Ikea-Messerangriff

12. August 2015 07:17; Akt: 12.08.2015 07:46 Print

Tatwaffen stammten aus der Ikea – Motiv ungeklärt

Das Motiv der Tatverdächtigen der Messerattacke in einer Ikea-Filiale ist weiter unklar. Die Verdächtigen stammen beide aus Eritrea. Die Tatwaffen waren Messer aus dem Ladensortiment.

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Das Motiv hinter dem Messerangriff in einer schwedischen Ikea-Filiale ist weiter unklar: Der abgesperrte Tatort. (Bild: AFP/Jonathan Nackstrand)

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Nach dem Messerangriff mit zwei Toten in einer Ikea-Filiale in Schweden ist das Motiv hinter der Tat weiter unklar. Bei den beiden Verdächtigen handele es sich um Asylbewerber aus Eritrea, über deren Motiv bislang nichts bekannt sei, sagte die stellvertretende Staatsanwältin Eva Morén am Dienstag vor Journalisten. Schwedischen Medienberichten zufolge verwendeten die Täter bei dem Angriff Messer aus dem Ikea-Sortiment; die betroffene Filiale stellte den Verkauf von Messern daraufhin vorerst ein.

Bei der Messerattacke in Västeras in Zentralschweden waren am Montag eine 55 Jahre alte Frau und ihr 28 Jahre alter Sohn getötet worden. Die beiden stammten laut Morén aus der nordschwedischen Stadt Skelleftea. Einem Pressebericht zufolge machten sie Urlaub und wollten bei Ikea einkaufen. In der Küchenabteilung sei «etwas vorgefallen, woraufhin sie mit einem Messer angegriffen wurden», berichtete die Regionalzeitung «VLT».

Ein Täter schwebt in Lebensgefahr

Bislang hätten die Ermittler keine Verbindungen zwischen den Verdächtigen und den Opfern gefunden, sagte Morén. Die beiden mutmasslichen Täter hätten sich hingegen gut gekannt. Einer der beiden, ein 23-Jähriger, der am Montag an einer Bushaltestelle in Västeras gefasst worden war, bestritt laut Polizei in ersten Befragungen eine Verwicklung in die Attacke.

Der zweite Verdächtige war mit schweren Stichverletzungen in der Möbelhausfiliale festgenommen worden. Der 1979 geborene Eritreer wurde operiert, schwebte aber nach Angaben der Gesundheitsbehörden weiter in Lebensgefahr und konnte daher noch nicht vernommen werden. Wie er sich die Stichwunden zuzog, war weiter unklar.

Messer aus Ikea-Sortiment als Tatwaffe

Am Tatort fanden die Ermittler die mutmasslichen Tatwaffen, Staatsanwältin Morén äusserte sich aber nicht zur Anzahl der Messer. «VLT» zitierte Polizeiquellen mit der Aussage, die Angreifer hätten offenbar Messer aus dem Ikea-Sortiment benutzt.

Die Ikea-Filiale in Västeras nahm nach dem Vorfall Messer vorerst aus dem Sortiment. «Das ist eine Entscheidung, die ich getroffen habe, und sie gilt vorübergehend», sagte Filialleiter Mattias Johansson der schwedischen Nachrichtenagentur TT.

Ermittler durchsuchten am Dienstag die Zimmer der beiden Verdächtigen, wie der örtliche Polizeichef Per Agren bei einer Pressekonferenz sagte. Zugleich wurde die Spurensicherung in der Ikea-Filiale fortgesetzt. Zahlreiche Zeugen des Vorfalls müssen noch befragt werden.

Morén kündigte an, sie werde nun die Aufnahmen der Videokameras aus der Ikea-Filiale sowie Zeugenberichte auswerten. Der schwedische Inlandsgeheimdienst Säpo ist nicht an den Ermittlungen beteiligt. Dies wäre der Fall, wenn es Hinweise auf ein politisches oder religiöses Motiv gäbe.

Die Filiale wurde geräumt und von der Polizei abgeriegelt. Sie soll nach Angaben des Filialleiters am Mittwoch wieder öffnen. Västeras ist mit rund 110.000 Einwohnern die fünftgrösste Stadt Schwedens und liegt etwa hundert Kilometer von der Hauptstadt Stockholm entfernt. In der Umgebung der Ikea-Filiale wurden die Sicherheitsmassnahmen verstärkt.

Sicherheitsmassnahmen bei Asylheimen verstärkt

Die Polizei verstärkte auch die Sicherheitsmassnahmen für Asylbewerberheime in ganz Schweden, offenbar aus Sorge vor Racheaktionen. Darunter war auch das Gebäude in Arboga rund 50 Kilometer von Västeras entfernt, in dem die beiden Verdächtigen untergebracht waren.

In schwedischen Medien wurde spekuliert, die Verdächtigen könnten unter psychischen Problemen leiden. Viele kämen aus Kriegsgebieten, wo sie Gewalt erlebt hätten und nun «unter schweren psychischen Traumata leiden könnten», schrieb die Agentur TT. Flüchtlinge aus Eritrea stellen in Schweden die zweitgrösste Gruppe an Asylbewerbern nach denen aus Syrien.

(ofi/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dino Schön am 12.08.2015 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Weitere Massnahmen sind nötig!

    Messer aus dem Sortiment? Ist das alles? Und wer denkt an die Kinder? Wann kommt endlich der MES? Der Messer Erwerbsschein? Es kann einfach nicht sein, dass jeden Tag tausende psychisch labiler Frauen mit tödlichen Waffen hantieren!

  • Dan Wesson am 12.08.2015 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eben darum!

    stellen diese eine Gefahr für die Allgemeinheit verbunden mit sehr hohen Kosten, welche auch die Allgemeinheit zu zahlen hat.

  • Mark Twain am 12.08.2015 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Mal nachgedacht

    Da gibt es nur eines. Sofort alle Messer verbieten. Überall. Aha ... nicht nötig. Messer töten keine Menschen sondern nur die Menschen die sie verwenden. OK ... aber ... warum ist es den bei Schusswafen anders?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ânna Moser am 12.08.2015 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Das nächste Mal...

    schlägt man mit einer Lampe zu. Müssen dann auch alle Lampen aus dem Sortiment? Nein Witz bei Seite.

  • fragesteller am 12.08.2015 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    was wäre wenn..?

    könnte ja sein, dass die zwei asylbewerber zuerst angegriffen wurden (einer davon ist durch messerstiche verletzt worden) und sie in notwehr die zwei schweden getötet haben. jedenfalls ist der tathergang ja noch nicht klar, oder? fremdenhass als motiv, wieso auch nicht? ja klar weiss ich wie das ganze aussieht, aber trotzdem.. man weiss noch nicht mit sicherheit was passiert ist. flüchtlinge kriegen doch bereits psychologische hilfe, oder? ich meinte, in der schweiz ist das bereits so. wäre jedenfalls zu begrüssen.

  • Mark Twain am 12.08.2015 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Mal nachgedacht

    Da gibt es nur eines. Sofort alle Messer verbieten. Überall. Aha ... nicht nötig. Messer töten keine Menschen sondern nur die Menschen die sie verwenden. OK ... aber ... warum ist es den bei Schusswafen anders?

  • Dan Wesson am 12.08.2015 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eben darum!

    stellen diese eine Gefahr für die Allgemeinheit verbunden mit sehr hohen Kosten, welche auch die Allgemeinheit zu zahlen hat.

  • Frau am 12.08.2015 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Verständnis auch hier

    Das vergessen die Leute in der CH auch immer: dass Flüchtlinge in der Regel traumatisiert sind. Nicht nur die Erwachsenen, auch die Kinder haben Gewalt gesehen, folglich leiden diese Menschen unter Ängsten.

    • Dusty am 12.08.2015 10:27 Report Diesen Beitrag melden

      Verständnis?

      Und was machen wir für unseren Schutz dafür? Hat man dafür eine Strategie? Wäre dies bei uns auch möglich? Ich habe kein Verständnis für Leute die jemanden ermorden, ohne dass ihr eigenes Leben in Gefahr war, nur weil sie eine schwere Kindheit hatten - Entschuldigungspolitik nützt den Toten nichts!

    • jungeFrau22 am 12.08.2015 11:33 Report Diesen Beitrag melden

      Alles klar

      mal schauen ob Sie das immer noch sagen, wenn Sie mal das Opfer dieser "Traumatisierten" sind!

    • Oliver R. am 12.08.2015 12:31 Report Diesen Beitrag melden

      @Frau

      Und das entschuldigt natürlich jedes Vorgehen und jede Tat, oder wie ist Ihre Ausage zu interpretieren?

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