Unglück in Indonesien

03. November 2018 10:36; Akt: 03.11.2018 11:19 Print

Taucher stirbt bei Flugzeug-Bergungsaktion

Eine Maschine der Lion Air war vergangenen Montag kurz nach dem Start in Jakarta abgestürzt. Bislang wurden 73 Behältnisse mit Körperteilen von Todesopfern aus dem Meer geholt.

(Video: AFP)
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Bei den Bergungsarbeiten nach dem Absturz einer indonesischen Passagiermaschine mit 189 Menschen an Bord ist am Freitag ein Taucher ums Leben gekommen.

Der 48-jährige Syachrul Anto war nach Angaben der indonesischen Marine als Freiwilliger an der Bergung von Leichenteilen aus dem Meer beteiligt. Er starb demnach vermutlich an Dekompression.

Erst vier Opfer identifiziert

Anto hatte sich zuvor unter anderem an dem Rettungseinsatz nach dem Erdbeben und dem Tsunami im September beteiligt. Ausserdem half er vor vier Jahren bei der Evakuierung eines abgestürzten Air-Asia-Fliegers.

Die Lion-Air-Maschine war am Montag kurz nach dem Start in Jakarta ins Meer gestürzt. Bislang wurden 73 Behältnisse mit Körperteilen von Todesopfern aus dem Meer geholt. Nur vier der Opfer konnten bisher identifiziert werden.

Neuen Boeing-Modell 737 MAX 8

Der britische Experte Stephen Wright vermutet, dass ein mögliches Problem mit dem neuen Pitot-Statik-System die Maschine zum Absturz gebracht haben könnte. Es speist die Bordinstrumente unter anderem mit Angaben zur Fluggeschwindigkeit und -höhe. Die Sorge ist, dass die Probleme mit dem neuen Boeing-Modell 737 MAX 8 zusammenhängen.

Aufschluss könnten die beiden Flugschreiber der Unglücksmaschine geben, die alle wichtigen Flugdaten sowie die Gespräche im Cockpit aufzeichnen. Am Donnerstag wurde der Flugdatenschreiber gefunden, die Suche nach dem Stimmenrekorder ging hingegen am Freitag weiter.

«Kleine Mängel» in zwei Boeing 737 MAX 8

Auch der Rumpf der Maschine wurde bis Freitag noch nicht gesichtet. An den Untersuchungen zur Unglücksursache beteiligen sich auch Experten von Boeing und der US-Verkehrssicherheitsbehörde.

Nach dem Absturz des Flugzeug teilte das indonesische Verkehrsministerium am Freitag mit, dass bei zwei Flugzeugen desselben Typs «kleine Mängel» entdeckt worden seien. Bei einer Boeing 737 MAX 8 habe es ein Problem mit der «Cockpit-Instrumentenanzeige» gegeben, bei der zweiten sei den Kontrolleuren ein Defekt im Stabilisierungssystem aufgefallen. In beiden Fällen seien die fehlerhaften Teile ausgetauscht worden.

(bee/sda)