Mordfall Peggy

24. Dezember 2018 18:01; Akt: 24.12.2018 18:10 Print

Tatverdächtiger aus U-Haft entlassen

Vor zwei Wochen war im Zusammenhang mit dem Mord an der 9-jährigen Peggy ein 41-.jähriger Mann festgenommen wurde. Die Richter sehen jedoch keinen dringenden Tatverdacht.

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Der im Mordfall Peggy festgenommene Manuel S. gilt gemäss den Richtern als nicht mehr dringend tatverdächtig, das Mädchen selbst getötet zu haben oder bei der Tötung dabei gewesen zu sein. Auf dem Bild: Ein Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens auf dem Friedhof in Nordhalben, Bayern. Herbert Potzel (l), Leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Bayreuth, und Jürgen Stadter, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, informieren am 11.12.2018 über die aktuellen Ermittlungen im Fall Peggy. Peggy K. verschwand am 7. Mai 2001 spurlos. Die damals Neunjährige war auf dem Heimweg von der Schule im oberfränkischen Lichtenberg. Mehr als 15 Jahre später dann die traurige Gewissheit: Die Leiche der kleinen Peggy ist gefunden. Absperrband der Polizei am Rande eines Waldstücks, in dem ein Pilzsammler ihr Skelett entdeckt hatte. Polizeiwagen erreichen am 4. Juli 2016 den Fundort des Skeletts in einem Waldgebiet in Thüringen. Die Knochenteile werden zunächst gerichtsmedizinisch untersucht. Die Beamten stossen während ihrer intensiven Suche neben dem Skelett aber auch auf weitere Objekte. Wenig später vermeldet dann die Staatsanwaltschaft: Bei der Leiche handelt es sich um Peggy. Susanne K., Mutter der vermissten Peggy, während des Gerichtsprozesses 2004. Über den verhängnisvollen Tag sagt sie später: «Es war kalt, trist, Peggy wollte nicht in die Schule, ich habe sie trotzdem geschickt.» Bis heute mache sie sich deswegen Vorwürfe. Jahrelang suchte die Polizei nach dem Mädchen. Bereits direkt nach ihrem Verschwinden im Mai 2001 durchkämmen die Beamten ein Waldstück unweit der Gemeinde Lichtenberg in Franken. Zuvor waren Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Doch die Suche nach dem Mädchen blieb damals noch erfolglos. Schliesslich wurde Peggys Leiche 15 Kilometer von ihrem Heimatort entfernt gefunden. Bayern, Lichtenberg: «Poststraße» steht auf einem Strassenschild. Im Hintergrund ist die Bushaltestelle zu erkennen. Gemäss der SoKo Peggy hatte ein 41-Jähriger Beschuldigter bei einer Vernehmung angegeben, dass er das leblose Kind von einem anderen Mann an der Bushaltestelle in der Poststrasse übernommen habe. Danach habe er den leblosen Körper des Mädchens im Mai 2001 in einen Wald gebracht.

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Ein vor zwei Wochen im Mordfall Peggy festgenommener Tatverdächtiger ist am Montag aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der Haftbefehl gegen den 41-Jährigen sei vom Amtsgericht Bayreuth aufgehoben worden, erklärten die Staatsanwaltschaft Bayreuth und das Polizeipräsidium Oberfranken. Das Gericht habe einen dringenden Tatverdacht verneint, hiess es weiter.

Die neun Jahre alte Peggy aus dem fränkischen Lichtenberg war im Jahr 2001 spurlos verschwunden. 2016 wurden ihre sterblichen Überreste in einem etwa 15 Kilometer von ihrem Heimatort entfernten Waldstück in Thüringen entdeckt.
Der nun freigelassene Verdächtige sass seit dem 11. Dezember in Untersuchungshaft.

Teilgeständnis zurückgezogen

In einem Teilgeständnis hatte er im September zugegeben, die Leiche am Tag des Verschwindens von einem anderen Mann übernommen zu haben. Er gestand auch, das tote Kind in ein Waldstück in Thüringen gebracht und dort abgelegt zu haben. Das Teilgeständnis hatte er am 12. Dezember zurückgezogen und am vergangenen Freitag Haftbeschwerde eingelegt.

Das Amtsgericht kam nun laut Behördenmitteilung zu dem Schluss, dass weder die Spuren am Fundort der Leiche, noch die «Aussagen anderer Personen» einen «dringenden Tatverdacht für eine Sexualstraftat oder ein Tötungsdelikt» begründen würden. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth kündigte an prüfen zu wollen, ob sie Beschwerde gegen den Gerichtsbeschluss einlegen wird.

(bee/afp)