 54 und 21 Jahre alte Frauen. Auch sie kamen in die Klinik.

Der Täter selbst, ein Asylbewerber aus Syrien, wird derweil intensivmedizinisch betreut, wie die Polizei mitteilte. Der 21-Jährige wurde bei dem Zusammenstoss mit einem Auto schwer verletzt. Lebensgefahr bestand laut Aussage eines Polizeisprechers aber nicht.

Von Aleppo nach Deutschland

Gemäss einem Bericht der «Stuttgarter Zeitung» haben Täter und Opfer im gleichen Restaurant gearbeitet. Ein Mitarbeiter beschreibt den Syrer als freundlichen Kerl, der von Aleppo nach Deutschland gekommen ist. Offenbar sei er in die Kollegin, die er getötet hat, verliebt gewesen.

Wie die deutsche «Bild» schreibt, soll die getötete Frau zudem schwanger gewesen sein. Auch die Polizei geht von einer Beziehungstat aus. Für diese Annahme lägen «erste Anhaltspunkte» vor, teilten die Beamten in der Nacht zum Montag mit.

Der Asylbewerber aus Syrien sei wegen Gewaltdelikten bereits polizeibekannt, sagte ein Sprecher. Ob seine Herkunft oder sein Aufenthaltsstatus in irgendeinem Zusammenhang mit der Tat stehen könnten, liess die Polizei offen. Ersten Erkenntnissen zufolge handelte es sich um einen Einzeltäter.

«Täter war völlig von Sinnen»

Ein Augenzeuge schildert der «Bild» die Ereignisse: «Der Täter war völlig von Sinnen. Er rannte mit seiner Machete sogar einem Streifenwagen hinterher.» Ein Autofahrer habe den flüchtenden Angreifer mit seinem Wagen bewusst angefahren, bestätigte ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dpa. Der Mann stürzte zu Boden, Polizisten nahmen ihn fest. Der Autofahrer hatte die Bluttat zuvor gesehen und sein Auto auf den Angreifer gesteuert.

Ein Arbeitskollege des Täters gibt Auskunft über den Tathergang. (Video: Reuters)

Panik nach Würzburg und München

Die Bluttat im Zentrum der 112'500 Einwohner zählenden Stadt, rund 40 Kilometer von Stuttgart entfernt, löste bei Augenzeugen Panik aus. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht mehr, teilte das Rathaus zwei Stunden nach der Tat mit. Die Stadtverwaltung habe einen Führungsstab eingerichtet und unterstütze die Polizei bei ihrer Arbeit.

Zahlreiche Einwohner hatten sich zuvor aus Sorge über Notruf bei der Polizei gemeldet. Sie waren unter dem Eindruck des Amoklaufs von München den Angaben zufolge von der Tat in ihrer Stadt stark verunsichert und verängstigt gewesen.

(kat)